Montag, 1. Juli 2013

23. Kapitel / 4


Dann wandte sie sich mit todunglücklichem Gesichtsausdruck Carlos zu und beiden war die Kehle wie zugeschnürt und Keiner von ihnen brachte noch ein Wort heraus. Sie fielen sich in die Arme und der Abschiedskuss wurde bittersüß und beide fühlten Tränen in den Augen brennen.
Schnell drehte sich Carlos um und Kira ging widerstrebend hinter die Absperrung.
Aus der Entfernung beobachtete Carlos sie traurig und sie winkte ihm ein letztes Mal zu.
Als Kira gerade ihre Bordkarte zur Kontrolle abgab, ertönte hinter ihr ihr Name. Sie drehte sich schnell um und glaubte, ihren Augen nicht zu trauen. Durch die Menge der Wartenden bahnte sich tatsächlich Martin einen Weg zu ihr. Aber wie sah er nur aus! Sein rechtes Bein steckte der ganzen Länge nach in einem Gipsverband und sein Kopf war auch weiss bandagiert, ausserdem humpelte er im Eiltempo an Krücken auf sie zu. Kira wühlte sich unsanft durch die Nachdrängenden und traf an der Absperrung mit Martin zusammen. Er schlang hurzerhand beide Arme um sie und sein Kuss fiel ziemlich heftig aus. Dann versuchte er Kira schnell die Situation zu erklären und Kira verstand, dass er in der Nacht ihres Katamaran-Ausfluges einen Unfall hatte, operiert werden musste und das Hospital seither nicht verlassen durfte, dass sein Handy beim Unfall kaputtging und er krampfhaft versucht hatte, sie im Hotel zu erreichen. Ausserdem hatte das Hotel ihm eine falsche Abflugzeit genannt, so dass er auch heute leider zu spät dran war. Er kramte ein Stück Papier und einen Kugelschreiber aus seiner Hosentasche und schrieb in Windeseile ein paar Zeilen darauf. Er wickelte einen kleinen Gegenstand in den Zettel und schob ihn Kira, die wie verdattert dastand, in die Hosentasche. Das Abflugpersonal zerrte schon an Kira und schnell gab sie Martin einen letzten flüchtigen Kuss, bevor sie im Laufschritt zum Flieger gebracht wurde.

Kira war total überrumpelt von der Situation und das Personal hatte echte Mühe sie in den Flieger zu bugsieren. 



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Sonntag, 30. Juni 2013

23. Kapitel / 3


Dann nahm er ihr Gesicht in seine beiden Hände und küsste sie unsagbar zärtlich und sanft. Kira war völlig überwältigt und versprach ihm leise, dass sie zu ihm kommen würde. Die drei Worte die er so gerne aus ihrem Mund hören wollte, brachte sie allerdings nicht über die Lippen und Carlos Herz zog sich vor Enttäuschung schmerzhaft zusammen. “Gut, mein Seesternchen braucht noch Zeit, ” dachte er sich “aber ich werde um sie kämpfen und sie wird mir, mir ganz alleine gehören und dann lasse ich sie nie wieder los!” schwor er sich insgeheim.
Kira hätte die drei verflixten Worte so gerne zu ihm gesagt, aber sie war sich über die Tiefe ihrer Gefühle immer noch nicht ganz im Klaren und eine Lüge würde sie in so einer wichtigen Frage niemals aussprechen können. Sie fühlte sich sehr stark zu Carlos hingezogen, war wahrscheinlich doch verliebt in ihn und der Sex mit ihm war einfach gigantisch und berauschend, aber war das genug um von Liebe zu sprechen? Hatte sie Angst von ihm enttäuscht zu werden? War es die Ungewissheit einer Fernbeziehung, die sie so unsicher sein liess? Fragte sich Kira immer wieder und leider brachte sie das auch keinen Schritt weiter.
Kira sah, dass Carlos ungemein darunter litt und nun nahm sie sein Gesicht behutsam in beide Hände und küsste ihn lange und hingebungsvoll. Dabei dachte sie: “Ich bin verrückt nach ihm und auch total verknallt. Warum kann ich ihm das  nicht einfach sagen? Wovor habe ich bloss so wahnsinnig Angst?“ Und er drückte sie an sich und liess sie erst wieder los, als sie den Bus am Flughafen angekommen, verlassen mussten.
Wie immer ging es hier hektisch zu und die Beiden hatten kaum mehr Gelegenheit um ihre kleinen Zärtlichkeiten auszutauschen.
Carlos der den Flughafen Samanà - El Catey gut kennt, machte sich auf und besorgte einen Kaffee und kalte Limonade für Kira.

Als alle eingecheckt hatten, gingen Kira und Carlos noch ein bisschen auf dem Gelände spazieren und Carlos zeigte und erklärte ihr das etwas komplizierte System des Airports. Als ihr Flug endlich aufgerufen wurde, verabschiedete sich Kira von Nadine und bedankte sich nochmals für den gelungenen Urlaub. 



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Samstag, 29. Juni 2013

23. Kapitel / 2


Nun fuhren sie durch Santa Barbara de Samanà und Kira guckte verträumt zur Brücke von Samanà und dachte einen Moment lang an Martin. Sie seufzte tief und glücklicherweise ahnte Carlos dieses Mal nichts von ihren Gedanken. Kira strich behutsam über ihre Seestern-Kette und versuchte krampfhaft, Martin ganz aus ihren Gedanken zu streichen.
Carlos küsste ihre Fingerspitzen und sie betrachtete mit zärtlichem Gesichtsausdruck sein markantes, sehr männliches, Gesicht.
Er hatte ihr auf ihre Bitte hin ein paar gute Fotos von sich gegeben, da Kira ihrer Kamera nicht so ganz traute und Carlos hatte etliche Fotos von ihr auf seinem Handy gespeichert. So ausgerüstet hofften Beide, sich nicht zu vergessen, obwohl das bei Keinem von ihnen wohl passieren würde. Zu tief sassen die gemeinsamen  Eindrücke und Erlebnisse.

Carlos, der wusste, dass sie in Kürze das Flughafengelände erreichen würden, schaute Kira ernst in die Augen und sprach zu ihr: “Seestern, Kira, ich liebe dich sehr! Bitte gib mir die Chance, dir zu zeigen, wie ernst es mir mit dir ist. Du kannst über Alles mit mir reden und wenn es irgendein Problem geben sollte, werde ich versuchen, dir zu helfen. Ich möchte, dass du sehr bald wieder zu mir kommst und sobald du weisst, wann du kommen kannst, schicke ich dir das Ticket oder wenn es dir lieber ist das Geld dafür.” Kira wollte protestieren, aber Carlos hielt ihr mit einer Hand zärtlich den Mund zu. “Bitte, Liebste, lass mich aussprechen. Du, nur du allein bist mir wichtig und ich würde mein letztes Hemd hergeben, nur um dich baldmöglichst wiederzusehen. Glaube mir, nie war mir etwas so ernst, wie du es mir bist und ich werde Alles tun, um dich immer glücklich zu machen. Ich liebe dich so sehr!”



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Freitag, 28. Juni 2013

23. Kapitel / 1


Abschied von Samanà

Aus der Lobby hörten sie die scharrenden und klappernden Geräusche von Menschen im Aufbruch und Carlos küsste Kira ein letztes Mal intensiv und leidenschaftlich. Kira klammerte sich an ihm fest und fühlte plötzlich, dass sie für Carlos doch mehr als nur lauwarme Gefühle empfand.
Dann schob er sie durch den Vorhang und als Letzte bestiegen sie den wartenden Transferbus. Carlos kannte den Busfahrer und seine Bitte mitfahren zu dürfen, wurde gerne erfüllt. Auch Reiseleiterin Nadine war wieder mit von der Partie und begrüsste die zur Abfahrt bereiten Urlauber in fröhlichen Tonfall. Schnell zählte sie die Anwesenden und verglich ihre Listen. Dann gab sie das Signal zur Abfahrt und die Busse rollten langsam vom Hotelgelände. Kira schaute so lange es ging zurück auf das “Paradiso” und das Herz wurde ihr unsagbar schwer. Sie war froh darüber, Carlos neben sich zu haben, denn er drückte ihr verständnisvoll die Hand und zog ihren Kopf an seine Brust. Wahrscheinlich ahnte er, dass Kira im Moment weder reden wollte noch konnte und er begnügte sich damit sie tröstend zu umarmen.
Nadine kam und wollte Kira fragen, ob der Urlaub angenehm für sie war, aber als sie sah, dass das junge Mädchen wie ein Häufchen Unglück in ihrem Sitz hockte, verbiss sie sich ihre Fragen und lächelte ihr nur aufmunternd zu.
Nadine wunderte sich insgeheim sehr, denn erst gestern hatte eine junge Frau wie Kira genauso unglücklich dagesessen und der junge Mann der sie begleitet hatte, hatte Rotz und Wasser geheult. “Ach ja, die Liebe…” dachte Nadine und befragte weiter ihre anderen Gäste über den erlebten Urlaub aus.
Kira schaute aus dem Fenster und Alles kam ihr so wunderbar vertraut vor. Als sie am Anleger der Fähre zur Cayo Levantado vorbeifuhren, musste sie an gestern denken und sie lächelte Carlos traurig an. Wissend zwinkerte er ihr zu und liess seine Finger über ihren Oberschenkel gleiten.
Um Kira abzulenken, erzählte er ihr ein paar lustige Storys aus dem Hotelalltag aus Sicht eines Angestellten und Kira, die seine tiefe angenehme Stimme sehr gern hörte, lachte über seine Geschichten.

Ihr fiel etwas ein und so fragte sie Carlos, woher er eigentlich so gut deutsch spricht. Carlos überlegte eine Sekunde und meinte dann, dass er eine Abendschule besucht und den Rest von deutschen Gästen im Hotel gelernt hatte. Kira fand das sehr beeindruckend und sie überlegte, ob sie wieder in Deutschland nicht einen Spanisch-Kurs an der Volkshochschule belegen sollte. 



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Donnerstag, 27. Juni 2013

22. Kapitel / 3


Als sie es kaum noch ertragen konnte, drehte sie Carlos auf den Rücken und liebkoste ihn nun ebenso intensiv. Carlos stöhnte und krallte seine Hände in das Laken und Kira begab sich über ihn und nahm ihn langsam in sich auf. Als sie sich der gemeinsamen lustvollen Erfüllung näherten, richtete er seinen Oberkörper auf und sie klammerte sich an seinem Rücken fest, während er das Tempo erhöhte und sie sich ihm entgegenpresste. Dann hoben beide zu einem wahren Höhenrausch ab und jede Zelle in ihren Körpern schien zu explodieren. Eng umschlungen gaben sie sich dem Flug zu den Sternen hin und alles um sie herum versank im Nichts. Schwer atmend lag Carlos später auf dem Rücken und Kira lag halb auf ihm. Seine eine Hand ruhte auf ihrer Brust und die andere lag zwischen ihren Schenkeln. So schliefen sie beide ein und nach zwei Stunden Tiefschlaf wurde Kira durch das Streicheln seiner Hände an den geparkten Stellen geweckt. Eigentlich wollte sie schnell unter die Dusche, aber seine Hände fanden ihre erregbarsten Stellen und Kira gab sich wieder dem wonnevollen Genuss hin. Carlos gebot Kira sich nicht zu bewegen und dann schenkte er ihr besonders beglückende Momente. Langsam und zärtlich liebte er sie und Kira schwebte wieder davon. Als der Wecker unerbittlich klingelte, mussten sie ihr Liebesspiel beenden, denn der Flieger würde bestimmt nicht auf Kira warten. Carlos fiel es unendlich schwer sich von ihr zu lösen und Kira musste ihn zum Aufbruch drängen. Als er endlich sein Hemd überstreifen wollte, sah Kira, dass sie ihm in ihrer Ekstase tiefe blutige Kratzer auf dem Rücken zugefügt hatte. Kira erschrak und entschuldigte sich dafür bei ihm. Carlos lachte aber nur und küsste sie schon wieder: „Wo gehobelt wird fallen doch bekanntlich Späne…“ meinte er und Kira dachte, dass er nun auch ein Andenken an sie hatte, wenn auch nur für einige Tage, bis die Wunden verheilt waren. Als er endlich gegangen war, musste sich Kira beeilen und duschte sich in Rekordzeit. Danach stürmte sie ins Frühstücksrestaurant und traf ihre vier Freunde doch noch an. Kira bemerkte, dass sie völlig ausgehungert war und holte sich eine extragrosse Portion Eier und gebratenen krossen Speck. Der heisse Kaffee weckte ihre Lebensgeister und nach dem ausgiebigen Essen fühlte sie sich wohlig gestärkt. Als sie den Weg durch den Garten zurück zu ihrem Zimmer nahm, verabschiedete sie sich von den ihr lieb gewordenen Hühnern, deren Küken schon erstaunlich gewachsen waren, sie gab dem netten Gärtner, der sich mit einem Orchideenzweig bedankte, ein schönes Trinkgeld und auch die fleissigen Zimmermädchen bedachte sie mit einigen Scheinen. Traurig geworden setzte sie sich ein letztes Mal auf ihre Terrasse und konnte nur mit Mühe den brennenden Abschiedsschmerz herunterwürgen. So fand sie Carlos und als er sie an seine Brust zog um sie zu trösten, kullerten doch noch ein paar Tränen aus ihren Augen. Sie schaute zu ihm auf als er ihr sein Taschentuch reichte und Kira sah es auch in seinen Augen verdächtig glitzern. Dass Carlos auch noch zu Heulen anfing, konnte sie absolut nicht gebrauchen und entschlossen machte sie sich von ihm frei, um ihren Koffer und die gut verpackte Strilitzie für ihre Mutter Karin zu holen. Carlos nahm ihr Gepäck und Kira liess einen letzten Blick durch ihr gemütliches Zimmer der letzten zwei Wochen wandern. Dann drehte sie sich rasch um und marschierte eilig vor Carlos her. In der Lobby trafen sich alle Abreisenden und Kira hatte ein de ja vù vom Vortag. Sie checkte aus und bedankte sich auch an der Rezeption für den schönen Urlaub. Juanita, die diensthabende Rezeptionistin, wirkte ein wenig pikiert, aber Kira hatte keine Ahnung warum und dachte auch nicht weiter darüber nach. Sie ging zu Carlos zurück und sah in seinen Augen, dass auch er unheimlich traurig und unglücklich war. Kira fühlte sich zunehmend unwohl in ihrer Haut, was wohl auch an den langen Jeans, den geschlossenen Schuhen und dem Halbarm-T-Shirt lag, dass sie heute trug. Denn in Deutschland war es viel kälter als hier und Kira konnte nicht gut in Shorts und Top in die Kälte reisen. Ihre dicke Jacke, die jetzt auf dem Koffer lag, kam ihr angesichts der herrschenden Temperaturen, absolut überflüssig vor und Kira hätte gerne für immer darauf verzichtet. Carlos zog Kira hinter einen langen Vorhang und hier, vor den Blicken der Leute geschützt, nahm er sie noch einmal in seine starken Arme und bedeckte ihr Gesicht mit unzähligen Küssen. „Bitte, mein heiss geliebtes Seesternchen, melde dich wenn du wieder zu Hause bist!“ flehte er und Kira versprach es hoch und heilig. Er erfragte zum wohl hundertsten Mal, ob sie auch  seine Telefonnummern und die E-Mail-Adresse richtig notiert hatte und dann küsste er sie nur noch und Worte wurden überflüssig. 



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