Montag, 10. Juni 2013
18. Kapitel / 3
Schnell zog sie ihre Kleidung von gestern wieder an und als sie zu Carlos trat, konnte sie schon wieder lächeln. Auf der Terrasse, hoch über dem im Morgenlicht glitzernden Fluss, nahmen sie ein reichhaltiges Frühstück zu sich und Kira fühlte sich danach viel besser. Als sie Altos de Chavòn verließen, drehte sich Kira in ihrem Sitz um und schaute lange auf den immer kleiner werdenden Fluss. Carlos, der fühlte, dass es in Kira drunter und drüber ging, hielt sich zurück und so legten sie weite Strecken der Rückfahrt schweigend zurück. Beide hingen ihren Gedanken nach, aber es war kein bedrückendes Schweigen. Als sie ungefähr drei Viertel des Weges hinter sich gelassen hatten, hielt Carlos auf einem kleinen Parkplatz an. “Komm, Seesternchen, ich möchte dir etwas zeigen!” Er nahm Kiras Hand und nach wenigen Schritten bot sich ihnen ein atemberaubender Ausblick. Sie standen hoch über dem Meer, das sich an riesigen Felsen Gischt aufspritzend brach. Die Bäume um sie herum standen in voller Blüte und es duftete herrlich. Das Meer erschien unendlich weit und am Horizont verflossen Himmel und Wasser zu einer Einheit. Es war ein gigantischer Anblick. Kira holte ihre Kamera aus dem Auto und machte ein paar gute Aufnahmen. Carlos zog sie in seine Arme und küsste sie. “Danke, Carlos, danke dass du mir gestern so einen wundervollen Tag und Abend geschenkt hast! Und dieser Ausblick hier…” Kira verstummte und Carlos erwiderte: “Nein Kira, ich danke dir, du machst mich zum glücklichsten Mann der Welt und die fantastische Nacht mit dir war etwas ganz Besonderes für mich.” Kira zog es vor, darauf nicht zu antworten und sie setzten ihre Fahrt fort. Bald erreichten sie Las Galeras und Carlos begleitete Kira bis zu ihrer Zimmertür. Er küsste sie zum Abschied und gab ihr die CD von “Il Divo” die sie gestern Nacht gehört hatten. “Damit du unsere wundervolle Liebesnacht nicht vergisst!” sagte er leise und Kira musste heftig schlucken, als sie an die Nacht mit ihm erinnert wurde. “Sehen wir uns heute Abend?” fragte er und Kira konnte nur nicken. Als sie die Zimmertür hinter sich schloss, lehnte sie sich mit dem Rücken dagegen und musste erst einmal tief durchatmen. Als plötzlich ihr Zimmertelefon klingelte, blieb Kira vor Schreck das Herz stehen. Aber es war nur Samantha, die fröhlich fragte, ob sie rüber kommen darf. Kurz darauf begrüssten sich die Freundinnen, als hätten sie sich Wochen lang nicht gesehen. Sammy sah Kira natürlich sofort an, dass irgendetwas nicht im Lot war und sie drängte Kira: “Los erzähl schon wie war es? Du guckst, als ob gleich die Welt untergeht!” Die beiden machten es sich auf der Terrasse bequem und Sam holte schnell noch eine Cola und zwei Gläser. Dann berichtete Kira von dem wirklich tollen Ausflug nach Santo Domingo. Sie erzählte alles ganz genau, damit Sam sich ein gutes Bild machen konnte. Kira redete von der Überraschung und der Fahrt nach Altos de Chavòn, dem grandiosen Konzert und sie liess auch nicht aus, dass sie sich von Carlos nach allen Regeln der Kunst hatte verführen lassen und den besten Sex ihres Lebens gehabt hatte. Mit ihrem inneren Kampf und der heutigen Rückfahrt beendete sie ihren Bericht. “Wow!” war erst einmal Alles was Sammy dazu sagen konnte. Nach ein paar Schweigeminuten fragte sie dann: “Was daran ist nun so schlimm, dass du so fertig bist?” Und Kira antwortete: “Ich habe mich ehrlich gut gefühlt mit Carlos, es war ein fantastischer Tag und der Abend hätte auch nicht schöner sein können. Auch der Sex mit ihm… ja, ich habe es mit jeder Faser genossen. Das Schlimme daran ist nur, dass ich nicht wirklich verliebt in Carlos bin und dieser blöde Martin immer wieder durch meinen Kopf geistert. Deshalb fühle ich mich irgendwie schuldig…” “Na hör mal, der Martin meldet sich nicht und du hast Schuldgefühle wegen ihm? Das ist echt blöd! Habt ihr Kondome benutzt?” Als Kira nickte, fuhr Sam fort: “Das ist gut, wenigstens ist er verantwortungsbewusst. Jeder Mensch braucht ab und zu mal Sex, deswegen brauchst du dir nicht so den Kopf zu zerbrechen. Ausserdem ist unser Urlaub leider bald zu Ende und wenn du keinen Kontakt zu Carlos möchtest, lässt du die Sache einfach einschlafen. Und zu deiner Entschuldigung, nachdem Carlos gestern so aufgetrumpft hat, mit tollem Essen, Konzertbesuch, Kerzenschein usw., welche Frau wäre da bitteschön nicht schwach geworden? Aber woher hat ein stinknormaler Animateur so viel Geld? Das Ganze muss ja ein kleines Vermögen gekostet haben! Vielleicht ist der liebe Carlos ja ein steckbrieflich gesuchter Bankräuber?” überlegte Sam. Sie kam aber zu keinem Ergebnis in ihren Überlegungen. Kira fühlte sich nach den aufmunternden Worten ihrer Freundin erleichtert und wollte wissen wie Sam und Miguel den Tag und die Nacht verbracht hatten. Jetzt geriet Sammy ins Schwärmen. Miguel hatte für das Geschäft neue Waren direkt bei einem Kunsthandwerker abholen müssen und sie hatten das Notwendige mit dem Schönen verbunden und einen interessanten Ausflug ins Innere der Insel Hispaniola unternommen. Zuerst waren sie nach San Francisco de Marcoris gefahren und hatten sich in der geschichtsträchtigen Stadt umgesehen. Weiter ging es über La Vega zum Ziel ihrer Fahrt: Jarabacoa. Wegen des ganzjährig frühlingshaften Klimas mit Durchschnittstemperaturen um 21°C wird sie auch “Die Stadt des ewigen Frühlings” genannt. Hier gedeihen herrliche Kiefernwälder die Besucher an die europäischen Alpen erinnern. Der Ort liegt 530 m über dem Meeresspiegel eingebettet in der zentralen Bergkette der Dominikanischen Republik. Durch das Tal fliessen die wichtigsten Flüsse der Republik und weil es hier so fruchtbar ist, werden verschiedene Gemüse, Nüsse, Früchte wie z.B. Erdbeeren, Blumen und der berühmte dominikanische Kaffee angebaut. “Miguel wollte unbedingt Wildwater-Rafting auf dem “Yaque del Norte” machen, aber dafür bin ich nicht zu haben.” erzählte Sam. “Also hat er mir den Wasserfall Jimenoa gezeigt. Der ist richtig gross und wenn man möchte, kann man da sogar bergsteigen. Auch der höchste Berg der Karibik, der Pico Duarte, ist dort. Ich sage dir, auch ohne Meer- und Strandnähe hat die Dominikanische Republik wahnsinnig viel zu bieten!” Kira war echt überrascht, sie hatte angenommen, die Repùblica Dominicana würde nur für Strandurlauber interessant sein. Sam berichtete weiter: “In einem gemütlichen Restaurant haben wir Mittag gegessen. Es gab für diese Region typische Gerichte und es war super lecker. Danach haben wir Jose, den Künstler, aufgesucht. In seiner kleinen Werkstatt macht er den schönsten Schmuck, den du dir vorstellen kannst. Echt irre!” Und Samantha liess Kira an ihrem neu erworbenen Wissen teilhaben: “Larimar, auch bekannt als blauer Pectolite, ist ein Halbedelstein. Den Larimar findet man hier im Lande nur in einem begrenzten Gebiet und bisher ist weltweit kein anderes Abbaugebiet bekannt. Er repräsentiert einen kleinen Teil der geologischen Geschichte des Landes und wird wegen seiner Fragilität von Hand abgebaut, was harte Arbeit bedeutet. Der Larimar entstand kurz nachdem sich die Insel vor 100 Millionen Jahren aus dem Meer erhob. Über die Jahre wird der Larimar immer mehr als einer der seltensten und originellsten Edelsteine geschätzt.” Kira war ganz baff über die interessanten Informationen. “Du hörst dich an, als ob du ein Larimar-Fan geworden bist!” neckte sie Sammy. “Ja, ich gestehe, ich bin total fasziniert von diesem Halbedelstein und auch davon, was Jose alles für spektakuläre Stücke daraus arbeitet. Du hättest es mit eigenen Augen sehen müssen, um zu verstehen, was ich genau meine.” antwortete Sam. Auf der Rückfahrt hatten sie noch an verschiedenen interessanten Punkten angehalten und Miguel hatte ihr voller Stolz die Schönheit seines Landes gezeigt. Er hatte ihr auch vom See Enriquillo, der von dem majestätischen Neiba-Tal und der gleichnamigen Wüstenlandschaft umgeben wird, erzählt. Diesen stark salz- und sulfathaltigen See, der als der wertvollste Schatz der Dominikanischen Republik gesehen wird und einzigartig in der ganzen Karibik ist, würde Miguel ihr zu gerne zeigen. Im See gibt es eine 2600 Hektar grosse Insel, die ein Naturschutzgebiet ist. Vor allem die dort lebenden amerikanischen Krokodile haben es Miguel angetan. Aber leider war die Entfernung zu gross, um einen Abstecher dorthin zu machen. Auch vom Polo Megnètico, wo man entgegen aller Naturgesetze ein Auto aufwärts rollen sehen kann, konnte Miguel Sammy nur erzählen. “Aber er hat mir versprochen, dass er mir Beides zeigt. Du siehst, ich MUSS bald wieder herkommen, sonst kann Miguel sein Versprechen ja nicht einlösen und das geht nun mal gar nicht.” beendete Samantha ihren Bericht. Darüber, wie sie die Nacht verbracht hatten, wollte sie lieber schweigen, aber sie blinzelte Kira vielsagend zu. Vom vielen Erzählen und Zuhören waren sie beide hungrig geworden und beschlossen, erstmal das Buffet zu plündern und ordentlich zuzulangen.
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Sonntag, 9. Juni 2013
18. Kapitel / 2
Der
Mond schien hell und es musste eine jener magischen Nächte sein, die man nur
selten im Leben empfinden kann. Kira schaute auf den Fluss und träumte immer
noch leise summend vor sich hin. Carlos nahm sie in den Arm und küsste sie. Er
drückte sie an sich und beide genossen den emotional aufgeladenen Kuss. Es
musste an diesem besonderen Abend und der traumhaften Kulisse liegen und Kiras
Herz öffnete sich für Carlos. Er spürte die Veränderung, die in ihr vorging und
behutsam bemühte er sich weiter um sie. Das Restaurant, in dem sie zu Abend
gegessen hatten, gehörte zu einem kleinen, aber sehr feinen Hotel und Carlos
hatte ein Doppelzimmer für sie gebucht. Wegen des vielbesuchten Konzertes waren
alle Einzelzimmer bereits vergeben und Carlos schlug vor, die Nacht auf dem
kleinen Sofa zu verbringen und ihr das Bett zu überlassen. Das Zimmer hatte
unebene weiss getünchte Wände und von der Zeit schwarz gefärbte Balken trugen
die Zimmerdecke. Ein riesiges Himmelbett und alte sehr gemütliche Möbelstücke
bildeten die Einrichtung. Wertvolle Gemälde zierten die Wände und in einer
Amphore duftete ein wunderschöner Blumenstrauss. Carlos entzündete Kerzen und öffnete
den Champagner, der gut gekühlt bereitstand. Er legte eine CD in die versteckt
aufgebaute Musikanlage und die Stimmen der jungen Tenöre von “Il Divo” füllten den Raum. Kira fühlte sich wie im Traum und
als Carlos sie in den Arm nahm, tanzte sie versunken mit ihm. Er küsste sie auf
den Mund, ihren Hals und knabberte zärtlich an ihren Ohrläppchen. Als er
langsam ihre Bluse aufknöpfte, liess sie es geschehen und ihre Erregung
steigerte sich zu einem brennenden Gefühl, als er ihre Brüste streichelte und
den BH öffnete und zur Seite legte. Er küsste ihre Brüste und streichelte und
saugte, dass sie das Gefühl hatte, ihre Beine würden versagen. Er ahnte das
wohl und trug sie auf seinen Armen zum Bett. Er küsste jeden Zentimeter ihrer
Haut und als er ihre Short öffnete, fieberte Kira seiner Berührung entgegen.
Vorsichtig entkleidete er sie ganz und betrachtete ihren nackten Körper
geniesserisch. Seine Lippen berührten ihren Bauch und langsam begann er, das
goldene Dreieck zwischen ihren Beinen zu liebkosen. Als seine Zungenspitze ihre
zarte Knospe berührte, bäumte sich Kira auf, stöhnte lustvoll und klammerte
sich an ihn. Auf diese Weise hatte sie vorher noch kein Mann berührt und sie
erlebte bisher unbekannte Lustgefühle. Kira öffnete mit stark zitternden
Fingern sein Hemd und ihre Fingerspitzen streichelten begehrlich seinen schönen
und starken Körper. Er entledigte sich des Restes seiner Kleidung und widmete
sich in aufreizender Langsamkeit wieder Kiras Körper. Ihrem Muttermal in Form
einer Blüte schenkte er besondere Aufmerksamkeit und Kira schien unter seinen
sie sinnlich berührenden Fingern und behutsam saugenden Lippen zu vergehen.
Kiras Hände ertasteten nun auch seinen Körper und Carlos stöhnte auf, als sie
seine starke Männlichkeit mit bebenden Fingern streichelte und dann fest
umschloss. Carlos genoss es sehr, die intimsten Geheimnisse seiner noch recht
unerfahrenen Liebsten zu erforschen und sein mit ihr spielender Mund trug Kira
fast auf den Gipfel der Lust und sie bot sich ihm, sich windend vor heisser
Lust, dar. Als sie es kaum noch
aushalten konnte, streifte er geschickt ein Kondom über und drang mit
verhaltener Kraft stöhnend in sie ein. Im Gleichklang bewegten sich ihre Körper
und Carlos sie überall aufreizend streichelnde Hände brachten Kira fast um den
Verstand. Carlos war ein überaus erfahrener und ausgezeichneter Liebhaber und
hielt Kira so lange auf einem äußerst lustvollen Level, bis sie ihm leise, aber
heftig stöhnend, zuflüsterte: “Komm, ich zerfließe sonst vor Lust!” Und Carlos liess sich nicht lange bitten und erfüllte
Kiras Wunsch. Carlos brachte ihren Körper in völlige Ekstase und Kira erlebte
Gefühle, die sie bis dahin nicht gekannt hatte. Sie befand sich in einem
derartigen Rausch, dass die Welt um sie herum im Nichts zu versinken schien. Später,
als sie sich etwas erholt und mit Champagner abgekühlt hatten, erforschte er
von Neuem geniesserisch ihre erogenen Zonen bis sie zitterte und diesmal
liebten sie sich wild und leidenschaftlich. Erschöpft schliefen sie im
Morgengrauen eng umschlungen ein. Ein
paar Stunden später weckte er sie gutgelaunt: “Mein Seesternchen steh auf, wir müssen bald zurückfahren.
Ich würde auch lieber den ganzen Tag mit dir im Bett verbringen…” sagte er mit vor Lust bebender Stimme und liebkoste
schon wieder aufreizend ihren Körper. Kira wand sich aus seinen Händen und schlüpfte
schnell ins Bad. Carlos hatte schon geduscht und sie war froh, im Badezimmer
ein paar Minuten allein sein zu können. Der Zauber der letzten Nacht war
verflogen und sie fühlte sich irgendwie schuldig, weil sie mit Carlos
geschlafen hatte. Warum konnte es nicht Martin sein, mit dem sie eine
wundervolle Liebesnacht verbracht hatte? “Wenn Martin ernsthaft Interesse gehabt hätte, wäre es
nie dazu gekommen. Ich hätte nie mit Carlos geschlafen…” sagte sie sich, musste sich aber gleichzeitig
eingestehen, dass sie so wie von Carlos, bisher von keinem Mann geliebt worden
war und sie seine Zärtlichkeiten sehr gemocht hatte und trotzig warf sie ihre
von der Dusche noch feuchten Haare in den Nacken.
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Samstag, 8. Juni 2013
18. Kapitel / 1
Heisse Nacht
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Freitag, 7. Juni 2013
17. Kapitel / 3
Langsam löffelten
die Beiden und Carlos stellte zufrieden fest, dass er wohl Kiras Geschmack
getroffen hatte. Dazu tranken sie einen leichten Weisswein. Als nächstes wurde
gemischter Salat mit Garnelen und Zitronensahne-Dressing serviert. Während sie
noch mit dem Salat beschäftigt waren, wurde ein Wagen neben den Tisch gerollt
und vor ihren Augen wurde eine Platte mit verschiedensten gegrillten
Fleischscheiben flambiert. Kira hatte das im Fernsehen schon gesehen und war
hin und weg. Genüsslich verputzte sie ihr Fleisch und die leckeren Kartoffelbällchen
die es dazu gab. Die gereichten Sossen waren einfach ein Gedicht. Kira dämmerte,
dass es ein sehr teures Restaurant sein musste, denn auch an den Nachbartischen
wurde nur das Feinste vom Feinen serviert. Als Nachspeise hatte Carlos ein
Champagnersorbet ausgewählt und Kira war froh, dass er nach den ganzen
Leckereien keine fette Sahnetorte geordert hatte. Nach dem köstlichen Mahl lächelte
Kira Carlos glücklich an und ihm stand die Freude über die geglückte Überraschung
ins Gesicht geschrieben. Kira überlegte schon, ob sie ihr Essen überhaupt
bezahlen könnte, aber Carlos übernahm die Rechnung ganz selbstverständlich.
Vergnügt schlenderten sie dann über die quirlige Einkaufsmeile und schauten
sich gut sortierte Geschäfte und noch weitere Museen an. Vom “Plaza de
Espana”
hatten sie einen tollen Ausblick auf den Fluss Ozama und den Hafen von Sans
Souci. Kira entdeckte ein Kreuzfahrtschiff und wurde einen kurzen Moment wehmütig.
Aber Carlos liess ihr keine Zeit für verschwendete Gedanken und schon fuhren
sie am Malecòn an all den teuren Luxushotels entlang. Auf der Avenida George
Washington bog Carlos in die Einfahrt des Hotels Melià und ein livrierter Page
half ihnen beim Aussteigen. Kira hatte keine Zeit zum Überlegen, was Carlos
wohl nun vorhatte, denn schon fühlte sie sich wie ins Spielerparadies Las Vegas
versetzt. Zum ersten Mal stand sie in einem richtigen Casino und bestaunte die
pompöse Pracht mit offenem Mund. Carlos hatte inzwischen Jetons besorgt und führte
sie erst einmal in den grossen Sälen herum. Als Kira sich alles eine Weile
beguckt hatte, fragte Carlos: “Na,
mein Seestern, möchtest du ein Spielchen wagen?” Und sie versuchten es an einem Roulettetisch. Leider
war ihnen das Glück nicht sonderlich hold und deshalb probierten sie es an den “Einarmigen
Banditen”.
Kira und Carlos hatten jede Menge Spass und lachten wie zwei Kinder. Auch wenn
sie am Ende alle Jetons verspielt hatten, war es ein einmaliges Erlebnis für
Kira. Carlos führte sie zu einer Casino-Bar und Kira hatte plötzlich
unheimliche Lust auf einen Kaffee. Als sie auf dem Barhocker sass, merkte sie,
dass sie ganz schön kaputt war. Der heisse, starke und süsse Kaffee erweckte
ihre Lebensgeister zu neuem Leben und sie fühlte sich rundherum glücklich. “Hättest du
Lust heute Abend noch etwas ganz Besonderes zu erleben?” fragte Carlos
sie mit flehendem Blick. “Müssen
wir nicht langsam zurückfahren?”
entgegnete Kira nach einem Blick auf ihre Uhr. “Ich möchte dich an einem ganz besonderen Ereignis
teilhaben lassen und wir würden morgen Vormittag wieder in Las Galeras sein.
Bitte sag ja, du wirst es garantiert nicht bereuen!” Kira überlegte:
“Sammy ist den
ganzen Tag und wahrscheinlich auch die Nacht bei Miguel. Was die anderen Vier
heute machen, weiss ich nicht. Warum sollte ich also alleine im Hotel
herumhocken?! Martin hat sich natürlich nicht gemeldet, also warum denn nicht?
Der Urlaub ist bald vorbei und Carlos gibt sich so außerordentlich viel Mühe…” Und zu Carlos
gewandt sagte sie: “Ja,
klar, verrätst du mir, was wir machen werden?” Carlos fiel ein riesen Felsbrocken vom Herzen und glücklich
antwortete er: “Nein,
mein kleines Seesternchen, es ist ein grosses Geheimnis. Aber ich bin sicher,
dass es dir gefallen wird!” Er
hob sie von dem Barhocker und drückte sie kurz an sich und küsste ihre Wange.
Dann führte er sie aus dem Casino und sie stiegen in den BMW. Diesmal fuhren
sie eine andere Route und Carlos spielte wieder den Reiseführer und erzählte
Kira allerlei Wissenswertes über Gebäude, die Stadt und die Dominikanische
Republik allgemein.
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Donnerstag, 6. Juni 2013
17. Kapitel / 2
“Du bist jetzt nicht sauer?” fragte Kira Sammy. “Du dumme Nuss! Warum sollte ich denn sauer sein? Miguel holt mich gegen Mittag ab und in der Zeit bis dahin kann ich ganz gemütlich meinen Koffer packen. Dabei kann ich Hektik nicht gebrauchen. Du siehst, ich komme ganz gut ohne dich aus!” Sam knuffte Kira und setzte hinzu: “Wenigstens ein paar Stunden…” Die Beiden lachten und Kira verabschiedete sich von ihrer Freundin, sie wollte sich schnell noch umziehen. Weil es wieder ein heisser Tag werden würde, zog Kira bequeme weisse Shorts, eine luftige hellgrüne Bluse und flache Gladiatorensandalen an. In das kleine Handtäschchen steckte sie Kamera, Handy und Geld. Ausnahmsweise verspürte Kira Lust sich ein wenig zu schminken und so tuschte sie ihre Wimpern und betonte ihre Lippen mit herrlich nach Himbeeren duftendem Lipgloss. Ein Blick in den Spiegel verriet ihr, dass sie hübsch aussah und zufrieden band sie ihre Haare zu einem hohen Pferdeschwanz zusammen. So, nun war sie perfekt gestylt für eine Citytour. Vor dem Hotel schaute sie sich um, konnte Carlos aber nicht entdecken. “Kira, Süsse! Hier drüben!” rief er und winkte ihr zu. Kira schaute verwundert, sie hätte nicht erwartet Carlos mit einem scheinbar nigelnagelneuen BMW Geländewagen zu sehen. Etwas verwirrt ging sie zu ihm hinüber. Als er ihren kritischen Blick sah, lachte Carlos: “Keine Angst, ich habe mir den Wagen nur ausgeliehen.” Dabei hielt er ihr galant die Autotür auf und half ihr beim Einsteigen. Kira machte es sich in dem weissen Ledersitz bequem und beäugte etwas schüchtern das Innenleben des schicken Wagens. “Wenn ich mit so einer schönen Frau unterwegs bin, muss auch das Auto passen.” bemerkte er, als er hinter dem Lenkrad Platz nahm. “Du siehst heute wieder sehr schön aus!” stellte er fest und küsste ihre Fingerspitzen. Langsam rollten sie vom Hotelgelände. Im Wageninneren war es, dank guter Klimaanlage, angenehm kühl. Kira dachte bei sich: “Ja, so lässt es sich aushalten.” und begann die Fahrt zu geniessen. Bis Nagua fuhren sie auf einer vielbefahrenen Landstrasse und kamen nicht allzu schnell voran. Aber kurz vor Nagua begann die neue Autobahn und nun liess Carlos die Pferdchen laufen. Er erklärte Kira Alles was sie im Vorbeifahren sahen und Kira hörte sehr interessiert zu. Ab und an wurde die rasche Fahrt durch Mautstellen unterbrochen, aber nach eineinhalb Stunden erreichten sie schon die Vororte der Hauptstadt. “Schau dort links, das ist die karibische See.” Wies er Kira auf das sich an Felsen brechende Meer hin. Und dann sah Kira die Skyline von Santo Domingo und war mächtig beeindruckt. Allerdings war der Verkehr mörderisch und Kira hielt sich öfter die Augen zu, wenn die Fahrzeuge scheinbar regellos wild durcheinander flitzten. “Ich könnte hier nie Auto fahren!” rief sie und Carlos schmunzelte darüber. “Man gewöhnt sich daran, es sieht nur so schlimm aus.” beruhigte er sie. Aber Kira sass stocksteif in ihrem Sitz und hielt sich krampfhaft fest. Carlos wies Kira auf allerlei Sehenswertes hin und da Kira nun wieder mit Gucken abgelenkt war, entspannte sie sich etwas. Carlos steuerte den teuren Wagen souverän durch das ganze Gewühl und fand auch relativ schnell einen passenden Parkplatz. Als sie das Auto verließen, schlug ihnen eine regelrechte Gluthitze entgegen und nahm Kira für einen Moment die Luft. Carlos reichte ihr seinen Arm und dankbar hakte sie sich bei ihm ein. Nach wenigen Minuten verließen sie eine Strasse mit herrlichen alten Häusern und vor ihnen lag der Präsidentenpalast: ein schöner weisser Bau mit Kuppeldach in einer blühenden Grünanlage mit majestätischen Palmen. Carlos erzählte Kira ein wenig über die Geschichte des Landes und Kira fotografierte durch die Eisenstreben des Zaunes. Plötzlich ertönte lautes Pfeifen und Knattern und drei Helikopter hoben in rascher Folge direkt vom Landeplatz neben dem Palast ab. Kira gelangen ein paar gute Fotos von den Maschinen und sie freute sich. Bis auf ein paar uniformierte Wachleute gab es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen und Kira wunderte sich darüber. “Schau, in dem Haus direkt gegenüber wohnt die Frau des Präsidenten. Da kann ihr Mann fix zum Mittagessen nach Hause gehen.” witzelte Carlos und Kira betrachtete das hübsche Haus mit den vielen kleinen Balkonen. “Scheinbar hat weder der Herr Präsident, noch seine Frau Angst vor Attentaten.” überlegte Kira laut und Carlos zuckte die Schultern. “Keine Bange, sie werden schon gut beschützt.” antwortete er. Dann fuhren sie wieder ein Stück mit dem Wagen und Carlos erklärte Kira, dass sie nun die erste Universität Amerikas “La Universidad Santo Tomàs da Aquino” erreichen. “Hier in der “Zona Colonial” (Kolonialzone) atmen die Gebäude und Strassen Geschichte und die engen Gassen und Fassaden sind noch heute voll von Legenden und Geheimnissen die seit 1492 hier erzählt werden.” Zu Fuss erkundeten sie nun die ersten Gebäude die in der neuen Welt entstanden waren. Viele von ihnen beherbergen heute Museen und Carlos erwies sich wieder einmal mehr als ausgezeichneter Führer und konnte seiner Begleiterin die abwechslungsreiche Geschichte seines Landes anschaulich näherbringen. Sie besichtigten zahlreiche Ausstellungen, das Fort Ozama und statteten auch “La Casa del Tostado”, dem Haus der dominikanischen Familie, einen Besuch ab. Kira gefiel die Kathedrale “Catedral de Santa Maria la Menor”, die zwischen 1514 und 1544 erbaut wurde, besonders gut. Überall wohin man schaute gab es Kunst und Architektur vergangener Zeiten zu entdecken und Kira kam sich vor wie auf einer Reise in die Vergangenheit. Carlos, der erstaunlich viel Wissen besitzt, hatte zu fast jedem Gebäude oder auch Ruine eine kleine Anekdote parat. Bevor Kira pflastermüde werden konnte, fuhren sie zum “Parque Colòn” und Carlos fand eine schattige Bank unweit der Statue des Admiral Christoph Kolumbus, dem Entdecker. Er holte kalte Getränke und sie ruhten sich eine Weile aus. “Magst du nun die Einkaufsstrasse “Calle de Conde” sehen? Ich kenne in einer Seitenstrasse ein gemütliches Restaurant mit sehr guter Küche, dort können wir zu Mittag essen.” schlug Carlos vor und Kira willigte gern in den Vorschlag ein. In dem alten Gemäuer hätte Kira kein Spitzen-Restaurant vermutet, nur ein Schild baumelte über dem Eingang. Umso mehr war sie überrascht von dem stilechten Ambiente der Räumlichkeiten. Alles war aufwendig und mit Liebe zum Detail restauriert worden und durch die dicken Wände war es im Inneren angenehm kühl. Der Kellner begrüsste Carlos fast wie einen alten Freund, aber Carlos meinte, er kenne ihn nicht wirklich. “Wahrscheinlich verwechselt er mich.” tat er die Sache ab und Kira ärgerte sich, dass sie leider kein Wort spanisch verstehen konnte. Carlos fragte Kira, ob es ihr recht sei, wenn er die Bestellung übernimmt und Kira war gespannt, was er wohl bestellen würde. Als Aperitif wählte Carlos Margaritas. Frisches Weissbrot und eine Art Knoblauchbutter kamen dazu auf den Tisch. Kira, die inzwischen echt hungrig war, probierte sofort das Brot. Lange mussten sie nicht warten und es wurden zwei Teller mit dampfender Muschelsuppe aufgetragen. Die Suppe war ausgezeichnet und das mit Knoblauchbutter bestrichene Brot passte hervorragend dazu.
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