Donnerstag, 4. Juli 2013

23. Kapitel / 7


Die restliche Flugzeit verbrachte sie größtenteils schlafend und auch der Traumteufel verschonte sie weitgehend von dramatischen Träumen.

Nach einer weichen Landung und dem hektischen Verlassen der Maschine betrat sie nun wieder den Frankfurter Flughafen und musste an ihre ersten Schritte auf Dominikanischem Boden zurückdenken. Heftig überfiel sie dabei ein brennendes Gefühl und Kira sagte laut, so dass alle vorbeilaufenden Passagiere sie verwundert und verdutzt anstarrten: “Ich habe solche Sehnsucht nach Samanà!” und etwas leiser fügte sie hinzu: “Ich will zurück nach Samanà.”



Weiter geht es im 2. Teil "Erinnerung an Samana"

Mittwoch, 3. Juli 2013

23. Kapitel / 6


Kira hatte in ihrem zum Start bereiten Flugzeug zum Glück nichts von dem unschönen Auftritt mitbekommen und sass auf ihrem Platz am Mittelgang und grübelte über das eben Erlebte hektisch nach. Langsam liess sie sich jedes von Martins Worten noch einmal durch den Kopf gehen und versuchte dem Ganzen einen plausiblen Zusammenhang zu entlocken. Als sie ihren Abschnitt der Bordkarte suchte und ihre Hosentaschen durchstöberte, fand sie Martins Zettel. Vorsichtig entrollte sie das zerknitterte Papier und ein schmaler silberner Ring mit einem kleinen funkelnden Stein fiel in ihre Hand. Kira hielt den Ring gut fest und entzifferte erst einmal die unordentlichen Worte auf dem Papier. “Kira, bitte gib uns eine Chance! Ich habe mich in dich verliebt!” stand da und sie konnte seinen Namen und seine Telefonnummer erkennen. Sie strich das Zettelchen glatt und gedankenverloren faltete sie es zusammen und steckte es wieder in die Tasche. Dann streifte sie den zierlichen Ring über ihren Ringfinger und wunderte sich, dass er wie angegossen passte. Irgendwie war nun alles zu viel für sie und Kiras aufgestaute Emotionen suchten sich ihren Weg und sie brach in heftiges Weinen und Schluchzen aus.

Den Start und das Abheben des Flugzeuges hatte sie total verpasst, weil sie mit ihren Gedanken zu sehr beschäftigt war und der Weinkrampf einfach nicht vergehen wollte.  Eine junge Flugbegleiterin eilte nun zu Kira, wurde aus ihrem zusammenhanglosen Gestammel aber nicht schlau und brachte ihr erstmal einen Whisky mit Eis. Kira stürzte den hochprozentigen Drink in einem Zug hinunter und die Stewardess schenkte ihr gleich noch einmal nach. Das zweite Glas trank Kira langsamer und allmählich beruhigten sich ihre überstrapazierten Nerven und ihre Tränen versiegten. Nach dem bald darauf verabreichten Essen ging es Kira wieder viel besser und als Heidrun und Katrin sich kurz zu ihr gesellten, um ein Schwätzchen zu halten, konnte sie auch schon wieder etwas lachen. 



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Dienstag, 2. Juli 2013

23. Kapitel / 5


Martin lehnte erschöpft an der nun menschenleeren Absperrung und starrte Kira hinterher, als Carlos, der die Szene mit zunehmendem Ärger genau beobachtet hatte, sich drohend vor ihm aufbaute. “Lass die Finger von ihr! Kira gehört mir!” sagte Carlos gebieterisch zu Martin. Martin, der den Animateur aus dem Hotel, mit dem Kira so innig getanzt hatte, wiedererkannte, fiel es wie Schuppen von den Augen und er wusste schlagartig, dass es Carlos war, der seine Versuche Kira im Hotel zu erreichen, erfolgreich boykottiert hatte. “Das lassen wir dann wohl lieber Kira selbst entscheiden!” entgegnete Martin kühl und Carlos Wut stieg unermesslich an. “Ein Kavalier und Gentleman geniesst und schweigt zwar, aber Kira hat sich mir völlig hingegeben und der kleine Leberfleck in Blütenform ist ein ungemeiner Scharfmacher für sie. Wusstest du das? Noch gestern Nacht hat sie mir in ihrer Ekstase den Rücken zerkratzt!” höhnte Carlos und deutete auf die blutigen Streifen im weissen Stoff seines Hemdes. Martin, von Natur aus kein sehr gewalttätiger Mensch, brannte bei Carlos Worten eine Sicherung durch und begleitet vom unschönen Geräusch brechender Knochen, landete seine rechte Faust mit voller Wucht mitten in Carlos Gesicht. Sofort wurde er daraufhin von herbeieilendem Sicherheitspersonal ruhiggestellt und Carlos drückte ein Taschentuch auf seine stark blutende unförmige Nase. Plötzlich waren etliche wild gestikulierende Schaulustige um sie herum und verfolgten das interessante Spektakel neugierig. Höhnisch lachte Carlos Martin ins Gesicht: “Danke, besser hätte es nicht laufen können! Nun gehört sie mir ganz allein!” Und im Weggehen rief er Martin noch zu: “Du hörst in Kürze von mir!” Dann wurde auch Martin ins Dienstzimmer der Polizei geführt und der Menschenauflauf zerstreute sich langsam wieder. 


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Montag, 1. Juli 2013

23. Kapitel / 4


Dann wandte sie sich mit todunglücklichem Gesichtsausdruck Carlos zu und beiden war die Kehle wie zugeschnürt und Keiner von ihnen brachte noch ein Wort heraus. Sie fielen sich in die Arme und der Abschiedskuss wurde bittersüß und beide fühlten Tränen in den Augen brennen.
Schnell drehte sich Carlos um und Kira ging widerstrebend hinter die Absperrung.
Aus der Entfernung beobachtete Carlos sie traurig und sie winkte ihm ein letztes Mal zu.
Als Kira gerade ihre Bordkarte zur Kontrolle abgab, ertönte hinter ihr ihr Name. Sie drehte sich schnell um und glaubte, ihren Augen nicht zu trauen. Durch die Menge der Wartenden bahnte sich tatsächlich Martin einen Weg zu ihr. Aber wie sah er nur aus! Sein rechtes Bein steckte der ganzen Länge nach in einem Gipsverband und sein Kopf war auch weiss bandagiert, ausserdem humpelte er im Eiltempo an Krücken auf sie zu. Kira wühlte sich unsanft durch die Nachdrängenden und traf an der Absperrung mit Martin zusammen. Er schlang hurzerhand beide Arme um sie und sein Kuss fiel ziemlich heftig aus. Dann versuchte er Kira schnell die Situation zu erklären und Kira verstand, dass er in der Nacht ihres Katamaran-Ausfluges einen Unfall hatte, operiert werden musste und das Hospital seither nicht verlassen durfte, dass sein Handy beim Unfall kaputtging und er krampfhaft versucht hatte, sie im Hotel zu erreichen. Ausserdem hatte das Hotel ihm eine falsche Abflugzeit genannt, so dass er auch heute leider zu spät dran war. Er kramte ein Stück Papier und einen Kugelschreiber aus seiner Hosentasche und schrieb in Windeseile ein paar Zeilen darauf. Er wickelte einen kleinen Gegenstand in den Zettel und schob ihn Kira, die wie verdattert dastand, in die Hosentasche. Das Abflugpersonal zerrte schon an Kira und schnell gab sie Martin einen letzten flüchtigen Kuss, bevor sie im Laufschritt zum Flieger gebracht wurde.

Kira war total überrumpelt von der Situation und das Personal hatte echte Mühe sie in den Flieger zu bugsieren. 



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Sonntag, 30. Juni 2013

23. Kapitel / 3


Dann nahm er ihr Gesicht in seine beiden Hände und küsste sie unsagbar zärtlich und sanft. Kira war völlig überwältigt und versprach ihm leise, dass sie zu ihm kommen würde. Die drei Worte die er so gerne aus ihrem Mund hören wollte, brachte sie allerdings nicht über die Lippen und Carlos Herz zog sich vor Enttäuschung schmerzhaft zusammen. “Gut, mein Seesternchen braucht noch Zeit, ” dachte er sich “aber ich werde um sie kämpfen und sie wird mir, mir ganz alleine gehören und dann lasse ich sie nie wieder los!” schwor er sich insgeheim.
Kira hätte die drei verflixten Worte so gerne zu ihm gesagt, aber sie war sich über die Tiefe ihrer Gefühle immer noch nicht ganz im Klaren und eine Lüge würde sie in so einer wichtigen Frage niemals aussprechen können. Sie fühlte sich sehr stark zu Carlos hingezogen, war wahrscheinlich doch verliebt in ihn und der Sex mit ihm war einfach gigantisch und berauschend, aber war das genug um von Liebe zu sprechen? Hatte sie Angst von ihm enttäuscht zu werden? War es die Ungewissheit einer Fernbeziehung, die sie so unsicher sein liess? Fragte sich Kira immer wieder und leider brachte sie das auch keinen Schritt weiter.
Kira sah, dass Carlos ungemein darunter litt und nun nahm sie sein Gesicht behutsam in beide Hände und küsste ihn lange und hingebungsvoll. Dabei dachte sie: “Ich bin verrückt nach ihm und auch total verknallt. Warum kann ich ihm das  nicht einfach sagen? Wovor habe ich bloss so wahnsinnig Angst?“ Und er drückte sie an sich und liess sie erst wieder los, als sie den Bus am Flughafen angekommen, verlassen mussten.
Wie immer ging es hier hektisch zu und die Beiden hatten kaum mehr Gelegenheit um ihre kleinen Zärtlichkeiten auszutauschen.
Carlos der den Flughafen Samanà - El Catey gut kennt, machte sich auf und besorgte einen Kaffee und kalte Limonade für Kira.

Als alle eingecheckt hatten, gingen Kira und Carlos noch ein bisschen auf dem Gelände spazieren und Carlos zeigte und erklärte ihr das etwas komplizierte System des Airports. Als ihr Flug endlich aufgerufen wurde, verabschiedete sich Kira von Nadine und bedankte sich nochmals für den gelungenen Urlaub. 



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