Donnerstag, 18. April 2013
3. Kapitel / 4
Und dann sah Kira endlich das Meer vor sich und blieb stumm vor Entzücken stehen, denn was sie sah war malerisch schön: das saftige Grün des Rasens ging in schneeweißen Puderzuckersand über und das türkisfarbene Meer lief in sanften Wellen leise plätschernd am flach abfallenden Strand aus. Zum Wasser hin sich beugende Kokospalmen standen in unterschiedlich grossen Abständen am gesamten Beach und der Himmel darüber war von einem klaren Azurblau. “Der Himmel ist so blau, dass man …hineinbeissen möchte!” rief Kira strahlend aus. Vor lauter Verzückung war ihr kein besseres Wort für einen Vergleich eingefallen. Sammy lachte sich halb scheckig über diesen etwas seltsamen Ausspruch, aber sie konnte absolut verstehen, was Kira damit ausdrücken wollte und gab ihr lautstark recht. Um sich von der ungewohnten Intensität der Sonne nicht verbrennen zu lassen, legten sich Kira und Sam in den Schatten einer grossen Palme auf die bereitstehenden Sonnenliegen und sparten auch nicht mit Sonnenschutz. Der Strand war fast menschenleer, nur zwei ältere Paare lagen etwas entfernt in der Sonne und ein paar dominikanische Kinder spielten im Wasser. Für Kira, die ihren neuen blau-grün gemusterten sexy Bikini angezogen hatte, gab es jetzt kein Halten mehr und sie rannte los und liess sich kopfüber ins angenehm warme Wasser des Meeres fallen. Samantha, die schon am Vortag das Baden im Atlantik genossen hatte, folgte ihr etwas langsamer. Aber auch sie liess sich seufzend vor Glück ins Meerwasser gleiten. Gemeinsam genossen sie das fast badewasserwarme salzige Nass und fühlten sich dabei wie Kinder, wie glückliche, ausgelassene Kinder. Später ließen sie sich von der wohligen Wärme der Sonne trocknen und rekelten sich träge auf ihren Liegen. “Hola Senoritas” dieser Gruss riss sie abrupt aus ihrer Schläfrigkeit und liess die Beiden hochgucken. Um gegen die Sonne besser schauen zu können, mussten sie die Hand über die Augen legen. Vor ihnen stand ein junger Mann, Mitte zwanzig vielleicht, mit einer Haut wie dunkler Milchkaffee, in kurzen khakifarbenen Shorts, weissem Achselshirt und bunten Stoff-Flip-Flops an den Füssen. Lässig schob er seine Sonnenbrille hoch in das kurzgeschnittene krause, schwarze Haar und lächelte die Mädels mit dunkelbraunen blitzenden Augen strahlend an. Er sagte etwas auf spanisch zu ihnen und Kira schaute fragend zu Samantha, weil sie leider gar nichts verstehen konnte. “Wir sollen gut aufpassen, dass uns keine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Angeblich sterben hier an fallenden Kokos mehr Menschen als im Strassenverkehr.” Erschrocken schaute Kira zum Wipfel der Palme hoch, konnte aber keine Kokosnüsse ausmachen. Der junge Mann schien sich köstlich zu amüsieren. “Glaubst du was der sagt?” fragte sie Sam und diese meinte: “Na ja, dem Dieter Bohlen ist wohl im Karibik-Urlaub auch so etwas passiert. Den hat eine fallende Kokosnuss am Kopf gestreift, daraufhin hatte er eine Gehirnerschütterung.” Jetzt war es Kira die sich vor lauter Lachen kaum noch halten konnte und Sam musste einfach auch losprusten.
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Mittwoch, 17. April 2013
3. Kapitel / 3
Danach
kam sie zu dem interessanteren Teil und stellte anhand von Videoprojektion
verschiedene Ausflüge vor. Kira staunte was es hier auf der kleinen Halbinsel
alles für, meist natürliche, Sehenswürdigkeiten zu entdecken gab. “Für Sie, Frau Kramer, sind die Exkursionen natürlich
kostenlos und ich empfehle Ihnen, sich am Besten noch mal genau über die Ziele
in meinem ausliegenden Buch zu informieren. Sagen Sie mir bitte Bescheid, wenn
Sie etwas Passendes für sich gefunden haben.” Und zu allen Anderen gewand: “Ich bleibe noch bis nach dem Mittagessen hier im Hotel
und Sie können ihre Ausflüge sofort bei mir buchen.” Damit war das Briefing beendet und Kira ging zurück
zu ihrem Hotelzimmer. Unterwegs traf sie einen Gärtner beim Heckenschneiden und
grüsste ihn fröhlich. Galant brach er eine wunderschöne Blüte für sie ab und
steckte sie ihr ins Haar. “Also wirklich, die Herren der Schöpfung reissen
sich hier fast ein Bein für die Damenwelt aus.” sinnierte die blumengeschmückte Kira. In ihrem Zimmer
angekommen, schaute sie sich erst einmal genauer um und befand es für sehr hübsch.
Das Zimmer hatte einen eigenen Eingang und war einfach, aber sehr geschmackvoll
eingerichtet. Auf dem grossen Doppelbett lag eine Dekoration aus Blüten und Blättern
in Form von sich küssenden Schwänen und auf dem Tisch stand ein grosser Korb
mit herrlichen Früchten mit den besten Willkommensgrüssen von der Direktion.
Kira freute sich sehr darüber. Da sie bisher noch nicht dazu gekommen war, räumte
sie erst mal ihre Sachen aus dem Koffer in den grossen Wandschrank und richtete
sich gemütlich ein. Unterdessen erschien Samantha auf der Terrasse und begehrte
Einlass. “Ich ziehe mir nur schnell meine Badesachen an, dann
können wir zum Strand gehen.” meinte Kira und verschwand flink im Badezimmer.
Auf ihrem Weg durch die weiträumige, parkähnlich angelegte Hotelanlage blieben
die jungen Damen immer wieder stehen um die Schönheit der tropischen Pflanzen
zu bewundern. Hinter einer rot blühenden Malvenhecke öffnete sich plötzlich der
Blick auf die schön gestaltete Poollandschaft. “Hier ist es so toll, ich bin total hin und weg.” flüsterte Kira. Aber viel Zeit zum Staunen blieb
nicht, denn von der Poolbar näherte sich ein Mann in tadellos sitzendem
dunkelblauen Anzug, der sich als Manager des “Paradiso” vorstellte. Er fragte die Beiden, in sehr gutem
Deutsch mit leichtem Akzent, nach ihrem Befinden und ob sie mit ihren Zimmern
und dem Hotel zufrieden seien. Das wurde dankend bestätigt und Senor Ramirez
geleitete Sam und Kira zur Bar um ihnen einen speziellen Willkommensdrink zu
kredenzen. Danach verabschiedete er sich entschuldigend, um noch weitere neu
angekommene Gäste zu begrüssen. “Cool, das nenne ich mal einen Super-Service!” meinte Sam und Kira konnte nur bestätigend nicken,
denn sie liess sich den leckersten Fruchtdrink den sie je probiert hatte,
bereits schmecken. Zum Glück bestand der Cocktail nur aus verschiedenen Fruchtsäften
und war ohne Alkohol, denn die Sonne strahlte von einem wolkenlosen Himmel und
die Temperatur um diese Uhrzeit war schon nahe an 30 °C. Nach dieser
unerwarteten Pause ging es weiter zum nahen Strand.
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Dienstag, 16. April 2013
3. Kapitel / 2
Unterwegs begegneten ihnen lauter nette Leute, Gäste und Angestellte und alle grüssten freundlich und mit herzlichem Lachen. Kira fühlte, dass sie sich hier sehr wohl fühlen würde. Das Restaurant war zwar gross, aber sehr schön aufgeteilt mit mehreren Säulen, hübschen Pflanzenarrangements und geschickt verteilten Buffetaufbauten. Die Tische und Stühle standen locker in Grüppchen beieinander. Das gesamte Mobiliar war aus dunklem Rattangeflecht und die dicken Stuhlauflagen weich gepolstert und mit hellem Stoff bezogen. Alles wirkte sehr gemütlich. Sam war schon losgeeilt um sich den Teller vollzupacken. Es gab die leckersten Sachen und Kira wusste gar nicht wo sie beginnen sollte mit der Auswahl. Sie entschied sich dann für frisch gerösteten Toast, Ananas-und Kirschmarmelade, goldgelbe Butter und etwas von dem leckeren Schinkenaufschnitt. Inzwischen war auch Sam mit ihrem Teller zufrieden und balancierte ihn vorsichtig, damit der Berg nicht ins Rutschen geriet, vor sich her. Beeindruckt von der Menge die ihre neue Freundin sich aufgetan hatte, begann Kira ihren Toast zu verzehren. Ein überaus gutaussehender junger Kellner, dessen Namensschild am Revers der Weste ihn als Ramón auswies, kam zu ihnen an den Tisch und begrüsste die jungen Damen mit zahlreichen spanischen Komplimenten. Kira, die keinen Mucks von dem Redeschwall verstanden hatte, schaute nur verständnislos drein. “Er findet dein langes goldblondes Haar einfach bezaubernd und deine grünen, katzengleichen Augen haben es ihm total angetan. Kurz und gut, er ist verliebt in dich und möchte dich heiraten!” Sammy prustete los als sie sah wie verdattert Kira guckte. Der junge Mann schaute erwartungsvoll auf die Beiden und war etwas enttäuscht, als Sam für sich und Kira nur Kaffee und Orangensaft bestellte. Schnell war er mit dem gewünschten zurück am Tisch. Aber da keine der Frauen seine Offerten ernst nahm, musste er wohl oder übel wieder abziehen. “Sag mal Sammy, sind die Männer hier alle so schnell mit Liebesschwüren?” Die Angesprochene nickte nur und machte grosse Augen, zum Sprechen war der Mund einfach zu voll. Kira staunte, als Sam ihren Teller tatsächlich bis auf den letzten Krumen leergegessen hatte. “Wo isst diese zierliche Person nur solche Mengen hin?” überlegte sie. Aber Sammy stieß sie mit dem Ellenbogen an und deutete auf das Obstbuffet. “Los ein bisschen Obst muss jetzt einfach noch sein.” Kira liess sich überzeugen und war sehr überrascht über den herrlichen Geschmack der Früchte. So intensiv hatten Bananen, Melonen, Trauben und Mandarinen in Deutschland noch nie geschmeckt! “So und nun?” überlegte Samantha laut: “Was wollen wir heute Schönes anstellen? Oder hast du schon Pläne gemacht für den Tag?” “Um 10.30 Uhr ist die Informationsveranstaltung meines Reiseunternehmens, da möchte ich gerne teilnehmen. Aber danach bin ich völlig frei. Obwohl, der lange Flug steckt mir noch in den Knochen und ich würde heute am liebsten nur ausruhen. Am Pool vielleicht? Nein, lass uns am Meer relaxen!” Sam zeigte sich einverstanden und Kira machte sich auf den Weg zum Briefing. Ein Teil der grossen Lobby war zu diesem Zweck abgeteilt worden und Kira zählte insgesamt 12 Gäste die auf den Beginn der Infoveranstaltung warteten. Kurz darauf erschien Nadine und zwei Kellner trugen Tabletts mit lecker aussehenden Drinks herein. Nachdem die Repräsentantin alle Urlauber sehr herzlich im “Paradiso” willkommen geheißen hatte, bat sie Frau Kira Kramer zu sich nach vorn und stellte sie den anderen Gästen als Gewinnerin des Preisrätsels vor. Alle klatschten und Kira wäre am liebsten in ein Mauseloch gekrochen, denn jede Art von öffentlichem Interesse an ihrer Person war ihr überaus unangenehm. Nadine, die das glücklicherweise zu bemerken schien, ging prompt zur normalen Tagesordnung über und erklärte den Reisenden die Gegebenheiten im Hotel.
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Montag, 15. April 2013
3. Kapitel / 1
Erste Begegnungen
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Samstag, 13. April 2013
2. Kapitel / 4
Das Essen
verlief glatt und ohne weiteren Zwischenfall und danach breitete sich eine dämmrige
Ruhe im Passagierraum aus. Die meisten Mitreisenden gönnten sich ein Nickerchen
und auch Kira schlief bald wieder ein. Sie konnte zum Glück gut schlafen und so verging die Zeit recht
angenehm. Nach fast 10 Stunden machte sich die Boeing zum Landeanflug auf den
Zielflughafen Samaná - El Catey bereit und Kira war froh, das Flugzeug wieder
verlassen zu können. Den anderen Passagieren erging es ähnlich, denn kaum war
die Maschine zum Stillstand gekommen, brach wieder Hektik aus und Alles drängelte
zum Ausgang. Und dann war es endlich soweit: Kira betrat zum ersten Mal in
ihrem 25 Lenze zählenden Leben die República Dominicana. Es war ein tolles Gefühl
und sie lächelte vergnügt in sich hinein. “Na,
Sie haben wohl gerade rosarote Elefanten vorbeitraben sehen oder warum sonst
gucken Sie so verträumt?”
Martin liess es sich nicht nehmen, sie zu piesacken, aber Kira liess den blöden
Spruch einfach an sich abprallen und schenkte dem Absender nur einen
vernichtenden Blick. Aber der war schon mit seinem Köfferchen in Richtung
Ausgang unterwegs. Nachdem Kira endlich ihren Koffer vom Laufband gezerrt
hatte, strebte auch sie in freudiger Erwartung dem Freien entgegen. “Wow!” entfuhr es
ihr, als sie das recht kleine Flughafengebäude verliess und in die samtweiche
dominikanische Nacht hinaustrat. So viele Palmen! Und die Luft roch und
schmeckte so anders, so aromatisch und angenehm warm. Der Nachthimmel war mit
unzähligen Sternenpünktchen übersät und sah wunderschön aus. Sie hörte Musik
und sah lauter gutgelaunte Menschen - für Kira war dieser Moment des Staunens
ein tiefgehendes Erlebnis. Eine nett aussehende Frau kam auf sie zugeeilt und
fragte: “Sind
Sie Frau Kramer? Kommen Sie bitte, unser Bus zum Hotel steht dort drüben
bereit!”
Ein charmanter dunkelhäutiger Mann nahm ihr den Koffer ab und so blieb Kira
keine Zeit mehr, die ersten Eindrücke der dominikanischen Nacht zu geniessen.
Auch Martin stand schon am Bus und unterhielt sich angeregt mit dem Fahrer. Als
Kira vorbeiging, sagte Martin gerade etwas auf spanisch zu ihm und beide Männer
lachten schallend. Als die Fahrt begann,
stellte sich die nette Frau als Nadine und Repräsentantin des Reiseunternehmens
vor. Sie erzählte kurz etwas über die Fahrtroute und in welcher Reihenfolge man
die einzelnen Hotels anfahren würde. Dem entnahm Kira, dass sie bis zum letzten
Aussteigehalt mitnahren würde. Schade nur, dass man in der Dunkelheit nicht
viel von der vorbeihuschenden Landschaft sehen konnte. Nach relativ kurzer
Fahrtzeit hielt der Transferbus im Städtchen Santa Barbara de Samaná, wie
Nadine erklärte, an und nur Martin stieg aus. Er wünschte allen Reisenden einen
superschönen Urlaub und sprang aus dem Fahrzeug. Als der Reisebus an ihm
vorbeifuhr winkte er Kira zu und schickte ihr eine Kusshand zum Abschied. Kira
entfuhr ein Seufzer, insgeheim hatte sie gehofft, dass Martin auch bei ihr im
Hotel untergebracht sein würde. Nun war sie doch ein ganz klein wenig enttäuscht.
Der neugierige Olli fragte Nadine warum der Mann denn nicht mit zum Hotel fährt.
Breitwillig erklärte Nadine, dass er hier in Santa Barbara de Samaná wohnt, der
Guide für bestimmte Touren ist und nur zum Urlaub in Deutschland war. Kira
staunte, denn sie hatte angenommen, dass der Martin auch als Tourist unterwegs
war. Wirklich bedauerlich, denn nun würde sie den Kerl bestimmt nie
wiedersehen! Das erste Hotel war erreicht und ihre Aufmerksamkeit richtete sich
auf das Aussteigen der Gäste. Auch Olli nebst genervter Mama stiegen hier aus
und Kira war nicht unbedingt traurig darüber. Mit Kindern hatte sie einfach
noch nie etwas am Hut. Nach knapp zwei Stunden Fahrtzeit erreichten die letzten
Mitfahrenden endlich ihre Unterkunft in Las Galeras: das Vier-Sterne-Hotel mit
dem schönen Namen “Paradiso”. Viel bekam
Kira in dieser Nacht nicht mehr mit, denn sie war jetzt nur noch kaputt und müde.
Glücklicherweise ging das Einchecken zügig vonstatten, so dass sie binnen
kurzer Zeit ins Bett kriechen konnte und sofort fest einschlief.
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