Sonntag, 5. Mai 2013

8. Kapitel / 3


Jetzt hatte Jeder eine Stunde zur freien Verfügung und konnte in den zahlreichen Boutiquen und Geschäften nach Herzenslust einkaufen. Kira und Samantha bummelten durch die Strassen und betrachteten fasziniert das farbenfrohe Treiben um sie herum. In einem kleinen Schuhgeschäft entdeckte Sam schicke hochhackige Sandalen und geriet ganz aus dem Häuschen, denn die Schuhe entsprachen absolut dem neuesten Schrei in den einschlägigen Modemagazinen. Die Antwort auf ihre Frage nach dem Preis liess sie rote Wangen bekommen und vor lauter Freude jubelte sie lauthals heraus. Der Verkäufer freute sich sehr über die interessante Kundin und schleppte Kartons mit Sandaletten in allen möglichen Farben und Formen heran, alle in Sammys Grösse. Kira amüsierte sich köstlich über die kindliche Freude ihrer Freundin und gab ihr gute Ratschläge bei der Auswahl. Sam konnte sich beim besten Willen nicht entscheiden und zum Schluss verliess sie das Geschäft mit einer Riesentüte und drei verschiedenen Paar Sommerschuhen. Der Verkäufer hatte für sie einen Spezialpreis gemacht und noch ein schickes Handtäschchen, als Bonus quasi, dazugegeben. Samantha war restlos begeistert und hätte quietschen können vor lauter Freude. Nun mussten sich die Beiden beeilen, um rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen. Anhand der vielen Einkaufstüten war unschwer zu erraten, dass die Anderen ähnlich erfolgreich ihr Geld hatten umsetzen können. Im Bus wurde langsam der Platz eng und Kira der Platz zwischen Fahrer und Beifahrer zugewiesen. Und der Beifahrer war natürlich Martin! Die Fahrt zum “Playa Coson” dauerte nur knapp 10 Minuten und Martin erklärte unterwegs: “Der Strand “Playa Coson” ist über 14 Kilometer lang und mit seinem türkisblauen Meer, dem feinen schneeweißen Sand und den unzähligen Kokospalmen zählt er zu einem der schönsten Strände der Karibik.” Das glaubten die Urlauber gern, denn der Strand erschien unendlich weitläufig und die paar Menschen die sich dort tummelten wirkten fast etwas verloren. Kira und Sam suchten sich ein lauschiges einsames Plätzchen im Schatten einer Palme und breiteten die mitgebrachten Strandtücher aus. Schnell streiften sie sich die Sachen ab und rannten um die Wette zum Wasser. “Ich hätte nie geglaubt, dass es immer noch schöner werden kann!” rief Kira, bevor sie ins erfrischende Nass abtauchte. Lange Zeit plantschten sie im Meer herum und fielen dann erschöpft auf ihre Handtücher. Blinzelnd öffnete Kira die Augen, als sie etwas am Fuss kitzelte. Es war Martin, der für die Mädels Aqua de Coco besorgt hatte. Erfreut erfrischten sie sich mit dem kühlen Getränk. Martin hatte es sich inzwischen auf seinem Handtuch zwischen ihnen bequem gemacht. “Wer zuerst am Wasser ist!” rief er und spurtete schon los. Die Mädels rannten hinter ihm her, konnten ihn aber nicht mehr einholen. Vergnügt alberten die drei herum und die beiden Mädchen tauchten Martin so oft sie ihn zu fassen bekamen unter. Völlig außer Puste erholten sie sich anschließend auf ihrem Schattenplätzchen. Kira musterte interessiert den entspannt neben ihr liegenden Mann. “Dachte ich mir doch gleich - gut ausgeformtes Sixpack…” schoss ihr durch den Kopf und sie lächelte in sich hinein. Wie er da so lag, braungebrannt mit hellsträhnigen nassen Haaren und der schwarzen Badeshort, spürte sie das unbändige Verlangen ihn zu berühren. Hastig sprang sie auf und ging noch einmal baden. Als sie langsam zurückging, stützte sich Martin auf die Ellenbogen und musterte Kira von oben bis unten genüsslich. Der einteilige Minikini sass wie eine zweite Haut und schmiegte sich weich um ihre, zwar etwas klein geratenen, aber wunderbar festen Brüste. Unter seinem Blick wurden ihre Brustwarzen hart und drückten durch den dünnen Stoff. Sie betete, dass er es nicht mitbekommt und fühlte sich völlig nackt und seinen prüfenden Blicken preisgegeben. Sie erwartete direkt eine anzügliche Bemerkung seinerseits. Aber er sagte nur neckend zu ihr: “Das gute Hotelessen scheint dir gut zu bekommen. Du siehst jetzt viel fraulicher aus und die paar Pfündchen mehr stehen dir ungemein gut.” Erklärend fügte er hinzu: “ Ich mag keine Hungerhaken und Rundungen an den richtigen Stellen muss eine Frau einfach haben.” Kurz darauf ging Martin los, um seine Schäfchen für die Rücktour einzusammeln und Kira weckte die leise schnarchende Samantha. Die Rückfahrt verlief ruhig, die Urlauber dösten und hingen ihren Gedanken über den erlebnisreichen Tag nach. Kurz vor Santa Barbara de Samanà liess Martin den Fahrer abrupt anhalten, sprang aus dem Van und verschwand kurz in einem Gebüsch, er hatte eine Bewegung registriert und ahnte, was es sein würde. Für die Gäste wirkte es so, als müsse er einmal austreten. Aber Kira bemerkte, als er kurz darauf wieder einstieg, einen kleinen Gegenstand oder so in seinem eingewickelten Safarihemd. Leise, damit niemand etwas hörte, fragte sie ihn was er denn da verbirgt. Martin schaute sich im Bus um und als keiner der Mitfahrenden Interesse zeigte, liess er Kira einen Blick auf das kleine Bündel werfen. Sie sah einen winzig kleinen Hundewelpen, der stark zitterte und kaum noch etwas von dem gelben Fell an seinem ausgemergelten Körperchen hatte. Eine unförmige riesige Beule verunstaltete das kleine Köpfchen. Kira erschrak bei dem traurigen Anblick und musste mehrmals heftig schlucken. Vorsichtig fuhr sie dem kleinen Kerl mit zwei Fingern über den Rücken. “Sie ist voller Flöhe und sehr schmutzig.” warnte Martin, aber Kira waren Flöhe und Dreck so etwas von egal in diesem Moment und zärtlich streichelte sie weiter das kleine Hundemädchen. “Was machst du mit ihr?” fragte sie ihn flüsternd. “Es sieht nicht gut aus für die kleine Lady, ” antwortete er traurig. “Ich steige in Santa Barbara de Samanà aus und bringe sie zu Jutta und Jasmin. Mutter und Tochter, auch Deutsche. Sie kümmern sich liebevoll um jedes Tier das Hilfe benötigt. Ich hoffe sehr, dass der Kleinen hier noch geholfen werden kann. Ich würde mich ja gerne selbst um sie bemühen, aber durch meinen Job fehlt einfach die Zeit dafür.” erklärte er bedauernd. In der Stadt angekommen, hielt der Mini-Van am Markt an und Martin verabschiedete sich scheinbar fröhlich von seinen Gästen. Zu Kira gewandt sagte er: “Übermorgen um 10 Uhr, ich freue mich auf dich!” Der Bus fuhr wieder an und Kira schaute so lange es ging Martin und seinem Findelkind hinterher. 



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Samstag, 4. Mai 2013

8. Kapitel / 2


Als der Van durch Santa Barbara de Samanà rumpelte, kam Martin zu Kira und zeigte auf die Brücke vom Festland zu der kleinen Insel hinüber. “Hast du übermorgen ein paar Stündchen Zeit, dass ich dich über die Brücke führen kann? Versprochen ist versprochen.” raunte er ihr zu. Kira, die sich wegen der missratenen Begrüssung etwas schämte, erwiderte genau so leise: “Ja Martin, ich habe Zeit und würde mich wirklich freuen, wenn du mir die Brücke zeigst.” dabei lächelte sie ihn an und er machte Nägel mit Köpfen und legte, bevor Kira es sich anders überlegen konnte, fest: “Ich hole dich übermorgen punkt zehn Uhr an der Rezeption ab. Zieh dir stabile Schuhe an, manche Stellen können nur kletternd überwunden werden.”  Nach einiger Fahrtzeit hielt der kleine Bus auf dem Parkplatz des botanischen Gartens. Über dem Eingang prangte der Name des Parkes: “Ecotopia”. Sam lachte glucksend: ”Ich komme mir vor wie am Eingang zu Jurassic Park!” Eine junge Mitarbeiterin des botanischen Gartens übernahm die Führung und die Gruppe tauchte in den tropischen Regenwald ein. Es gab unzählige interessante Gewächse zu bestaunen. Die Blütenpracht war einfach unbeschreiblich. Schmetterlinge und einheimische Papageienarten vervollständigten das Ambiente und die Besucher staunten und freuten sich über jede Kleinigkeit die es zu entdecken gab. Am Ende der Führung erklärte die junge Frau, dass die Touristen hier Blumen und Pflanzen erwerben können, die sie mit nach Hause nehmen dürfen. Eigentlich ist die Ausfuhr von Pflanzen verboten führte sie aus, aber hier würde zu jedem Exemplar ein Zertifikat ausgestellt, das die Ausfuhr gestattet. Freudig nahmen die Urlauber das zur Kenntnis und kauften daraufhin fleißig ein. Auch Kira erstand eine wunderschöne Strilitzie für ihre Mutter Karin. Als nächster Punkt der Tagesordnung ging die Fahrt zu einem schnuckeligen Restaurant auf Stelzen, das direkt am Meer liegt und von dem man, auf der Terrasse sitzend, praktisch die Füsse ins Wasser strecken könnte. Als alle an nebeneinander stehenden Tischen ihren Platz eingenommen hatten, riet Martin den Gästen, ein typisch dominikanisches Menü zu bestellen. Einstimmig wurde der Vorschlag begrüsst und Martin übernahm für die gesamte Gruppe die Bestellung. Martin hatte sich den Platz zwischen Sam und Kira auserbeten und unterhielt die beiden mit lustigen Storys aus seinem Berufsleben. Als Vorspeise gab es eine dominikanische Festtagssuppe. Die Hauptbestandteile sind Fadennudeln, Kartoffeln, Rindfleisch und frischer Kerbel. Nach anfänglicher Skepsis bestätigten Alle den guten Geschmack. Frisch geraspelter Weisskohl mit einer grossen Tomatenscheibe als Garnitur, mit Salz, Pfeffer, Sesamöl und Essig abgeschmeckt, wurde als Salat gereicht. Das Hauptgericht war Reis mit Kokosmilch, Guandoules mit Karotten und gebackenes Hähnchen in Limettenmarinade. Es schmeckte den Gästen vorzüglich, auch wenn es für europäische Gaumen recht exotisch anmutete. Eine schokobraune dickflüssige Masse mit runden Keksen und vielen Rosinen garniert, stellte das Dessert dar. Martin erläuterte, dass diese sehr beliebte Nachspeise aus Yucca-Wurzeln und Kakaoschoten zubereitet wird. Kira schmeckte auch diese Speise gut, obwohl sie die in der Süssspeise enthaltenen Kartoffelstücke aussortierte und an den Tellerrand schob. Satt und gut gelaunt brachen die Ausflugsteilnehmer zur Shopping-Tour in die Ortsmitte von Las Terrenas auf. 

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Freitag, 3. Mai 2013

8. Kapitel / 1



Eindrücke und Erkenntnisse

Nach wenigen Stunden riss Kira der kleine Reisewecker aus dem Tiefschlaf. Um ein Haar hätte sie sich umgedreht und weiter geschlafen, doch ein Gedanke blitze durch ihren Kopf und erinnerte sie daran, dass sie und Sammy sich für den heutigen Ausflug nach Las Terrenas eingetragen hatten. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihr, dass wieder traumhaftes Wetter werden würde. Schnell hüpfte sie aus dem Bett und unter die Dusche. Im Exkursionsablauf war auch ein Ausflug an den Strand geplant und Kira entschied sich für ihren smaragdgrünen super-sexy Minikini, der so gut zu ihren grünen Katzenaugen passte. Das hellgrüne Hängerkleidchen darüber und fertig war ihr Tagesoutfit. Ihre Haare band sie zu einem geflochtenen Zopf, den sie sich über die linke Schulter warf. Fix packte sie ein Handtuch, Wechselbikini, Kamera und Geldtasche in ihre bunte Badetasche, dann klopfte sie Samantha aus den Federn. Ganz verschlafen öffnete sie der Freundin die Tür. Als sie sah, dass Kira schon ausgehfertig war, fiel die Müdigkeit schlagartig von ihr ab und in zehn Minuten war auch sie geduscht und angezogen. Beim Frühstück schwärmte Sam vom gestrigen Abend und vor lauter Begeisterung hätte sie fast ihre Kaffeetasse umgeworfen. Kira fragte nach Miguel und Sammy wurde noch einen Tick euphorischer: “Kira, es ist der absolute Wahnsinn! Wir harmonieren in ALLEN Lebenslagen, so etwas habe ich vorher noch nie erlebt.” Kichernd fügte sie hinzu: “ Der Sex mit ihm ist so was von… Hammer, ich denke manchmal, dass ich vor lauter Lust sterben könnte. Hast du schon einmal multiple Orgasmen erlebt?” wollte sie von Kira wissen. Ramòn servierte gerade frischen Kaffee und strahlte die jungen Frauen dabei fröhlich an. Das verschaffte Kira Gelegenheit nicht antworten zu müssen, aber Sam liess so schnell nicht locker und schoss ihre nächste Frage ab: “ Du und Carlos, habt ihr jetzt schon mal miteinander geschlafen? Ist er gut darin?” Kira verschluckte fast ihren Apfel und rang um Luft und Fassung. Es schien zwecklos die Frage nicht zu beantworten, Sammy würde ja eh keine Ruhe geben. Also erwiderte sie wahrheitsgemäss: “Gestern wäre es fast passiert. Er war überaus zärtlich und gefühlvoll zu mir und es war auch total schön. Aber irgendetwas hat mich im letzten Moment gestört und ich hatte plötzlich keine Lust mehr. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so richtig verliebt in ihn bin…”
Samantha überlegte kauend eine Weile und fragte dann: “Das kann gut möglich sein. Hast du vielleicht einen anderen Typen in deinem kleinen Hasenherzchen? Richtig liiert bist du doch nicht, was ist also gegen guten Sex einzuwenden?”
“Da ist was wahres dran” sinnierte Kira, blieb der Freundin aber eine Antwort schuldig. Stattdessen mahnte sie zum Aufbruch und die Freundinnen gingen zur Haltestelle der Transferfahrzeuge. Sam zählte insgesamt sechs weitere Ausflugsteilnehmer. Passend zur geringen Anzahl der Ausflügler hielt ein Mini-Van neben dem Grüppchen. Sammy stupste Kira mit dem Ellenbogen an und deutete mit dem Kopf in Richtung Van. Kira drehte sich um und sah, dass kein geringerer als Martin eben das Fahrzeug verliess. “Der schon wieder.” sagte sie zu Sam, aber insgeheim fühlte sie Freude in sich aufsteigen. Martin begrüsste die anderen Gäste und kam eiligen Schrittes zu ihnen. Er nahm Kiras Hand in seine beiden Hände und lächelte sein umwerfendes Lächeln. “Kira, ich freue mich wirklich sehr dich zu sehen. Du siehst umwerfend gut aus! Du wirst von Tag zu Tag hübscher!” Kira befreite ihre Hand und sagte: “Hallo Martin, ich bin erstaunt dich zu sehen. Ich dachte, du machst nur den Walausflug?” Eine dunkle Wolke huschte über sein Gesicht und merklich kühler gab er zurück: “Elouis ist krank geworden, ich vertrete ihn nur heute.” er wandte sich von ihr ab  und begrüsste Samantha. Dann bat er alle einzusteigen und der Minibus setzte sich in Bewegung. “Warum in aller Welt bist du so eklig zu Martin? Ich finde ihn total süss und außerdem ist er sehr nett zu dir gewesen. Willst du darüber reden?” forschte Sammy. Kira schüttelte den Kopf und schaute angestrengt aus dem Fenster. Während der Fahrt erzählte Martin allerlei lustige Anekdoten und wies die Mitfahrenden auf besonders sehenswerte Objekte links und rechts der Strasse hin.

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Donnerstag, 2. Mai 2013

7. Kapitel / 3



„Wollen wir im Meer schwimmen?“ Kira, die außer zwei Gläsern Champagner, lieber auf Alkohol verzichtet und  Saft getrunken  hatte, wurde ganz mulmig bei der Vorstellung, dass Carlos und sie splitterfasernackt zusammen im Wasser sein würden. Ein Schauer der Erregung lief ihr über den Rücken und Carlos fragte, ob ihr kalt sei. Dankbar griff sie das als Ausrede auf und vertröstete ihn auf ein anderes Mal. Carlos legte sich halb auf sie und raunte: „Ich wärme dich, gleich wird dir heiss.“ Er küsste sie leidenschaftlich und schickte seine Hände auf Wanderschaft. Er streifte ihr die Träger des Kleides von den Schultern und streichelte zärtlich ihre nackte Haut. Im Kleid waren Cups eingearbeitet die das Tragen eines BHs unnötig machten. Dieser Umstand erleichterte Carlos die Anstrengung und er entblösste Kiras Brüste, indem er das Kleid bis zur Taille hinabschob. Er lehnte sich nach hinten und betrachtete ihren halbnackten Körper mit vor Leidenschaft funkelnden Augen eingehend. „Du bist so schön, so wunderschön.“ murmelte er und küsste ihre sich schmerzhaft vor Lust aufrichtenden Igelschnäuzchen. Er streichelte, küsste und saugte und Kira wand sich lustvoll unter ihm. Lasziv streichelte er ihren nackten Bauch und die andere Hand fuhr an ihrer Oberschenkelinnenseite langsam in Richtung Körpermitte. Dabei küsste er sie unaufhörlich und sie fühlte sich als würde sie verbrennen. Seine suchenden Finger berührten ihren Slip und behutsam begann er, ihr diesen auszuziehen. In diesem Moment raschelte es im nahen Gebüsch und Kira erschrak. Sie hielt seine Hand fest, raffte ihr Kleid über ihre Brüste und sagte leise: „Bitte nicht.“ Er schaute sie mit  kläglichem Blick an, half ihr aber beim Überstreifen der Kleiderträger. „Es war nur eine Maus.“ versuchte er zu beruhigen, aber Kira liess sich nicht beirren. Sie wusste selbst nicht so genau, warum sie plötzlich so etwas wie Schuld empfand, aber ihr war die Lust vergangen. Carlos, der spürte, dass sie sich zurückzog, stand auf und half ihr auf die Füsse. Er nahm sie in den Arm und sagte leise zu ihr: „Lass dir so viel Zeit wie du brauchst. Ich empfinde so viel mehr als nur Verliebtheit für dich, ich kann warten bis du für mich bereit bist.“ er strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn und flüsterte: „Komm Seesternchen ich bringe dich zu deinem Zimmer.“ Dankbar lächelte sie ihn an und wortlos geleitete Carlos sie bis zu ihrer Zimmertür. Er nahm sie in den Arm und küsste sie zum Abschied. Dabei fühlte sie wieder seine harte Männlichkeit und beinahe tat es ihr nun leid, die leidenschaftliche Zweisamkeit zerstört zu haben. „Schlaf gut und träume süss!“ verabschiedete er sich und ging in den sich schon rötenden Morgen. Kira stand an die Tür gelehnt und schaute ihm nach, bis er um eine Wegbiegung verschwand. Seufzend ging sie in ihr Zimmer und lag kurze Zeit später in ihrem gemütlichen Bett und fiel in einen traumlosen Schlaf.

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Mittwoch, 1. Mai 2013

7. Kapitel / 2


Glücklicherweise wurde die Vorsuppe serviert und die strapazierten Muskeln konnten ausruhen. Alle ließen sich die leckeren Speisen schmecken. Zum Essen wurden verschiedene sehr gute Weine gereicht, die das Geschmackserlebnis perfekt abrundeten. Als es Zeit für die Nachspeise wurde, hatten fast alle heimlich den Hosenbund gelockert. Kira war heilfroh, dass sie an diesem Abend ein weit schwingendes Kleid angezogen hatte, es schmeckte einfach zu gut, um der Figur willen aufzugeben. Sie hatte den Früchteteller mit den unterschiedlichen Schokoglasuren gewählt. Als der vor ihr stand, traute sie sich gar nicht davon zu essen, so hübsch sah das kunstvoll arrangierte Dessert aus. Lange konnte sie jedoch nicht widerstehen und probierte eine riesige Erdbeere mit Bitterschokoladenüberzug. Geniesserisch schloss sie die Augen und ihre Zunge und der Gaumen erlebten ein geschmackliches Feuerwerk. „Schaut euch mal den Himmel an!“ rief Katrin und alle legten den Kopf in den Nacken und betrachteten das Firmament. Im tiefen Samtschwarz strahlten Millionen funkelnder Sternensplitter und der Mond leuchtete in einem satten gelb-orange und sah aus wie eine auf den Bauch gedrehte Apfelsinenscheibe. Angesichts der unendlichen Weite fühlten sich die Betrachter winzigklein. Inzwischen hatten sich alle vom Tisch erhoben und standen dicht am Ufer des leise an den Strand rollenden Meeres. In den Büschen zirpten die Grillen und zwischen den Bäumen tanzten Glühwürmchen. Trotz der vorgerückten Stunde war es wunderwarm warm und der Zauber der karibischen Nacht nahm sie gefangen. „Es ist so schön, ich könnte heulen vor Glück!“ Heidrun drückte aus, was alle in diesen Momenten fühlten. Als die Pärchen sich küssten, tauchte Carlos hinter ihr auf und nahm Kira zärtlich in die Arme. Wortlos drückte er sie fest an sich und küsste sie sinnlich. Heidrun, von der Stimmung überwältigt, bedankte sich für die Geschenke und die schönste Geburtstagsfeier ihres Lebens. Zu Micha gewandt erklärte sie: „Du bist das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte und ich möchte mich für deine unendliche Liebe bedanken. Ich warte seit zwei Wochen schon auf einen geeigneten Moment und nun ist der perfekte Zeitpunkt gekommen…“ sie machte eine Pause und vor lauter Spannung schien die Luft zu knistern „In ein paar Monaten werden wir zu dritt sein!“ Michas Kehle entrang sich ein undefinierbarer Laut und er kniete sich vor Heidrun in den immer noch warmen Zuckersand. Er nahm Heidruns Hand und bebend fragte er sie „ Heidrun Charlotte Schmidt, möchtest du meine Frau werden? Ich werde versuchen dir Zeit meines Lebens ein liebender Ehemann und fürsorglicher Vater für unsere Kinder zu sein. Ich habe nur einen Wunsch auf dieser Welt: bitte heirate mich!“ Heidrun, ihrerseits nun völlig überwältigt, flüsterte: „Ja, ich will deine Frau und Mutter deiner Kinder werden!“ Sie küssten sich leidenschaftlich und die Anderen, die emotionsgeladen und voller Spannung auf die Antwort gewartet hatten, brachen in Jubel aus und klatschten stürmisch Beifall. Ein Kellner trug in diesem Moment eine riesige Geburtstagstorte mit etlichen brennenden Wunderkerzen zu der Gruppe. Das Timing war einfach perfekt. Aus der Geburtstags- war eine Verlobungstorte geworden! Wer wollte bekam duftenden Kaffee dazu und obwohl alle eigentlich randvoll satt waren, blieb nur ein kleiner Rest von dem leckeren Gebäck übrig. Die Stimmung war ausgelassen und freudig erregt. Da die Fackeln langsam herunterbrannten, ging in den umstehenden Bäumen die elektrische Beleuchtung, in Form von bunten Lichterketten, an. Carlos, der Kiras Hand nicht mehr losgelassen hatte, flüsterte ihr zu: „Komm Seesternchen, tanze mit mir.“ Kira streifte die Sandalen von den Füssen und tanzte mit Carlos zu einem Romantik-Song barfuss im weissen Sand. Die anderen Pärchen machten es ihnen nach und sie tanzten bis in die frühen Morgenstunden. Samantha und Miguel waren die Ersten, die sich mit der Begründung, dass Miguel arbeiten muss, verabschiedeten. Beide strahlten über alle vier Backen und bedankten sich bei Heidrun und Micha für das wunderbare Fest. Langsam löste sich die Runde auf und auch Kira und Carlos machten sich eng umschlungen auf den Weg. Carlos führte sie auf einem anderen Pfad, als den sie gekommen waren und nach ein paar Minuten erreichten sie den Strand, der hier schon wieder ganz anders aussah. Das weiche Gras unter den Palmen reichte fast bis ans Wasser und Carlos liess sich ins duftende Grün fallen. Er zog Kira zu sich herunter und sie landete halb auf ihm liegend. „Ich habe den ganzen Tag nur an dich gedacht. Du hast mir gefehlt.“ sagte er mit rauer Stimme zu Kira.

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