Dienstag, 28. Mai 2013

15. Kapitel / 1



Wunderschöne Unterwasserwelt

Kira schrak aus einem diffusen Traum hoch und brauchte ein paar Momente, um zu sich zu kommen. Im Fernsehen wurden die Folgen der Finanzkrise für die Autoindustrie erörtert. Ihr Kopf dröhnte und ihr Magen schien die ganze Nacht Achterbahn gefahren zu sein. Kira rappelte sich auf, um die Fernbedienung zu suchen. Die lag vor dem Bett und Kira schaltete den Apparat aus. In der plötzlichen Dunkelheit fiel ihr etwas ein. “Martin!” durchzuckte es sie und schnell knipste sie die Nachttischlampe an. Fieberhaft suchte sie ihr Handy und fand es schliesslich im Bett. Es war ganz warm, weil sie darauf gelegen hatte. Ein Blick auf das Display genügte, um festzustellen, dass er nicht angerufen hatte. Schwer enttäuscht trottete sie ins Bad um sich ein wenig frisch zu machen. Sie zog Jeans und T-Shirt aus und streifte das Nachthemd über. Danach schaute sie auf den Wecker. Es war gerade mal 4.17 Uhr. Kira hob das Glas vom Boden auf, das ihr wohl aus der Hand gefallen war und stellte es auf den Tisch. Sie kroch in das Bett und legte sich vorsichtig hin. Ihr Kopf drohte zu zerspringen. Zum Glück legte sich bleierne Müdigkeit auf sie und bald war sie noch einmal eingeschlafen. Als Kira das nächste Mal zu sich kam, war es blendend hell im Zimmer. Sie hatte sogar vergessen, die Vorhänge zuzuziehen. Kira überlegte, ob sie liegen bleiben oder aufstehen sollte. Und entschied sich für Aufstehen. Ihr Kopf schmerzte noch etwas und im Mund fühlte es sich klebrig und ausgedörrt an. Kira schlich ins Badezimmer und putzte erst einmal gründlich ihre Zähne. Schon besser. Nachdem sie geduscht hatte, fühlte sich auch der Kopf deutlich weniger gross an und nur der Magen schien in den Kniekehlen zu hängen. Langsam zog sie sich an. Weil ihr vor Hunger schon so schlecht war, ging sie frühstücken. Als sie in ihr zweites Brötchen biss, erschien Sammy. “Dachte ich mir doch, dass ich dich hier finde!” rief Sam fröhlich und liess sich auf einen Stuhl plumpsen. Sie sah das Mobiltelefon neben Kiras Teller liegen und ahnte, dass Martin nicht angerufen hatte. Die Freundin empfand Mitleid mit Kira, die wie ein Häufchen Unglück wirkte. Um sie abzulenken, erzählte Samantha von der gestrigen Fahrt nach Rincon. “Wegen der holprigen Strasse sind wir mit Miguels Motorrad gefahren. Ich auf einer Geländemaschine, man glaubt es nicht! Aber Miguel ist ein vorsichtiger Fahrer und meine Angst hielt sich in Grenzen. Aber unheimlich war es. Weit und breit nur Wald und Busch, ab und zu mal ein paar Häuser und Alles stockfinster. Ich war heilfroh als wir nach unendlich langer Zeit endlich in Rincon ankamen. Am Strand brannte ein grosses Lagerfeuer und die Fischer mit ihren Familien sassen gemütlich beisammen. Miguel kennt die meisten Leute dort und wir wurden überaus herzlich begrüsst. Als ich dann noch erklärt habe, warum wir gekommen sind und das Geld übergeben habe, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Spontan wurde eine Party gefeiert. Jemand holte seine Gitarre und sang, Fisch wurde gegrillt und Bier rangeschleppt. Es war total lustig. Dominikaner feiern so gerne und lassen keine Gelegenheit zum Party machen aus. Wir sind also ordentlich versumpft und haben den Rest der Nacht, natürlich wieder in getrennten Schlafzimmern, bei einer Tante von Miguel verbracht.” beendete Sam ihren Bericht. Obwohl Samantha daran zweifelte, dass Kira überhaupt zugehört hatte, fragte die kauend: “In der Wildnis um Rincon soll es noch frei lebende Leguane geben, hast du welche gesehen?” und weiter:  “Warum dürft ihr eigentlich nicht zusammen schlafen?” Sam trank einen Schluck heissen Kaffee und antwortete dann: “Nö, gesehen habe ich keinen Leguan, aber Miguel hat mir unterwegs ein Anwesen gezeigt, dass als Leguanstation genutzt wird. Leider habe ich vor lauter Dunkelheit nichts gesehen. Schade eigentlich. Aber Wildkatzen und jede Menge Geckos waren am Strand. So ein kleiner grüner Gecko ist vom Baum gefallen und genau auf meiner Jeans gelandet. Vor lauter Schreck hab ich gequietscht und wäre fast in Ohnmacht gefallen! Kannst dir ja sicher vorstellen, was das für ein Gelächter gab! Auf jeden Fall ist der Kleine noch ne Weile auf mir rumgeklettert und ich hab ihn mir genau beguckt. Eigentlich sind die gar nicht eklig und fressen jede Menge  blöde Moskitos. Die biestigen Viecher haben mich überall total zerstochen.” und Sam zeigte Kira ihren zerstochenen Arm als Beweis. Kira musste bei der Vorstellung, wie Sammy wegen einem kleinen Gecko gequiekt hatte, ordentlich schmunzeln und Sam freute sich, Kira etwas abgelenkt zu haben.


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Montag, 27. Mai 2013

14. Kapitel / 3




Ihre Einkaufstüten entleerte sie auf das Bett und alles purzelte wild durcheinander. Mit einem sicheren Griff zog sie ihr neues Kleid aus dem Haufen und hängte es auf einem Kleiderbügel von aussen an die Schranktür. Die passenden Sandalen stellte sie ordentlich darunter. Was Martin wohl zu diesem Outfit sagen würde? Ob ich ihm darin gefalle? überlegte sie. Schnell sortierte sie den restlichen Einkauf und räumte alles in den Schrank. Ein Blick auf das Handy - Ladestand okay, kein verpasster Anruf - und sie holte den süffigen Moscatel aus der Minibar. Sie füllte zwei Gläser mit Eis und Wein, schnappte sich ihr Telefon und stellte alles auf den Terrassentisch. Auch Sam kam mit zwei Gläsern, sie hatte Cuba-Libre gemixt. Verdutzt guckten sich die Freundinnen an und mussten dann laut lachen. Na dann, Salud! Sam hob ihren Cuba-Libre und Kim stieß mit Moscatel mit ihr an. Samantha hatte eine spanische CD eingelegt und beide hingen eine Weile ihren Gedanken nach. Puh, ich rieche wie ein ganzes Affenhaus! stellte Sammy entsetzt fest, als sie an ihrem, vom anstrengenden Tag verschwitzten, Shirt roch. Ich springe erstmal unter die Dusche, sonst ekele ich mich vor mir selbst. Kira meinte: Ist gut, ich bleibe hier und geniesse es, einfach gemütlich da zu sitzen. Und Sam huschte in ihr Zimmer. Als Kira allein auf der Terrasse sass, wanderten ihre Gedanken sofort zu Martin und sie versuchte ihr Handy zu hypnotisieren, damit es endlich klingelt. Ein Blick zur Uhr verriet ihr, dass es kurz nach 18 Uhr war. Irgendwie beschlich sie ein ganz komisches Gefühl, ihre Handflächen wurden feucht und ihr Herz pochte vor Aufregung. Um sich zu beruhigen trank sie schnell ihr Glas leer. Aber die innerliche Unruhe liess sich nicht vertreiben. Kira schob es darauf, dass sie sich auf Martins Anruf so sehr freue. Ungeduldig wartete sie, aber das dumme Ding von Mobiltelefon gab noch nicht einmal einen kleinen Pieps von sich. Eine halbe Stunde später tauchte Sam wieder auf. Sie roch angenehm frisch und hatte sich bequem angezogen. Blaugemusterter Wickelrock, weisses T-Shirt und Flip Flops. Die Haare hingen ihr feucht um den Kopf und kringelten sich wie kleine Schlangen. Kira bemerkte, dass Sam unwahrscheinlich braun geworden war und Sammy freute sich darüber. Los, geh auch duschen! Ich passe auf dein Handy auf und wenn er anruft, bringe ich es zu dir ins Badezimmer. befahl Sam und Kira überlegte. Sam hat recht. Hier zu sitzen und blöd aufs Handy zu starren bringt nichts. Wenn er anruft, bin ich wenigstens schon geduscht und zur Not innerhalb von zehn Minuten umgezogen, falls er ohne vorher anzurufen auftaucht. Sie verschwand im Bad und Sam schüttelte lachend den Kopf über Kiras Ungeduld. Nach einer extrem rekordverdächtigen Dusche in punkto Schnelligkeit rief Kira laut: Und? Sam antwortete ebenso laut: Nichts! Kira zog sich Jeans und Shirt an und wickelte ein Handtuch um ihre feuchten Haare. Der Fön würde zu viel Krach machen, womöglich überhörte sie das Handyklingeln. Sie hockte sich wieder zu Sam auf die Terrasse und nippte am zweiten Glas Wein. Das Eis war inzwischen geschmolzen und der Wein verwässert. Aber Kira nahm es nicht wahr. Sie starrte zum Telefon und guckte betrübt. Sam schaute zur Uhr. Los Kira, wir gehen jetzt essen! befahl sie. Kira wollte zwar nicht, aber Samantha liess nicht locker. Kira zog sich das Handtuch vom Kopf und hängte es zum Trocknen über die Stuhllehne. Langsam entwirrte sie ihre langen Haare und schlang sie zu einem Knoten, den sie am Hinterkopf befestigte. Sam wartete ungeduldig. Als Kira endlich soweit war, hakte Sam sie unter und zog sie bis in den Speisesaal. Kira hielt ihr Handy krampfhaft in der Hand und kontrollierte, ob sie auch guten Empfang hat. Heidrun, Micha, Thomas und Katrin sassen an dem gewohnten Stammplatz und redeten über das heute erlebte. Kira und Sam setzen sich zu ihnen. Kira hatte absolut keinen Hunger und Sammy marschierte alleine zum Buffet. Warum ruft er nicht an? Dauert seine Exkursion etwa länger? Vielleicht ist sein Akku leer? Kira überlegte hin und her warum Martin sich nicht meldete und kam zu der Überzeugung, dass er ganz sicher noch anrufen würde. Sie entspannte sich bei dem Gedanken etwas und war nun in der Lage, den Gesprächen am Tisch zuzuhören. Samantha kam mit ihrem vollen Teller zurück und während sie hungrig zulangte, erzählte sie von den Fischern am Strand und dass Miguel sie später nach Rincon fahren würde. Bereitwillig zückten die Bootsausflügler ihre Geldbörsen und Sam war sehr zufrieden mit der Summe die zusammenkam. Miguel und sie würden den hilfsbereiten Leuten das Geld übergeben und hoffentlich auch ein wenig damit helfen können. Kiras Magen knurrte leise, aber sie hatte keinen Appetit. Um ihren Magen zu beruhigen, trank sie drei Gläser Fruchtsaft und das böse Knurren legte sich. Samantha verabschiedete sich bald darauf und die Anderen diskutierten, wie sie den Abend verbringen wollten. Kira entschuldigte sich, sie müsste noch am Reisebericht schreiben und ging zu ihrem Zimmer. Sicher ist sicher! dachte sie sich und hängte ihr Handy an das Ladekabel. Der Balken für die Netzversorgung zeigte vier Striche und Kira war zufrieden. Sie überlegte, ob sie jetzt wirklich mit dem Reisebericht anfangen sollte, verwarf den Gedanken aber sofort, sie fühlte sich zu unruhig. In den Tiefen ihres Koffers fand sie den Roman, den sie bisher auch noch nicht angefangen hatte. Kira setzte sich in das Bett und stopfte sich die Kissen in den Rücken. Als sie die bequemste Sitzposition gefunden hatte, begann sie den Roman zu lesen. Aber ihre Gedanken schweiften immer wieder ab und sie musste wieder von vorn anfangen. Ihr Wecker tickte leise und eintönig und Kira sah nach, wie spät es ist. 21.30 Uhr. Immer noch kein Anruf! Sie kletterte wieder aus dem Bett und hörte ihre Mailbox ab. Nichts. Vielleicht hat er eine SMS geschickt? Nein, auch nicht. Sie schaltete das Handy aus, öffnete das Gehäuse, entnahm Akku und SIM-Karte und baute es wieder zusammen. Noch einmal alles kontrollieren. Kein Anruf, keine SMS, keine Sprachnachricht. Nur die Ladekontrolle zeigte an, dass der Akku vollständig geladen sei. Kira stöpselte das Netzteil aus und legte es zurück in den Schrank. Ihr Magen begann wieder zu murren und Kira trank zwei Gläser Wasser. Diesmal half es allerdings nicht und das Hungergefühl bohrte weiter in ihr. Kira begann noch einmal mit dem Buch und versuchte krampfhaft ihre Konzentration auf die Zeilen zu lenken. Nach einer weiteren halben Stunde legte Kira das Buch zur Seite und schaltete den Fernseher ein. Sie zappte sich durch alle Kanäle, fand aber keinen Sender der ihr zusagte. Also schaute sie eine Weile CNN. Inzwischen nagte Frust an ihr und sie stöberte in der Minibar. Sie nahm die angefangene Flasche Moscatel und füllte ihr Glas. Hastig trank sie in grossen Schlucken  und schüttete auch noch den Rest der Flasche in sich hinein. Ihr wurde wohlig warm und der Magen stellte seinen Protest ein. Sie mixte sich noch einen Cuba-Libre und machte es sich auf dem Bett bequem. In ihrem Kopf bereitete sich eine weiche Wolke aus und die hochprozentige Mixtur schmeckte mit jedem Schluck besser.



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Sonntag, 26. Mai 2013

14. Kapitel / 2


Langsam taten ihnen die Füsse weh und so schlenderten sie wieder in Richtung Hafen. Kira schaute immer wieder verstohlen auf das Display ihres Handys. Aber es klingelte nicht. Martin ruft NACH seiner Tour an, hat er gesagt. Hab Geduld, er meldet sich ganz bestimmt! beruhigte sie sich selbst. Sie war voller Vorfreude auf das Wiedersehen und hätte vor Ungeduld platzen können. Neben der Busstation lud das bunte Schild einer Eisdiele zum Verweilen ein und Miguel spendierte das nachträgliche Dessert. Der Eisbecher schmeckte köstlich, aber die Hitze liess das Eis schnell schmelzen und sie mussten sich beim Löffeln ganz schön beeilen. Kira und Sam schauten sich interessiert um und beobachteten die Leute. An den Nachbartischen wurde spanisch, englisch, französisch, deutsch und in weiteren fremdartig anmutenden Sprachen diskutiert und gescherzt. Das Völkchen der Kreuzfahrer war also bunt gemischt und aus aller Herren Länder. Ach ja, eine Kreuzfahrt würde mir auch gefallen. überlegte Samantha und übersetzte ihre Worte für Miguel ins Spanische. Miguel, der inzwischen fast Affenarme bekommen hatte, bat die Mädels hier zu warten. Also hatten sie Zeit für ein Frauengespräch. Hat Martin sich schon gemeldet? fragte Sam. Und Kira erzählte ihr, dass er doch erst nach der Arbeit anrufen würde. Also musst du noch Geduld bis ca. 18 Uhr aufbringen müssen. überlegte Sam. Bis er geduscht und umgezogen ist, plus Fahrtzeit, wird er dich gegen 20 bis 21 Uhr abholen. Cool, da kannst du vorher noch mit zum Abendessen kommen! freute sich Sammy. Und wenn er mich zum Essen ausführen will? Dann bin ich schon satt und verderbe ihm den Spass. hielt Kira dagegen. Ach, warte einfach ab bis er anruft, dann kannst du ja immer noch nachkommen. entschied Samantha. Gerade bog Miguels Auto um die Ecke und die Beiden sammelten ihre Tüten ein und verließen das Eiscafe. In einem kleinen Fischerdorf hielt Miguel direkt am malerischen Strand noch einmal an. Er wollte fangfrischen Fisch kaufen und sie begutachteten den auf sauberen Planen ausgelegten Fang des Nachmittages. Miguel nannte ihnen die Namen der farbenfrohen Meeresbewohner und die jungen Frauen betrachteten sie interessiert. Es gab Thunfisch, verschiedene Buntbarsche, rote Meerbrassen, Barben und schillernde Papageifische zu bestaunen. Auch ein grosser Calamar gehörte zur Ausbeute. Miguel handelte eine Weile scherzend und lachend mit dem jeweiligen Verkäufer und packte seinen Einkauf in einen extra dafür vorgesehenen Eimer im Kofferraum. Sam und Kira beguckten sich inzwischen die Fischerboote und konnten kaum glauben, dass ein paar davon überhaupt noch seetüchtig waren, so alt und verschlissen wie das Holz aussah. Sie beobachteten ein weiteres Boot, das mit seinem Fang den Strand anvisierte. Sie staunten nicht schlecht, denn das Boot wurde von vier starken Männern mit Rudern bewegt, ganz ohne Motor. Auf der Weiterfahrt berichtete Miguel, dass das Leben der Fischer nicht einfach und auch gefährlich ist. Vielen fehlt einfach das Geld, um die Boote ordentlich zu warten oder einen teuren Motor zu kaufen. Also fahren sie mit ihren altersschwachen Kähnen, oft nur von Muskelkraft angetrieben, aufs Meer hinaus. Wenn sie von einem plötzlichen Sturm überrascht werden, passiert es manchmal, dass ein Boot nicht zurückkehrt. Kira und Sam schwiegen erschreckt, so hatten sie sich das Leben der Fischer nicht vorgestellt! Und es erinnerte sie daran, den Fischern in Rincon die Belohnung für ihre Rettung zukommen zu lassen. Miguel versprach, mit Sam am Abend hinzufahren und die Mädels fühlten sich gleich ein kleines bisschen besser. Miguel half den Beiden beim Ausladen ihrer Einkäufe und verabschiedete sich von Kira. Seine Sam würde er am Abend wie versprochen abholen. Kira schaute auf die Uhr und jubelte innerlich: Es ist schon 17 Uhr, Martin wird sich bald melden! Eilig strebte sie zu ihrem Zimmer, so dass Sammy kaum hinterherkam. Ich verstaue mein Zeug und danach können wir ja zusammen auf der Terrasse sitzen. schlug Sam, völlig ausser Puste an ihren Zimmertüren angekommen, vor. Kira rief: Okay, bis dann! und verschwand eilig in ihrem Zimmer. Sie überprüfte den Akkustand des Handys und legte es auf den Tisch in der Zimmermitte. Sie war total aufgeregt und freute sich auf den erwarteten Anruf.


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Samstag, 25. Mai 2013

14. Kapitel / 1




Ungeduldiges Warten

Die Rückfahrt im Taxi verging zügig und Kira konnte sich später beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Sie war gedanklich immer noch bei Martin und liess den Abend mit ihm immer wieder Revue passieren. In der noch verbleibenden Nacht träumte sie, dass Martin um ihre Hand anhielt und morgens wachte sie mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht auf. Als das Haustelefon klingelte, dachte sie voller Freude, dass es Martin sei. Aber es war Sammy, die wissen wollte, ob Kira Lust auf einen Einkaufsbummel in Santa Barbara de Samanà hätte. Das ist eine super Idee! rief Kira und Sam meinte sie soll sich fix anziehen. In 10 Minuten hole ich dich zum Frühstück ab. Miguel hat heute frei und das Auto seines Vaters. Er will uns gerne die Stadt zeigen. freute sich Sam. Kaum hatten sie das Frühstück beendet, erschien Miguel und begrüsste die Mädels. Guten Morgen, ihr Hübschen! sagte er langsam, aber in gut verständlichem deutsch. Samantha erzählte Kira, dass Miguel unbedingt deutsch lernen will und dass sie jeden Tag ein bisschen üben. Kira war echt beeindruckt. Miguel lud die beiden Mädels in den blitzblank geputzten Wagen und sie fuhren in die nun schon bestens bekannte Richtung. Unterwegs hörten sie eine Aventura-CD und unterhielten sich lebhaft. Als sie in die Stadt hineinfuhren, deutete Miguel nach links und sie sahen einen Ozeanriesen vor Anker liegen. Einige kleinere Boote fuhren zwischen Anleger und Kreuzfahrtschiff hin und her, um die Masse an Touristen in die kleine Stadt zu schaffen. Sam und Kira waren erstaunt von der Grösse des Schiffes, so gross hatten sie sich einen Kreuzfahrer nicht vorgestellt. Miguel parkte das Auto in einer kleinen Seitenstrasse in der Nähe des Hafens. Langsam schlenderten alle drei über den Malecòn (Hafenpromenade). Dort reihten sich etliche Verkaufsstände mit Souvenirs, Kleidung, Schmuck, Gemälden und vielem mehr, aneinander. Mit Baströcken bekleidete und weiss bemalte Männer führten Tänze der Ureinwohner auf und von allen Seiten drangen Trommeln und Livemusik herüber. Miguel, dem das Alles nichts Neues war, schmunzelte über seine Begleiterinnen, denn Sam und Kira blieben alle paar Schritte stehen und hatten vor Begeisterung ganz rote Gesichter. Gern liess er den Beiden ihre Freude und unterhielt sich inzwischen mit Bekannten. Dann kaufte er kalte Getränke und sie legten auf einer Bank sitzend eine kurze Pause ein. Fasziniert beobachteten die drei das bunte Treiben. Sie verließen den Malecòn und wanderten an den hübschen pastellfarbenen Häuschen des Pueblo Principe entlang. Kira entdeckte das Tourismusbüro und ihr kam eine Idee. Wartet bitte mal auf mich, ich gehe da kurz rein. rief sie und als sie gleich darauf wiederkam, hatte sie einen Packen Broschüren unter dem Arm. Für meinen Reisebericht. erklärte sie der fragend blickenden Samantha. Nun muss es ja was werden! lachte Sam und sie gingen gemächlich weiter. Miguel wollte wissen, was die Damen kaufen möchten und brachte sie zu den entsprechenden Geschäften. Sam konnte es nicht lassen und kaufte sich schon wieder Schuhe. Kira fand in einer kleinen Boutique ein schickes zweiteiliges Kleid und probierte es an. Das nehme ich, dachte sie, wenn ich mit Martin den Abend verbringe, muss ich ja gut aussehen. Sam begutachtete ihre Freundin und befand es ebenfalls für gut. Genau richtig um Martin zu gefallen. Versicherte sie Kira. Also schob Kira ihre Pesos über den Verkaufstresen und bekam dafür eine Tüte mit dem Kleid. In einem weiteren Schuhladen (also Sammy, meinst du nicht das reicht langsam?) fielen Kira ein paar todschicke Sandaletten in der gleichen Farbe ihres neuen Kleides auf. Sie probierte die Schuhe an und kurzentschlossen kaufte sie die zierlichen Dinger. Der arme Miguel bekam langsam richtig zu tun, denn als perfekter Gentleman liess er es sich nicht nehmen, die Einkaufstaschen zu tragen. Zum Mittagessen kehrten sie in ein urgemütliches Restaurant mit bequemen Bambusmöbeln ein. Miguel bestellte für alle drei eine gemischte Fisch- und Meeresfrüchteplatte mit Beilagen und diese Spezialität des Hauses schmeckte hervorragend. Sie waren anschliessend total satt und verzichteten auf ein Dessert. Nach dem Essen besuchten sie den Markt. Es wimmelte nur so von Menschen und Miguel passte gut auf, um seine beiden Begleiterinnen nicht zu verlieren. Hier fand Kira für ihre Freundin Babsi ein schickes T-Shirt und für ihre Mutter verschiedene Gewürze. Auch Samantha kaufte Gewürze und für ihre Freundinnen ein paar Kleinigkeiten.



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Freitag, 24. Mai 2013

13. Kapitel / 4



Du trägst keine Unterwäsche. stellte er mit tiefer belegter Stimme leise in ihr Ohr flüsternd fest. Kira wurde feuerrot und war froh, dass er es nicht bemerken konnte, weil sie ihr Gesicht an seinem Hals verbarg. Er streichelte sie weiter und Kira spürte durch den dünnen Stoff ihres Kleides die Wärme seines Körpers. Ihre harten Brustwarzen drückten durch die Seide und die Luft um sie herum schien erotisch aufgeladen. Seine Lippen fuhren verführerisch an der zarten Haut ihres Halses entlang und er bedeckte jeden Zentimeter mit zart saugenden Küssen. Kiras Körper reagierte sehr stark auf Martins Zärtlichkeiten und sie fühlte eine Hitzewelle durch ihr Innerstes rasen. Unbemerkt hatte er sie tanzend in Richtung Vorderdeck geführt und nur zwei weitere Paare wiegten sich hier schmusend und völlig versunken zur Musik. Martin lehnte sich mit dem Rücken an die Reeling und zog Kira wieder fest an sich. Er löste ihr kunstvoll aufgestecktes Haar und es fiel in sanften Wellen über ihre Schultern. Er vergrub sein Gesicht in den weichen Strähnen und sog ihren verführerischen Duft ein. Kiras Finger strichen über seinen Rücken und ihre Fingernägel fuhren dabei leicht kratzend über den Stoff seines Hemdes. Er stöhnte leise auf und dann küsste er Kira auf den Mund. Er küsste sie heiss, leidenschaftlich und drängend. Kira spürte seine Hände auf ihren hinteren Rundungen und er presste sich hart gegen sie. Sie stand nun völlig in Flammen und erwiderte seine gierigen Küsse. Eine Hand fand den Weg zu ihrem Dekollete und er streichelte genüsslich die zarte Haut ihrer stark erregten Brustwarze.  Vorsichtig schob er den Stoff darüber zur Seite, senkte seinen Kopf  und strich mit der Zunge über ihr Igelschnäuzchen. Kira stöhnte lustvoll auf, als er zärtlich daran saugte und leckte. Wieder küsste er leidenschaftlich ihren Mund und streichelte sie fordernd. Kira sehnte sich mit jeder Faser ihres Körpers nach ihm. Dann hielt er sie auf Armeslänge von sich weg und zog ihren verschobenen Ausschnitt wieder gerade. Er räusperte den dicken Kloss im Hals weg und sagte rau: Entschuldige bitte, das war keine gute Idee. Jeder kann uns sehen. Ich wollte dich wirklich nicht in Verlegenheit bringen. Dabei strich er ihr zerzaustes Haar glatt. Kira fühlte eine tiefe Enttäuschung aufsteigen, sagte aber: Du hast recht, Zuschauer sind auch nicht unbedingt mein Ding. und lächelte ihn etwas gequält an. Er führte sie wieder zu ihren Plätzen und ging, neue Getränke zu holen. Kira atmete die laue Nachtluft tief ein und langsam schlug ihr Herz wieder in einigermassen normalem Tempo. Sie schaute sich um und bemerkte, dass das Schiff bereits Richtung Hafen segelte. Sammy kam zu ihr und neckte sie: Muss Liebe schön sein, wenn man eure Leidenschaft beobachtet, könnte man richtig neidisch werden! Ihre Schmuserei war also nicht unbemerkt geblieben und Kira fühlte sich ertappt. Sam beruhigte sie: Da ist doch nichts dabei, Sex ist der schönste Zeitvertreib den es gibt! Ich bin so froh, dass Miguel noch mit zu mir kommt, sonst würde ich es nicht aushalten. Die beiden grinsten sich wissend an und als Miguel und Martin mit vollen Gläsern bei ihnen ankamen, war alles wieder im grünen Bereich. Bis zum Anlegen plauderten sie locker und die eingeladenen Freunde bedankten sich bei Martin überschwänglich für die schöne Nacht. Als sie an der Marina auf ihr Taxi warteten, zog Martin Kira aus dem Lichtkegel der Laterne und küsste sie noch einmal langsam und voll süsser Leidenschaft auf den Mund. Hast du morgen Abend Zeit für mich? fragte er mit verführerischem Glitzern in den Augen. Kira strahlte ihn an und nickte. Es gibt niemanden mit dem ich den Abend lieber verbringen würde! flüsterte sie. Gut, ich rufe dich an, sobald meine Tour beendet ist. Übrigens, zu wissen, dass du unter dem dünnen Stück Stoff völlig nackt bist, hat bei mir eine Sicherung durchbrennen lassen. Und dein Muttermal würde ich zu gerne suchen und erforschen Ich darf gar nicht daran denken, sonst kann ich mich nicht mehr zusammenreissen! Schnell zog er sie ein letztes Mal an sich und küsste sie kurz und hart. Schlaf schön und träume gut! Dann verschwand er zu Fuss in Richtung Stadt.



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