Donnerstag, 6. Juni 2013

17. Kapitel / 2


Du bist jetzt nicht sauer? fragte Kira Sammy. Du dumme Nuss! Warum sollte ich denn sauer sein? Miguel holt mich gegen Mittag ab und in der Zeit bis dahin kann ich ganz gemütlich meinen Koffer packen. Dabei kann ich Hektik nicht gebrauchen. Du siehst, ich komme ganz gut ohne dich aus! Sam knuffte Kira und setzte hinzu: Wenigstens ein paar Stunden…” Die Beiden lachten und Kira verabschiedete sich von ihrer Freundin, sie wollte sich schnell noch umziehen. Weil es wieder ein heisser Tag werden würde, zog Kira bequeme weisse Shorts, eine luftige hellgrüne Bluse und flache Gladiatorensandalen an. In das kleine Handtäschchen steckte sie Kamera, Handy und Geld. Ausnahmsweise verspürte Kira Lust sich ein wenig zu schminken und so tuschte sie ihre Wimpern und betonte ihre Lippen mit herrlich nach Himbeeren duftendem Lipgloss. Ein Blick in den Spiegel verriet ihr, dass sie hübsch aussah und zufrieden band sie ihre Haare zu einem hohen Pferdeschwanz zusammen. So, nun war sie perfekt gestylt für eine Citytour. Vor dem Hotel schaute sie sich um, konnte Carlos aber nicht entdecken. Kira, Süsse! Hier drüben! rief er und winkte ihr zu. Kira schaute verwundert, sie hätte nicht erwartet Carlos mit einem scheinbar nigelnagelneuen BMW Geländewagen zu sehen. Etwas verwirrt ging sie zu ihm hinüber. Als er ihren kritischen Blick sah, lachte Carlos: Keine Angst, ich habe mir den Wagen nur ausgeliehen. Dabei hielt er ihr galant die Autotür auf und half ihr beim Einsteigen. Kira machte es sich in dem weissen Ledersitz bequem und beäugte etwas schüchtern das Innenleben des schicken Wagens. Wenn ich mit so einer schönen Frau unterwegs bin, muss auch das Auto passen. bemerkte er, als er hinter dem Lenkrad Platz nahm. Du siehst heute wieder sehr schön aus! stellte er fest und küsste ihre Fingerspitzen. Langsam rollten sie vom Hotelgelände. Im Wageninneren war es, dank guter Klimaanlage, angenehm kühl. Kira dachte bei sich: Ja, so lässt es sich aushalten. und begann die Fahrt zu geniessen. Bis Nagua fuhren sie auf einer vielbefahrenen Landstrasse und kamen nicht allzu schnell voran. Aber kurz vor Nagua begann die neue Autobahn und nun liess Carlos die Pferdchen laufen. Er erklärte Kira Alles was sie im Vorbeifahren sahen und Kira hörte sehr interessiert zu. Ab und an wurde die rasche Fahrt durch Mautstellen unterbrochen, aber nach eineinhalb Stunden erreichten sie schon die Vororte der Hauptstadt. Schau dort links, das ist die karibische See. Wies er Kira auf das sich an Felsen brechende Meer hin. Und dann sah Kira die Skyline von Santo Domingo und war mächtig beeindruckt. Allerdings war der Verkehr mörderisch und Kira hielt sich öfter die Augen zu, wenn die Fahrzeuge scheinbar regellos wild durcheinander flitzten. Ich könnte hier nie Auto fahren! rief sie und Carlos schmunzelte darüber. Man gewöhnt sich daran, es sieht nur so schlimm aus. beruhigte er sie. Aber Kira sass stocksteif in ihrem Sitz und hielt sich krampfhaft fest. Carlos wies Kira auf allerlei Sehenswertes hin und da Kira nun wieder mit Gucken abgelenkt war, entspannte sie sich etwas. Carlos steuerte den teuren Wagen souverän durch das ganze Gewühl und fand auch relativ schnell einen passenden Parkplatz. Als sie das Auto verließen, schlug ihnen eine regelrechte Gluthitze entgegen und nahm Kira für einen Moment die Luft. Carlos reichte ihr seinen Arm und dankbar hakte sie sich bei ihm ein. Nach wenigen Minuten verließen sie eine Strasse mit herrlichen alten Häusern und vor ihnen lag der Präsidentenpalast: ein schöner weisser Bau mit Kuppeldach in einer blühenden Grünanlage mit majestätischen Palmen. Carlos erzählte Kira ein wenig über die Geschichte des Landes und Kira fotografierte durch die Eisenstreben des Zaunes. Plötzlich ertönte lautes Pfeifen und Knattern und drei Helikopter hoben in rascher Folge direkt vom Landeplatz neben dem Palast ab. Kira gelangen ein paar gute Fotos von den Maschinen und sie freute sich. Bis auf ein paar uniformierte Wachleute gab es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen und Kira wunderte sich darüber. Schau, in dem Haus direkt gegenüber wohnt die Frau des Präsidenten. Da kann ihr Mann fix zum Mittagessen nach Hause gehen. witzelte Carlos und Kira betrachtete das hübsche Haus mit den vielen kleinen Balkonen. Scheinbar hat weder der Herr Präsident, noch seine Frau Angst vor Attentaten. überlegte Kira laut und Carlos zuckte die Schultern. Keine Bange, sie werden schon gut beschützt. antwortete er. Dann fuhren sie wieder ein Stück mit dem Wagen und Carlos erklärte Kira, dass sie nun die erste Universität Amerikas La Universidad Santo Tomàs da Aquino erreichen. Hier in der Zona Colonial (Kolonialzone) atmen die Gebäude und Strassen Geschichte und die engen Gassen und Fassaden sind noch heute voll von Legenden und Geheimnissen die seit 1492 hier erzählt werden. Zu Fuss erkundeten sie nun die ersten Gebäude die in der neuen Welt entstanden waren. Viele von ihnen beherbergen heute Museen und Carlos erwies sich wieder einmal mehr als ausgezeichneter Führer und konnte seiner Begleiterin die abwechslungsreiche Geschichte seines Landes anschaulich näherbringen. Sie besichtigten zahlreiche Ausstellungen, das Fort Ozama und statteten auch La Casa del Tostado, dem Haus der dominikanischen Familie, einen Besuch ab. Kira gefiel die Kathedrale Catedral de Santa Maria la Menor, die zwischen 1514 und 1544 erbaut wurde, besonders gut. Überall wohin man schaute gab es Kunst und Architektur vergangener Zeiten zu entdecken und Kira kam sich vor wie auf einer Reise in die Vergangenheit. Carlos, der erstaunlich viel Wissen besitzt, hatte zu fast jedem Gebäude oder auch Ruine eine kleine Anekdote parat. Bevor Kira pflastermüde werden konnte, fuhren sie zum Parque Colòn und Carlos fand eine schattige Bank unweit der Statue des Admiral Christoph Kolumbus, dem Entdecker. Er holte kalte Getränke und sie ruhten sich eine Weile aus. Magst du nun die Einkaufsstrasse Calle de Conde sehen? Ich kenne in einer Seitenstrasse ein gemütliches Restaurant mit sehr guter Küche, dort können wir zu Mittag essen. schlug Carlos vor und Kira willigte gern in den Vorschlag ein. In dem alten Gemäuer hätte Kira kein Spitzen-Restaurant vermutet, nur ein Schild baumelte über dem Eingang. Umso mehr war sie überrascht von dem stilechten Ambiente der Räumlichkeiten. Alles war aufwendig und mit Liebe zum Detail restauriert worden und durch die dicken Wände war es im Inneren angenehm kühl. Der Kellner begrüsste Carlos fast wie einen alten Freund, aber Carlos meinte, er kenne ihn nicht wirklich. Wahrscheinlich verwechselt er mich. tat er die Sache ab und Kira ärgerte sich, dass sie leider kein Wort spanisch verstehen konnte. Carlos fragte Kira, ob es ihr recht sei, wenn er die Bestellung übernimmt und Kira war gespannt, was er wohl bestellen würde. Als Aperitif wählte Carlos Margaritas. Frisches Weissbrot und eine Art Knoblauchbutter kamen dazu auf den Tisch. Kira, die inzwischen echt hungrig war, probierte sofort das Brot. Lange mussten sie nicht warten und es wurden zwei Teller mit dampfender Muschelsuppe aufgetragen. Die Suppe war ausgezeichnet und das mit Knoblauchbutter bestrichene Brot passte hervorragend dazu.


Neugierig wie es weitergeht?

Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download

Dienstag, 4. Juni 2013

17. Kapitel / 1


Schönes Santo Domingo

Am Donnerstagmorgen strahlte die Sonne wieder vom wolkenfreien blauen Himmel. Kira und Sam waren trotz der recht frühen Stunde bereits auf der Restaurantterrasse und überlegten, was sie zum Frühstück essen wollten. Carlos hatte sich in der Hauptstadt endlich wieder freimachen können und begrüsste die Kollegin, Juanita, an der Rezeption. Er fragte nach ihrer Familie und sie unterhielten sich eine Zeitlang angeregt. Dann verabschiedete er sich und wollte Kira im Restaurant suchen gehen. Die Rezeptionistin, die natürlich längst bemerkt hatte, dass Carlos auf die hübsche Rubia steht, rief ihn zurück und fragte, ob er die Blondine gleich treffen würde. Carlos bejahte das mit unschuldigem Augenaufschlag und Juanita gab Carlos einen Zettel, mit der Bitte, diese Nachricht, die gestern für sie hinterlassen wurde, an Kira zu übergeben. Das mache ich doch gerne und sofort! versicherte Carlos und winkte Juanita zum Abschied. Juanita war froh, dass Carlos ihr diesen Dienst abnahm, sonst hätte sie Kira erklären müssen, warum sie die Nachricht von gestern Morgen bisher nicht erhalten hatte. Aber gestern war zu viel los gewesen und Juanita hatte es schlichtweg vergessen Carlos suchte die Lobbytoilette auf und dort faltete er den Zettel auseinander. Mit gerunzelter Stirn las er: Meine liebe Kira, es tut mir unendlich leid, dass ich dich nicht anrufen konnte. Ich hatte einen Unfall und bin im Krankenhaus. Ich möchte dich so gerne wiedersehen und würde mich unwahrscheinlich freuen, wenn du mich hier besuchen würdest. Ein Taxi kann dich bis zum Krankenhaus in Santa Barbara de Samanà bringen. Ich liege im Zimmer 312. Natürlich übernehme ich die Kosten. Bitte, bitte komm zu mir! Ich möchte dir sagen wie sehr ich dich mag! Ich warte auf dich, Martin P.S. Streichele dein Muttermal und denke dabei an mich!  Furchtbar wütend knüllte Carlos das unschuldige Papier zusammen und steckte es in seine Hosentasche. Hinter seiner Stirn arbeitete es fieberhaft. Nach ein paar Minuten erhellte sich seine Miene: Wenn dieser verfluchte Martin im Krankenhaus ist, habe ich ja freie Bahn bei Kira! Endlich, endlich wird sie mir gehören! Dachte er und brach auf dem Weg ins Restaurant eine Rosenblüte von einem Dekogesteck. Diese Rose überbrachte er wenige Minuten später Kira und nutzte ihre Überraschung um sie zärtlich auf den Hals zu küssen. Charmant wie immer begrüsste er Samantha. Er fragte, ob er sich zu ihnen setzen darf und bestellte sich dann einen Eiskaffee. Kira war wirklich überrascht Carlos zu sehen. Was hattest du denn wichtiges in Santo Domingo zu erledigen? fragte sie und fügte Danke für deine Nachricht, so wusste ich wenigstens wo du abgeblieben bist! hinzu. Carlos entschuldigte sich hundertmal für sein plötzliches Verschwinden und erzählte etwas von seiner kranken Tante, die ihn unbedingt sehen wollte. Kira blieb skeptisch, war aber schon etwas erleichtert, nun nicht ganz allein den Tag verbringen zu müssen. Nun, meine Damen, was wollen wir heute unternehmen? fragte er gutgelaunt. Sammy sagte, dass sie und Miguel heute einen Tag zusammen verbringen werden. Carlos freute sich gleich noch mehr, als er das hörte. Besser konnte es ja nicht laufen! An Kira gewandt fragte er: Was hast du hier schon alles unternommen? Möchtest du etwas Bestimmtes gerne sehen? Kira zählte auf, was für Ausflüge sie unternommen hatten: Walwatching, Las Terrenas, Bootstour, Katamaran, Santa Barbara de Samanà und natürlich Las Galeras. Carlos tat erstaunt: Du warst noch gar nicht in Santo Domingo? Das geht so nicht - unser schönes La Capital MUSST du gesehen haben! Wenn du möchtest fahren wir heute hin und ich zeige dir Alles! Kira überlegte einen Moment, dann antwortete sie: Das wäre wirklich schön, anschauen würde ich mir die Hauptstadt schon gerne! Sehr gut! freute sich Carlos. Ich schlage vor, ihr frühstückt in Ruhe fertig. Ich muss schnell noch meinem Chef Bescheid sagen und wir treffen uns in 30 - 40 Minuten vor dem Hotel. Ist das in Ordnung für dich? Kira nickte und Carlos eilte davon.


Neugierig wie es weitergeht?

Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download

Samstag, 1. Juni 2013

16. Kapitel / 2



„Hast du ihn gefragt, ob er Kinder mit dir möchte und wie steht denn seine Familie zu dir und dem Thema?“ fragte Kira die Freundin.   Sammy überlegte einen Moment und legte dann los: „Kinder gehören hier unbedingt zu einer Familie, möglichst recht viele noch dazu. Miguel möchte auch Kinder, vielleicht nicht sofort, aber in absehbarer Zeit auf jeden Fall. Das ist okay, denn zwei Kinder, gerne Junge und Mädchen, hätte ich auch irgendwann einmal. Sein Vater mag mich total, er hätte es am liebsten, wir würden sofort heiraten und Babys machen. Seine Mutter allerdings sieht das Alles ein bisschen skeptischer. Deutschland ist weit und Miguel würde nie dort leben wollen. Das hat er mir ziemlich bald klargemacht. Natürlich weiss sie das auch. Sie ist in ihren Sohnemann geradezu vernarrt und sehr froh darüber, dass er keine Ambitionen zeigt im Ausland leben zu wollen. Ausserdem mag seine Mutter Nachbars hübsche Maria sehr gerne und hätte nichts dagegen, dass Miguel sich in die verliebt. Das ist sowieso eine ganz komische Sache. Einerseits ist seine Mutter sehr religiös und konservativ, hat aber nichts dagegen dass diese Maria sich immer halbnackt an Miguel ranwirft! Da scheint der Zweck eindeutig die Mittel zu heiligen.“ ereiferte sich Sam. „Halb nackt? Da übertreibst du wohl ein bisschen?“ fragte Kira augenzwinkernd nach. „Von wegen! Zugegeben, die Maria ist eine exotische Schönheit. Sie hat eine makellose bronzefarbene Haut, blaue Augen und pechschwarze lange glatte Haare. Dazu ein flacher Bauch, üppige wohlgeformte Brüste und schlanke Endlosbeine. Ihre Attribute stellt sie in äusserst knapp sitzenden bauchfreien Tops, natürlich ohne störenden BH und superkurzen Miniröckchen gekonnt zur Schau. Laufend scharwenzelt sie um Miguel rum und wenn sie weiss, dass er guckt, ist ein - Uups - Höschenblitzer gekonnt eingesetztes Mittel zum Zweck. Ich könnte sie in der Luft zerreissen!“ geiferte Samantha wütend. Kira liess Sammy Dampf ablassen und überlegte, wie sie sich wohl fühlen würde, wenn diese Maria das gleiche Spielchen bei Martin abziehen würde. Sie konnte ihre Freundin und deren Ärger so gut verstehen! „Und Miguel? Er mag die Tussi doch nicht wirklich, oder?“ forschte Kira. „Nein, er hat zum Glück nur Augen für mich. Aber wenn ich bald fort bin… man weiss ja nie und bekanntlich macht Gelegenheit Liebe…“ antwortete Sam ärgerlich. „Vertrau Miguel! Ich glaube, er liebt dich tatsächlich so heiss und innig, dass selbst eine sexy Maria keine Chance hat.“ beruhigte Kira die aufgebrachte Sam. Wie auf Stichwort tauchte Miguel vor ihnen auf und Sam vergass ihren Ärger und eilte auf ihn zu. Die Verliebten gaben sich einen langen innigen Kuss und Kira musste sich abwenden. So viel Liebe und Glück zu sehen, war ihr einfach zuviel. Sie sehnte sich auch nach so einem liebevollen Mann… Warum konnte Martin nicht derjenige sein? Scheinbar war der von Anfang an nur auf ein heisses Abenteuer aus und als die Sache ernster wurde, ist er sang- und klanglos einfach abgetaucht. Männer sind halt alle doof! Nun ärgerte sich Kira, vor allem, weil sie wieder einmal auf einen tollen Blender hereingefallen war und ihr Herz sinnlos verschenkt hatte. Mit einer wegwerfenden Handbewegung zog sie für sich einen Schlussstrich unter diese Sache. Doch ihre andere Hand umklammerte weiter das Telefon wie einen Rettungsanker… Als sie an der Poolbar, wie verabredet, ankamen, herrschte dort schon ausgelassene Stimmung, denn Thomas hatte einen ganzen Stapel Witze zum Besten gegeben. Alle rutschten ein bisschen enger zusammen und die neu Angekommenen machten es sich in den dicken Polstern der Rattansitzgruppe bequem. Miguel begrüsste die Freunde in neu gelerntem Deutsch und alle freuten sich über seinen Eifer die schwierige Sprache zu erlernen. Der flotte Kellner versorgte sie mit den bestellten Getränken und bis auf Heidrun die nur Saft nippte, ließen sich alle den Alkohol schmecken. So verging eine ganze Weile und die Spannung, was Micha wohl verkünden wolle, stieg. Dann endlich liess er die sprichwörtliche Katze aus dem Sack. Er und Heidrun kämpften sich aus den Kissen und standen nun Hand in Hand und mit strahlenden Gesichtern vor ihnen. „Also, ihr Lieben, wir wollen heiraten.“ begann Micha feierlich. An sich war das ja keine Neuigkeit, waren sie doch alle Zeugen des romantischen Antrages geworden. „So, nun kommt das Wichtigste daran: wir werden in einem Jahr, genauer am 4.Februar, heiraten.“ Auch nicht wirklich überraschend, denn an diesem Tag hatte Heidrun Geburtstag und beide verlobten sich während der Feier… „Ihr alle seid, quasi als Zeugen unseres Glücks, ganz herzlich dazu eingeladen.“ führte Micha langatmig weiter aus. Heidrun, der das alles zu lange dauerte, platzte heraus: „Wir heiraten hier! Genau am selben Ort unserer Verlobung, unten am Strand in dieser herrlichen Kulisse!“ Einen Moment war es ganz still, jeder überlegte, was das für ihn selbst bedeutete. Dann brach Jubel los und alle redeten wild durcheinander. Heidrun und Micha mussten hunderte Fragen beantworten und die Freude war ihnen buchstäblich in die Gesichter geschrieben. Kira überlegte: “Wenn die Beiden hier heiraten und ich dabei sein möchte, bedeutet das ja, dass ich in knapp einem Jahr nach Samanà zurückkehre!“ und ein Freudenschauer durchrieselte sie und „Au Backe, da muss ich ab sofort aber richtig dolle sparen!“ war ihr nächster Gedanke. Sie stieß Sammy in die Seite und flüsterte ihr zu: „Wie wäre es denn mit einer Doppelhochzeit?“ Samantha runzelte ihre Stirn, dann huschte ein verklärtes Lächeln über ihr hübsches Gesicht und Kira sah, dass ihr die Idee wohl gefiel. Sam hatte die Idee an Miguel weitergegeben und jetzt grinste auch er über beide Backen. Auf ein Zeichen brachte die Bedienung ein Tablett mit Sekt und alle stiessen damit an. Heidrun und Micha erklärten nun gleichzeitig oder sich abwechselnd gegenseitig ins Wort fallend: „Wir haben mit Herrn Ramirez, dem Hotelmanager, schon gesprochen und fast alles fest gemacht. Weil das Hotel immer schon Monate im Voraus ausgebucht ist, haben wir 30 Doppelzimmer vorab reserviert und natürlich die Honeymoon-Suite bestellt. Wir hoffen, dass es für Freunde und Verwandtschaft ausreichen wird. Wahrscheinlich können sowieso nicht Alle herkommen. Also habt ihr noch ein paar Tage Zeit zum Überlegen, ob ihr im Hotel oder Privat unterkommen wollt.“ Die Freunde freuten sich alle riesig und beglückwünschten das überglückliche Paar. „Die Überraschung ist euch ja echt gut gelungen!“ Sammy knuddelte ihre Heidrun und stellte fest: „Ei, der Kleine ist dann ja auch schon dabei! Ein Jahr später und ihr reist schon zu dritt!“ Plötzlich verfärbte sich Sams Gesicht und mit einer kurzen Entschuldigung eilte sie zur Damentoilette. Kira folgte der Freundin. „So ein Mist!“ schimpfte Sammy etwas später, „ich hab doch nur einen Cocktail und ein Schlückchen Sekt getrunken und mein Magen tut so, als wollte ich ihn vergiften! Schade um die schönen Getränke, ich konnte sie nicht bei mir behalten.“ entschuldigte sie sich bei Kira. „Sicher hast du dir bei der ganzen Völlerei den Magen verdorben.“ mutmaßte Kira. Aber auch sie entschied, lieber auf alkoholfreie Cocktails umzusteigen. Solche Kopfschmerzen wie heute morgen wollte sie garantiert nicht schon wieder bekommen. Ihr Handy war auch an diesem Abend stumm geblieben und Kira musste wohl einsehen, dass Martin sich höchst wahrscheinlich nicht mehr melden würde. Die drei Pärchen alberten und lachten sehr viel und Kira kam sich nach einiger Zeit völlig deplatziert vor und wollte lieber schlafen gehen. Sie verabschiedete sich unter dem Protest der Anderen und entkam schliesslich durch eine kleine Kopfschmerz-Notlüge. Als sie allein zu ihrem Zimmer schlenderte, zog sie der Zauber der karibischen Nacht wieder einmal in seinen Bann und sie freute sich am millionenfachen Funkeln der Sterne. Fünf Minuten sass sie noch auf ihrer Terrasse und ging dann ziemlich müde und von Martin schwer enttäuscht zu Bett.


Neugierig wie es weitergeht?

Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download

Freitag, 31. Mai 2013

16. Kapitel / 1



Interessante Ankündigung


Sam und Kira kehrten in ihr Hotel zurück. Im Zimmer verräumte Kira ihr neues Kleid, das noch immer an der Schranktür hing, und die schicken Schuhe.  Die gekauften Gemälde legte sie in ihren Koffer. Dabei wurde ihr das Herz erst richtig schwer. Martin hatte sich immer noch nicht gemeldet und sie grübelte, ob es vielleicht an ihr lag, dass er sie nicht wiedersehen wollte. Aus welchem Grund auch immer er nicht anrief, es tat ihr unsagbar leid und sie fürchtete, nun nie mit ihm zusammenzukommen. Der Anblick ihres Koffers machte sie total trübsinnig, schliesslich musste sie ihre liebgewonnene Halbinsel Samanà bald für immer verlassen. Kira konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten und sie schossen wie Sturzbäche aus ihren Augen. Sie warf sich auf das Bett und weinte hemmungslos. Lange Zeit lag sie so und als ihre Tränen doch irgendwann versiegten, war nicht nur das Kopfkissen völlig zerstört und durchweicht, auch ihr Gesicht sah verheult und aufgequollen aus. Nachdem Kira ihren Gefühlen freien Lauf gelassen hatte, fühlte sie sich wieder etwas besser und neue Hoffnung keimte in ihr. Wenn er jetzt anruft oder unerwartet auftaucht, sehe ich aus wie ein grosser Haufen Unglück. So soll er mich auf keinen Fall sehen! entschied Kira und wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser. Leider half das nicht allzu viel und sie versuchte es mit einem alten Trick ihrer Omi. Sie füllte zwei Socken mit Eiswürfeln und legte sie sich auf ihre geschwollenen Augen. Als das Eis weggeschmolzen war, schaute sie in den Spiegel und war einigermassen zufrieden. Nach einer Wechseldusche mit heissen und kalten Wasser fühlte sie sich rundherum wohler. Allerdings hatte sie erst unter dem Strahl der Dusche bemerkt, dass ihre ganze Rückseite vom Schnorcheln mächtig Sonnenbrand abbekommen hatte. Eine kühlende After Sun-Lotion beruhigte die verbrannte Haut.
Sie zog ein dünnes weisses Baumwollkleid an und verdeckte Restspuren von Tränen mit etwas Make up. So präpariert klopfte sie bei Samantha an die Terrassentür. Sammy telefonierte mit Miguel und machte Kira Zeichen, dass sie gleich fertig sei. Nachdem das Gespräch beendet war, musterte Sam neugierig Kiras Gesicht. „Jetzt weiss ich es. Du hast dich geschminkt, deshalb siehst du heute so anders aus.“ stellte Sammy fest. Kira nickte und war froh, dass Sam die Tränenspuren scheinbar nicht bemerkte. „Hast du dir die Kehrseite auch so derb verbrannt?“ fragte Kira und Sam zeigte auf ihren Rücken und die Beine und verzog dabei schmerzvoll das Gesicht. Nun zeigte Sam ihren Rücken her und der sah auch nicht viel besser aus.  „Wir sind aber auch selten dämlich!“ kommentierte Sam und beide mussten über ihre Gedankenlosigkeit lachen. „Komm wir setzen uns auf die Terrasse vom Restaurant und trinken noch was Leckeres vor dem Essen. Heidrun war vorhin kurz bei mir und wollte unbedingt, dass wir alle gemeinsam zu Abend essen. Machen wir ihr doch die Freude und warten dort auf die Anderen.“ Kira war einverstanden und kurz darauf sassen sie gemütlich unter dem riesigen Sonnenschirm und schlürften genüsslich einen Batida de Coco. Wie verabredet erschienen pünktlich die beiden Pärchen. Alle holten sich reichlich vom Buffet und während sie langsam und mit Genuss assen, wurden die Tageserlebnisse lebhaft ausgetauscht. Kira liess Sammy den Vortritt und die berichtete unter Einsatz von Händen und Füssen von der beeindruckenden Unterwasserwelt, die sie beim Schnorcheln erkundet hatten. Thomas und Micha ließen sich von der Begeisterung anstecken und planten gleich für Morgen auch so einen interessanten Schnorchelausflug. Die schwangere Heidrun wollte sich lieber etwas schonen und Katrin signalisierte Solidarität mit ihrer besten Freundin. Schliesslich hatten sie sich heute beim Stadtbummel in Santa Barbara de Samanà die Füsse wund gelaufen. Micha nutzte einen Moment, als Alle mit Kauen beschäftigt waren und kurzzeitig Ruhe am Tisch herrschte, für eine bündige Ansprache: „Also, ihr Lieben, Heidrun und ich möchten euch etwas verkünden und es wäre supi, wenn wir uns alle heute Abend, sagen wir gegen 21.30 Uhr, an der Poolbar treffen würden. Vorher wird nix verraten, ihr könnt eure neugierigen Fragen gleich mit dem Essen runterschlucken!“ grinste er, denn den Mädels war anzusehen, dass sie vor Neugier fast platzten. Der Vorschlag fand allgemeine Zustimmung und alle freuten sich darauf. Kira und Sam wollten bis zur festgelegten Zeit spazieren gehen und schlenderten am Meer entlang Richtung Las Galeras. So konnten sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn Miguel hatte mit Sam verabredet auf diesem Weg zu ihr zu kommen. Kira, die insgeheim immer noch hoffte, dass Martin sich meldet, hielt ihr Handy in der Tasche ihres Kleides fest umklammert. Sam, die den Schatten von Traurigkeit öfters über Kiras Gesicht huschen sah, verkniff sich ihre Fragen diesbezüglich und erzählte Kira ununterbrochen von Miguel und seiner Familie.


Neugierig wie es weitergeht?

Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download

Donnerstag, 30. Mai 2013

15. Kapitel / 3


Die Stärkung hatten sie sich wohlverdient und als sie sich Steaks, Salat und Ofenkartoffeln schmecken ließen, tauschten sie sich über die faszinierende Unterwasserwelt aus. Nach dem Essen breitete sich bleischwere Müdigkeit in ihren Beinen aus und sie gingen in ihre Zimmer, um ein Stündchen Siesta zu halten. Danach fühlte Kira sich frisch und ausgeruht und auch in Bezug auf Martin war sie wieder voller Zuversicht. Heute ruft er hundertpro an! war Kira überzeugt, bestimmt habe ich nicht richtig zugehört und er sagte - übermorgen-. Ja, so muss es sein! diese Gedanken brachten ihre gute Laune zurück und sie holte Sam an ihrer Zimmertür ab. Ich habe so Muskelkater in den Beinen! jammerte Sammy, ich brauche jetzt unbedingt etwas Süsses. Lass uns die Snackbar plündern! Also standen die Freundinnen kurze Zeit später vor dem grossen Süssigkeitenbuffet und hatten wieder einmal die Qual der Wahl. Sam nahm sich Blätterteigtaschen: eine mit Thunfisch, eine mit Hähnchenfilet und noch eine mit Scampis gefüllt, vom Snackbuffet. Kira runzelte die Stirn: Ich dachte, du hast Appetit auf was Süsses? Ja, antwortete Sam augenzwinkernd, Appetit auf Süsses und Hunger auf was Deftiges. Süsskram hole ich mir auch noch! Kira betrachtete Samantha kritisch von der Seite und fand, dass sich ihr Bäuchlein schon ganz schön gerundet hatte. Hauptsache, es schmeckt! Wahrscheinlich macht die Liebe so hungrig! dachte sie im Stillen. Kira entschied sich für Eis und Fruchtcreme und setzte dem Ganzen eine grosse Sahnehaube auf. Kira bestellte für sich Kaffee und wollte für Sam gleich mitbestellen. Nein, ich hätte gerne einen Kakao. bat sie und erklärte Kira: Eigentlich trinke ich ja immer Kaffee, aber seit ein paar Tagen wird mir jedes Mal schlecht davon. Wahrscheinlich vertrage ich bei den hohen Temperaturen einfach kein Koffein. nachdem Sam die gefüllten Blätterteigtaschen verdrückt hatte, holte sie sich noch ein grosses Stück Sahnetorte und zwei, wie sie fand, kleine Kugeln Mangoeis. So gestärkt wanderten sie am Strand entlang nach Las Galeras. Kira wollte unbedingt heute das Gemälde für ihr Wohnzimmer kaufen. Sam meinte: Das hat doch noch Zeit! Aber als sie nachrechnete, welcher Tag heute ist, bekam sie einen grossen Schreck. Kira, ich fasse es nicht! In drei Tagen bin ich schon am Flughafen! Wo ist denn nur die Zeit geblieben?  Oh nein, ich WILL nicht nach Hause! schluchzte Sam und Kira war über den heftigen Stimmungswandel echt verwirrt. Ich habe auch nur einen Tag länger. stellte Kira fest. Was soll ich denn machen, wenn du weg bist? fragte sie Sammy, nun auch verzweifelt. Am Strand tollte eine Frau mit ihren drei schönen grossen Hunden und die Freundinnen wurden von ihrem Kummer abgelenkt. Beim Näherkommen erkannten sie Uschi, die Vermieterin des schnuckeligen Ferienhauses, wieder. Uschi freute sich ehrlich sie wiederzusehen und sie unterhielten sich eine Weile. Wie es der kleinen Lady wohl geht? musste Kira denken und sie beschloss, Martin unbedingt nach ihr zu fragen. Wenn er denn anruft…” fügte sie in Gedanken hinzu. Im Ort gingen sie zum Laden von Miguels Eltern und während Sam sich mit ihnen unterhielt, suchte Kira nach einem passenden Bild. Tatsächlich fand sie auch ein Gemälde, das ihren Vorstellungen entsprach. Es zeigte eine sich dem türkisfarbenen Meer zuneigende Palme bei Sonnenuntergang und Kira erkannte sogar den Strand wieder. Miguel entfernte geschickt den Holzrahmen und wickelte das Ölbild wie einen Teppich auf. Dazwischen legte er eine dünne Folie zum Schutz der Farben. Kira war erleichtert als sie das schmale Päckchen sah. Sie hatte schon krampfhaft überlegt, wie sie das sperrige Gemälde in ihren Koffer bekommen sollte. Als das Problem so einfach gelöst wurde, suchte sie noch ein weiteres Bild aus. Es zeigte die Brücke von Santa Barbara de Samanà und Kira konnte ein Seufzen nicht unterdrücken. Sie bezahlte ihre Schätze und wartete vor dem Geschäft auf Samantha. Etwas wehmütig wurde ihr, als sie daran dachte, das inzwischen so vertraute Las Galeras, den schönen Strand und vor allem ihr heiss geliebtes Meer bald nicht mehr sehen zu können.


Neugierig wie es weitergeht?

Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download