Donnerstag, 23. Mai 2013

13. Kapitel / 3




. Inzwischen waren sie an der Reihe in das Schiff zu steigen und die Pärchen gingen voraus. Martin griff Kiras Hand und half ihr an Bord. Er nahm sie einen Moment fest in seinen Arm und sagte: “ Kira, du erscheinst mir wie eine Meerjungfrau. Fast hätte ich dich nicht erkannt, so zauberhaft wie du heute aussiehst.” Kira lächelte ihn darauf strahlend an. Sie suchten sich einen Platz auf dem Oberdeck und harrten der Dinge die da kommen würden. Der Katamaran legte ab und das grosse Schiff segelte mühelos in die Bucht von Samanà hinaus. Leise romantische Musik erklang und die  Anwesenden lachten, tranken und unterhielten sich. Martin wollte kurz mit seinem Freund, dem Kapitän, sprechen, der ein paar Schritte entfernt Gäste begrüsste und Kira musterte ihn dabei eingehend. Martin trug schwarze elegante Lederschuhe, eine leichte dunkelgraue Bundfaltenhose mit schickem Gürtel und ein hellblaues modernes Hemd. Über der Schulter trug er einen champagnerfarbenen Kashmirpulli. Sein Haar war frisch geschnitten und sass perfekt. Wirklich eine tadellose Erscheinung! “Er hat Stil und riecht so unwahrscheinlich gut…” dachte Kira. Martin setzte sich wieder zu ihr und legte seinen Arm auf ihre Rückenlehne. Sofort fühlte sich Kira sicher und geborgen. Der Katamaran segelte fast lautlos in einiger Entfernung vom Ufer dahin und Martin zeigte Kira und ihren Freunden, was es an Land und auf dem Wasser alles zu entdecken gab. Dicht beim Schiff tauchten riesige Vögel im Sturzflug in das Wasser und kamen etwas später mit zappelnden Fischen in den langen Schnäbeln wieder heraus. “Das sind Pelikane, die sich ihr Abendessen fangen.” erklärte Martin und sie schauten den Vögeln eine Weile interessiert zu. Eine warme Brise strich über das Meer und brachte einen süssen Duft von blühenden Hibisken mit sich. Es war wunderschön und alle anwesenden Pärchen genossen den Segeltörn. Langsam färbte sich der Himmel rosa und die Sonne schickte sich an unterzugehen. Es war ein atemberaubender Anblick und sie segelten direkt in den Sonnenuntergang. Martin zeigte Kira, dass sie nach rechts schauen solle und Kira erblickte springende Delfine, die den Katamaran ein Stück begleiteten. Dankbar lächelte sie ihn an und er nahm sie ein wenig fester in seinen Arm. Kira kuschelte sich an ihn und legte ihren Kopf an seine Schulter und wortlos genossen sie die unglaubliche Schönheit der Natur. Miguel und Samantha sassen eng umschlungen direkt neben ihnen und Kira sah Tränen in den Augen der Freundin glitzern. So glücklich wie Sammy dabei aussah, waren es vermutlich Freudentränen. Auch auf Heidruns Gesicht lag ein seliger Ausdruck und Micha streichelte Heidruns Bauch mit ihrem wachsenden Baby darin. Der Sonnenuntergang hatte ein romantisches Flair über das Segelboot gebracht.
Kaum war die Sonne im Meer versunken, hüllte dunkle Nacht den Katamaran ein und an Bord wurden bunte Lichterketten eingeschaltet. Unter Deck hatte die fleissige Crew derweil ein reichhaltiges Buffet aufgebaut und der Kapitän bat nun zu Tisch. Martin bot an, für Kira Essen zu holen und sie freute sich über das Angebot. Miguel machte es Martin nach und Kira und Sam beobachteten die Beiden.  “Ach Kira, es ist so ein romantischer Abend! Ich schwebe auf Wolke Sieben!” Kira nickte nur und lächelte gedankenverloren. “Martin ist echt ein toller Hecht! So eine schöne Idee und er sieht verdammt gut aus. Wenn ich nicht so wahnsinnig verliebt in Miguel wäre, hättest du nicht so leichtes Spiel!” neckte Sam ihre Freundin. In Gedanken gab Kira Samantha völlig recht: “Er sieht supergut aus, ist nett, witzig und charmant und er küsst so sinnlich… Er ist genau mein Typ. Ob er mich auch etwas mehr als nur mag? Hoffentlich küsst er mich heute wieder… Ich bin verrückt nach ihm!” Miguel und Martin kamen wieder an ihren Platz und Martin zeigte Kira ein silbernes Tablett auf dem er hübsch alle möglichen Leckereien drapiert hatte. Kira sah Canapees und Mini-Wraps mit zartem Räucherlachs, Kaviar, gegrillter Hähnchenbrust, Thunfischsalat und anderen Köstlichkeiten. Die nette Bedienung brachte ihnen zwei Gläser gut gekühlten Chablis und sie assen langsam und genussvoll. Martin nahm eine Erdbeere  tunkte sie in flüssige Schokolade und hielt sie Kira vor den Mund. Vorsichtig biss sie ein Stück davon ab und Martin steckte sich den Rest in den Mund. Er fütterte sie zwischendurch auch mit Weintrauben und kandierten Ananasstückchen und Kira genoss diese intimen Momente sehr. Nach dem Essen gingen die meisten Pärchen wieder auf das Oberdeck und zu langsamen Romanticsongs wurde getanzt. Der zunehmende Mond leuchtete sattgelb und die Sterne blinkten vom schwarzen Himmel, während der Katamaran ruhig über die nur leicht bewegte See glitt. Martin nahm Kiras Hand und führte sie zur Tanzfläche. Er zog sie eng an sich heran und sie bewegten sich im Takt der Musik. “Du bist einmalig.” flüsterte Martin an ihr Ohr. “Ich weiss,” flüsterte Kira zurück, “durch mein ungewöhnliches Muttermal unterscheide ich mich von allen anderen Frauen.” Kira erschrak über ihre unvorsichtige Aussage und wie befürchtet fragte Martin sofort: “Darf ich es sehen?” Und Kira stieg die Schamesröte ins Gesicht: “Lieber nicht, es ist an einer sehr intimen Stelle.” “Dann sag mir wie es aussieht und wo du es versteckst.” liess Martin nicht locker. “Es hat die Form einer Blüte und ist ungefähr 20 cm unter meinem Bauchnabel.” raunte sie ihm zu. Kira schaute hoch in sein Gesicht und konnte ihm ansehen, dass er zu gerne ihren Körper erforschen und das Muttermal in Augenschein nehmen würde. Schnell schaute sie zur Seite, damit er wiederum ihre Gedanken nicht erraten konnte.  Als einer ihrer Lieblingssongs ertönte, seufzte Kira leise und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.  Martin hielt sie fest in seinen Armen und seine Hand streichelte dabei zärtlich ihren Rücken. Dabei gerieten seine Finger in den bis zur Taille reichenden Ausschnitt und Kira erschauerte als er ihre nackte Haut berührte. Martin fragte sie, ob sie etwas trinken möchte und sie legten eine kurze Tanzpause ein und tranken von dem erfrischenden Wein. Als sie wenig später wieder langsam tanzend in seinen Armen lag, fuhr seine zärtliche Hand seitlich an ihrem Körper entlang. Dabei berührte er kurz die Wölbung ihres Busens und fuhr weiter bis zu den Rundungen ihres Po`s und er streichelte geniesserisch darüber.


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Mittwoch, 22. Mai 2013

13. Kapitel / 2


Kira sparte sich lieber eine Antwort und sie überlegten, was sie heute Abend anziehen sollten. “Du musst umwerfend sexy aussehen, vielleicht lockt das den Martin ja aus der Reserve.” entschied Sam. Und Kira liess sich leicht davon überzeugen. Nach einem Blick auf die Uhr stellten sie fest, dass es langsam Zeit wurde, sich auf den Abend vorzubereiten. Das Taxi würde alle um 17 Uhr abholen, es blieben also nur noch knapp anderthalb Stunden. Nach der erfrischenden Dusche cremte Kira ihren Körper mit einer zart duftenden Bodylotion ein. Während die in die Haut einzog, fönte sie ihre Haare. Zur Beruhigung ihrer angekratzten Nerven mixte sie sich einen Cuba Libre und trank in kleinen Schlucken das hochprozentige Gemisch. Sie nahm ihr einziges Abendkleid, das sie dabei hatte, aus dem Schrank und drapierte es auf dem Bett. Das Kleid war aus grün-blau changierender Seide und wirklich ein sexy Teil. Kira suchte einen passenden Slip heraus, einen BH konnte man unter diesem Kleid nicht tragen. Als sie sich in die enge Stoffhülle zwängte, merkte sie, dass Martin doch recht hatte und sie um ein paar Pfund rundlicher geworden war. Als das Kleid endlich eng ihren Körper umschloss, schaute sie in den Spiegel. Vorder- und Rückenteil waren tief in V-Form dekolletiert und mit je einer silbernen dünnen Kette im Brustbereich und Mitte des Rückens zusammengehalten. Der Ausschnitt ging so tief, dass ihr Bauchnabel, den ein grüner Stein zierte, knapp zu sehen war. Sam, die gerade zur Tür hereinkam rief: “Autsch, das Kleid ist ja ein heisses Mörderteil!” und begutachtete Kira von allen Seiten. Dann stellte sie fest: “Dein Slip schneidet ein, das sieht total blöd aus.” Also probierte Kira verschiedene Unterhosen, aber das Ergebnis blieb gleich. Weil das Kleid wie eine zweite Haut sass, drückte jeder noch so kleine Slip unschön durch den dünnen Stoff. “Du lässt den Slip besser einfach weg.” meinte Sam. Kira erschrak: “Völlig ohne Unterhose? Das hab ich noch nie gemacht! Das traue ich mich nicht!” Aber Samantha überzeugte sie davon, dass nix passieren konnte. Schliesslich geht das Kleid bis über die Knie, da konnte nichts verrutschen oder hervorblitzen. Ihre schwarzen Stilettos vervollständigten das Bild eines männermordenden Vamps. Kira liess sich die Haare von Sam zu einer schicken Hochfrisur aufstecken und sie trug etwas Lidschatten, Eyeliner, Wimperntusche und rosa Lipgloss auf. Zufrieden betrachtete sie sich im Spiegel und Sam bestätigte, dass Kira absolut umwerfend aussieht und Martin bestimmt ganz heiss bei ihrem Anblick werden würde. Sammy trug einen dunkelblauen Neckholder-Overall und dazu einen strassfunkelnden Gürtel und passende Haarspangen. Miguel würde sie kaum wiedererkennen, bemerkte Kira und Sam freute sich schon auf seinen Blick. Langsam wurde es Zeit und sie gingen in die Lobby. Die Anderen tauchten auch gleich auf und waren ebenso schick gekleidet. Der Taxifahrer verriet leider ebenso wenig ein Wort und so mussten sie sich gedulden um zu erfahren wohin die Fahrt denn nun geht. Ausgelassen unterhielten sie sich über ihre Urlaubserlebnisse und schon bald tauchte Santa Barbara de Samanà vor ihnen auf. Das Taxi parkte vor einem Club im Hafen und sie verließen das Fahrzeug. Sie wurden auf die Terrasse des Anwesens geführt und dort warteten bereits andere Urlauber. Eine junge Bedienung verteilte Sekt und ein jüngerer Mann in weisser Uniform erschien. Der Uniformierte begrüsste die Gäste herzlich in der Marina. Kira spürte eine Bewegung neben sich und schaute zur Seite. Martin nahm gerade den Platz neben ihr ein. Er führte ihre Hand an seinen Mund und küsste ihre Fingerspitzen. Dann deutete er mit dem Kopf zu dem Sprecher und legte den Zeigefinger an seine Lippen. Kira sah also wieder nach vorn und bemühte sich, alles zu verstehen, denn der Mann sprach englisch. Ein schneeweißer majestätischer Katamaran mit riesigen Segeln machte unterdessen am Steg fest. Alle erhoben sich und stellten sich in einer Reihe bis zum Steg auf. Die ersten Passagiere bestiegen das Schiff und Martin nutzte die Zeit, um Kiras Freunde zu begrüssen. “Heute machen wir einen “Romantic Sunset Cruise” mit diesem herrlichen Katamaran.” erklärte er und alle jubelten. “Hier an Bord sind alle vollkommen sicher und Rettungsausrüstung ist natürlich vorhanden.” sagte er mit einem ernsten Blick.


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Dienstag, 21. Mai 2013

13. Kapitel / 1



Romantische Überraschung

Irgendwann war Kira doch noch eingeschlafen, aber am nächsten Morgen erwachte sie müde und matt. Noch im Nachthemd klopfte sie bei Sammy und als diese sie hereinließ, sah Kira dass Samantha geweint hatte. “Die taffe Sammy und Tränen? Das passt doch nicht zusammen!” dachte Kira und nahm ihre Freundin tröstend in den Arm. Nach einer Weile verstummte Sams Schluchzen und sie erzählte Kira, dass sie und Miguel sich den Rest der Nacht innig geliebt hatten und nachdem er gegangen war, um seinen Pflichten im Geschäft nachzukommen, hatte sie panische Angst vor der Zukunft bekommen. “Weisst du Kira, es fühlt sich so richtig, so gut an. Es liegt nicht nur an Miguel, ich liebe ihn wahnsinnig, das ist klar. Nein, hier habe ich das Gefühl angekommen zu sein. So etwas wie ein zu Hause gefunden zu haben. Seit Mutter und Vater auf zwei verschiedenen Kontinenten leben, pendelte ich auch gefühlsmäßig immer hin und her. Aber ich konnte nie sagen, wo ich lieber leben wollte. Jetzt weiss ich, dass ich HIER leben will und habe absolut keine Ahnung, wie das gehen soll.” Kira überlegte: “ Was meint denn Miguel dazu?” “Ach für ihn scheint Alles ganz einfach zu sein. Ihm ist absolut klar, dass wir heiraten und mindestens sechs Kinder machen und bis zum Ende unserer Tage glücklich und zufrieden hier leben…” Kira grinste und auch Sam musste über ihre eigenen Worte lachen. “Er sagt, ich soll nach Deutschland fliegen, kündigen, meine Sachen packen und spätestens in einer Woche wieder in seinen Armen liegen.” Sam verdrehte die Augen und Kira fand Miguels Einstellung gar nicht so verkehrt. “Ach, wenn Martin mich das Gleiche fragen würde, gäbe es für mich kein Halten mehr. Ich wäre innerhalb einer Woche wieder bei ihm!” verkündete Kira. Aber leider fragte Martin sie ja nicht - gestand sich Kira traurig ein.
Die Beiden diskutierten auch später beim Frühstück die Sachlage hin und her, kamen aber zu keinem wirklich durchführbaren Ergebnis. Da sie absolut keine Lust auf einen Ausflug hatten, verbrachten sie den ganzen Tag relaxt am Meer. Kira versuchte sich wieder einmal an dem geforderten Reisebericht, gab es aber bald auf und tröstete sich damit, noch eine Woche Zeit zu haben. Nachmittags naschten sie an der Poolbar Eis mit Früchten, Schokososse und viel Sahne und scherzten mit den jungen Kellnern. Zurück am Strand aalten sie sich auf ihren Liegen. “Wo steckt eigentlich Carlos?” wunderte sich Samantha. Kira, die durch die Rezeption wieder eine Nachricht von ihm bekommen hatte, antwortete: “Er musste schon wieder kurzfristig nach Santo Domingo, was er natürlich sehr bedauert. Keine Ahnung was er dort treibt, aber etwas seltsam sind diese unverhofften Abrufe schon. Vielleicht ist er ja ein Drogenkurier?” “Nee, ein Auftragskiller!” mutmaßte Sammy und weiter: “ Hast du nicht das grosse Ding in seiner Hose gesehen?” Dabei blieb sie völlig ernst. Aber als Kira sie verständnislos anschaute, platzte das Gelächter aus ihr heraus. Kira wurde rot und bewarf die Freundin mit Sand. Sie alberten herum und sahen kurze Zeit später beide aus wie Sandkuchen. Im wunderbar warmen Wasser spülten sie sich Sand und Muscheln aus den Haaren und vom Körper. Sie blieben im seichten Wasser liegen und Kira kam noch einmal zum Thema Carlos: “Kannst du dir vorstellen, warum ein stinknormaler Animateur ständig in die Hauptstadt muss? Mitten in der Hauptsaison und bei komplett ausgebuchtem Hotel?”  “Wahrscheinlich wohnt seine Frau und seine Kinderschar dort und die brauchen ihren Daddy oder Kohle oder was weiss ich?” überlegte Sam. “Kann schon sein,” sinnierte Kira, “aber bekommt er denn keinen Ärger mit der Hotelleitung?” Und so rätselten sie eine ganze Weile herum. “Wie steht es eigentlich mit Martin?” wechselte Samantha das Thema. “Wenn ich das nur wüsste! Wir haben uns geküsst und es war einfach WOW. Aber ausser einem Anruf und der Einladung für heute Abend, war nichts weiter. Ausserdem hat er ausdrücklich uns alle eingeladen. Also will er nicht mit mir allein sein…” antwortete Kira kläglich. “Aber du bist verknallt in ihn.” stellte Sammy wieder einmal fest. “Aber wenn da nichts läuft, bleibt dir ja immer noch Carlos. Der steht ja scheinbar total auf dich.”



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Montag, 20. Mai 2013

12. Kapitel / 3



Dann schimpfte er mit ihr. Wegen der Bootstour, der Erkältung, dass sie trotzdem zur Show gekommen war und so weiter. Kira hörte gar nicht zu und er beruhigte sich wieder. Er liess es sich nicht nehmen, Kiras Körper mit dem Sonnenschutz zu behandeln und sie musste immer wieder seine frechen Hände wegschieben, wenn er versuchte unter den Stoff zu gelangen. Leider hatte Carlos nicht viel Zeit und Kira atmete auf, als er endlich gegangen war. Sie hörte ihren Namen rufen und suchte mit den Augen den Strand ab. Von Las Galeras kommend schlenderten Samantha und Miguel auf sie zu. Nach der freudigen Begrüssung verabschiedete sich Miguel bald, er musste zurück ins Geschäft. So konnte Sammy ihrer Freundin brühwarm über den gestrigen Tag berichten. “Stell dir vor, seine Eltern haben so etwas wie eine Ranch. Mit Kühen, Pferden, Hühnern und so allerlei Getier. Es ist echt cool bei Miguel zu Hause. Und seine Eltern sind einwandfrei. Na ja, erst haben sie ziemlich kritisch geguckt, aber das hat sich bald gegeben und es wurde ein fantastischer Tag. Ich habe seiner Mutter beim Kochen geholfen und eine Menge über die dominikanische Küche gelernt. Und es hat dann auch klasse geschmeckt - trotz meiner Mithilfe!” gackerte Sam und Kira musste über Sams Begeisterung herzlich lachen. “Am Nachmittag sind wir ausgeritten, am Meer entlang und haben gebadet. Abends wurde ein riesiger Grill angeheizt und etliche Verwandte und Freunde tauchten auf. Ich musste ja alle kennenlernen und so wurde es eine lange lustige Nacht.” berichtete Sammy weiter. “Das Einzige was ich nicht so toll fand: Miguel und ich mussten in getrennten Schlafzimmern übernachten!” empörte sich Sam und Kira gluckste vor Lachen. Dann berichtete Kira von ihrem Samstag und diesmal lachte sich Samantha kringelig. “Gib es doch zu! Die ganze Erkältung war nur vorgetäuscht, um dir Carlos vom Leib zu halten!” japste Sam und Kira dachte kurz darüber nach. “Schon möglich, dass mein Unterbewusstsein diese Grippe simuliert hat, aber ganz bestimmt wusste ICH nichts davon!” verteidigte sie sich. Sie erzählten sich jedes kleine Detail und so verging die Zeit wie im Flug. Nach dem Mittagessen legte sich Kira in ihrem Zimmer noch ein Weilchen hin und beschwor ihr Handy, endlich zu klingeln. Sie hoffte sehr, dass Martin sich meldet. “Er hat doch eine Tour zu begleiten, da kann er nicht so einfach in der Weltgeschichte herumtelefonieren.” sagte sie sich, aber ihre Ungeduld wuchs mit jeder Minute. Später am Nachmittag machten Sam und Kira einen ausgedehnten Strandspaziergang und sammelten neue Muscheln. Ihre Kleidung und die Fundstücke von vorgestern waren beim Sinken des Bootes leider verloren gegangen. Als Kira sich in ihrem Zimmer zum Abendessen umzog, klingelte ihr Handy und aufgeregt meldete sie sich. “Hallo Kira, wie geht es Dir? Bist du die Erkältung losgeworden?” es war Martin! und Kiras Herz schlug bis zum Hals. Sie erzählte ihm ein bisschen von der Show und dem heutigen Strandtag. Und er berichtete ihr von seiner Tour und Kira lauschte dem wohltönenden Klang seiner Stimme. Kira saugte förmlich jedes Wort von ihm auf, wie ein völlig ausgetrockneter Schwamm. Sie stellte sich sein Gesicht und die wunderbar blauen Augen dazu vor und musste sich schnell setzen, weil ihre Beine so wackelig wurden. Atemlos hatte sie ihm gelauscht und er fragte: “Kira? Bist du noch dran?” Sie räusperte sich ihre wie zugeschnürte Kehle frei und antwortete mit belegter Stimme. Er ahnte wohl ihren Gemütszustand und als er seine nächste Frage stellte, hatte seine Stimme einen dunklen Unterton: “Kira, wenn du möchtest, also, ich habe… ich möchte… ich…” Er verhaspelte sich und begann noch einmal von vorne: “Ich habe für Morgen in den frühen Abendstunden etwas organisiert und möchte dich dazu einladen. Bring auch deine Freunde mit, dann kann es ein lustiger Abend werden.” Kira wollte es genauer wissen, aber Martin verriet ihr keine Einzelheiten. Sie gab sich geschlagen und fragte, welche Kleidung am besten geeignet ist. Er antwortete: “Mach dich schön für mich und hohe Absätze sind okay!” Er gab noch Zeit und Ort an und mit einem: “Kira, ich freue mich auf dich! Bis morgen und träum süss!” legte er auf. Kira sass noch Minuten später ohne sich zu rühren da und drückte das Telefon fest an ihre Brust. Samantha riss sie mit ihrem Klopfen aus der Lethargie und Kira erzählte von dem Gespräch. “Cool, meinst du ich kann Miguel auch mitnehmen? Ich bin so gespannt, was sich Martin da ausgedacht hat!” Beim Abendessen lud Kira auch die zwei Pärchen zu dem geheimnisvollen Date ein und es wurden die wildesten Spekulationen darüber angestellt. Nach dem Abendessen wanderten sie gemeinsam nach Las Galeras und verbrachten einen lustigen Abend in einer gemütlichen Bar. Miguel kam zu Ihnen und freute sich auch über Martins Einladung. Als die drei Pärchen zu Merengue und Bachatta tanzten, wurde Kira richtig wehmütig und sie wünschte sich Martin herbei. Leider kam er nicht und auch Carlos erschien nicht auf der Bildfläche, was Kira zufrieden registrierte. Sie absolvierte ein paar Tänze mit verschiedenen jungen Dominikanern, aber ihre Füsse entwickelten ein störrisches Eigenleben und sie entschied, lieber die Tanzenden zu beobachten. Schliesslich wollte sie keine gebrochenen Füsse verantworten müssen. Weit nach Mitternacht schlenderte die kleine Gruppe am Strand entlang zu ihrem Urlaubsdomizil. Die Pärchen schmusten und küssten sich alle paar Meter und Kira war froh, als sie endlich das Hotel erreichten. Es war nicht so toll, zusehen zu müssen, wenn Andere so verliebt miteinander turteln und man selbst sich furchtbar einsam fühlt. Schnell schlüpfte sie in ihr Bett und versuchte krampfhaft einzuschlafen. Aber in ihrem Kopf arbeitete es und sie konnte den Schlaf nicht herbeizwingen.





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Samstag, 18. Mai 2013

12. Kapitel / 2


Dann wandte er sich an Kira und erschrak bei ihrem Anblick. In ihrem Gesicht brannten rote Flecken auf der sonst sehr blassen Haut. Auf ihrer Stirn stand ein Schweissfilm und sie zitterte, trotz der wärmenden Jacke. Kira musste hohes Fieber haben und sah sehr schwach aus. Thomas erzählte kurz vom Bootsunglück und Carlos konnte vor Ärger nicht sprechen. Er nahm Kira auf die Arme, nickte den Anderen kurz zu und verliess den Saal. Schnell trug er Kira in ihr Zimmer. Er half ihr das Kleid auszuziehen und legte sie ins Bett. Aus dem Schrank zerrte er eine dicke Decke und packte Kira fürsorglich damit ein. Dann verständigte er den Hotelarzt und liess Kira keinen Moment aus den Augen. Obwohl seine Show längst hätte weitergehen sollen, blieb er. Der Arzt kam und untersuchte Kira. Sie bekam eine Injektion und ein fiebersenkendes Getränk. Der Doktor beruhigte Carlos, dass es so schlimm nicht sei. Sie würde bald tief und fest schlafen und schnell wieder auf dem Damm sein. Er schickte also Carlos weg und der verliess Kira nur sehr widerstrebend. Er küsste zum Abschied ihre heisse Stirn. “Kleines Seesternchen, bitte werde schnell wieder gesund. Danke, dass du trotzdem zu meiner Show gekommen bist, auch wenn das sehr dumm war. Du bedeutest mir so viel! Gute Nacht, Kleines!” Der Arzt schob ihn aus dem Zimmer und sagte Kira, dass sie am nächsten Morgen noch einmal zu ihm kommen solle. Dann verabschiedete er sich und verliess auch das Zimmer. Kira war froh endlich allein zu sein. Die Medikamente zeigten schon Wirkung und sie fühlte sich bereits etwas besser. Sie holte sich ein kaltes Mineralwasser aus der Minibar und kuschelte sich wieder ins Bett. Die Geräusche der lauen karibischen Nacht lullten sie ein und Kira fiel in einen erholsamen festen Schlaf. Sie träumte von Martin, seinen Küssen, roten Seesternen am Meeresgrund und riesigen Kreuzfahrtschiffen vor grünen Inseln. Gegen 9 Uhr am folgenden Morgen wachte sie auf und streckte sich genüsslich. Sie hatte gut geschlafen und fühlte sich eigentlich richtig erholt. Sie verliess das Bett und begrüsste die Hühnerfamilie. Nach der Dusche kleidete sie sich bequem in Jeans und T-Shirt und suchte die kleine Arztstation der Anlage auf. Der Doc war sehr zufrieden mit ihr und gab ihr ein paar Tabletten und Tropfen, um die Erkältung endgültig zu vertreiben. Er fragte, ob sie schon gefrühstückt habe und als sie verneinte, verordnete er ihr ein deftiges Frühstück und einen ruhigen Tag am Pool oder Meer. Morgen sollte sie wieder ganz hergestellt und zu grösseren Unternehmungen bereit sein. Also ging Kira nach dem Arztbesuch folgsam in das Restaurant um zu frühstücken. Sie hatte ihren Appetit wiederbekommen und holte sich Rührei, Toast, Käse, Wurst und leckere Schoko-Croissants. Ramòn, ihr verliebter Kellner brachte heisse Milch mit Honig und Kira ass mit Genuss alles auf. Ihre Freunde hatten für heute eine Jeep-Safari gebucht und das Hotel schon vor einiger Zeit verlassen. Kira klopfte auf dem Rückweg bei Sammy an die Tür, aber sie war immer noch nicht zurück. Also liess Kira sich Zeit und kleidete sich langsam für den geplanten Strandbesuch um. Dabei hörte sie Musik und sang leise mit. “Na so ein Quark” murmelte Kira vor sich hin, “ich habe doch schon wieder vergessen, dass ich Babsi anrufen wollte!” Sie nahm ihr Handy und wählte Babsis Nummer. “Es ist Sonntag, da hab ich gute Chancen Babs zu erreichen.” Nach mehreren Versuchen kam sie durch und hatte kurz darauf ihre allerbeste Freundin am Ohr. Babsi freute sich riesig, dass Kira sich endlich meldete. Aber ein bisschen schmollte sie auch, es war ja schon eine Woche vergangen und sie wollte Alles haarklein von Kira erfahren. Kira lieferte eine wahrheitsgetreue Berichterstattung ab und Babsi konnte sich so manchen Lacher nicht verkneifen. So redeten die Freundinnen über eine halbe Stunde lang und Kira wurde, nachdem sie das Gespräch beendet hatten, angst und bange wegen ihrer Handyrechnung. Aber egal, jetzt fühlte sie sich erleichtert und brauchte keine Gewissensbisse mehr zu haben. Vergnügt setzte sie sich in Richtung Strand in Bewegung. Dort fand sie einen schönen Platz im Schatten einer Palme und stürzte sich zu allererst ins Meer. Sie liebt das Meer und zurück in Deutschland würde sie es sehr vermissen. Etwas wehmütig dachte sie daran, dass nun schon die erste Woche vergangen war und sie fühlte sich traurig, weil sie dann Martin nicht mehr sehen konnte. In ihre trüben Gedanken versunken ging sie zu ihrer Liege und streckte sich darauf aus. Bevor sie noch trauriger werden konnte, fühlte sie plötzlich streichelnde Hände auf ihrem Rücken und drehte sich um. Es war Carlos, der ihr Sonnencreme sanft in die Haut rieb. Er küsste ihre Wange und begrüsste sie.


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