Donnerstag, 9. Mai 2013

10. Kapitel / 2

Ein leichter Wind war aufgekommen und in der Ferne türmten sich Wolkenberge. Der nächste Abstecher führte zum Strand “Fronton”. Hier beschlossen die Deutschen ein kleines Picknick zu veranstalten und alle sieben ließen sich die im Hotel vorbereiteten Sandwiches schmecken. Zum Trinken gab es kühles Bier oder Cola. Nach dem Essen räumten sie schnell ihren Müll in eine bereitstehende Tonne und bestiegen das kleine Boot. Jetzt ging die Fahrt wieder zurück, Richtung Las Galeras. Der Wind war inzwischen stärker geworden und der Kahn sprang regelrecht von Welle zu Welle. Die jungen Frauen krallten sich an den Sitzbänken fest, weil sie, sobald das Boot auf die Wasseroberfläche traf, hüpften wie Hartgummibälle, aber keine hatte wirklich Angst. Thomas riss wie immer Witze und alle waren relativ entspannt und gut drauf. Zwischen Angel und Juan entspann sich eine Diskussion. Es ging darum, die Fahrt am Hotel abzubrechen oder noch wie geplant, den Strand von Rincon zu besuchen. Sam hörte den Beiden zu und übersetzte für Kira. Alles konnte sie nicht verstehen, denn der Wind riss die Worte den Männern förmlich von den Lippen. Miguel der sich nun einmischte, plädierte für einen Abbruch der Tour, aus Sicherheitsgründen. Aber Juan liess sich weder von Angel noch von Miguel umstimmen. So wurde die Fahrt also fortgesetzt und sie schipperten wieder am Hotel “Paradiso” vorbei. Diesmal blieben die Gebäude links von ihnen zurück. Durch das inzwischen ganz schön hohe Wellen schlagende Meer, kämpfte sich das kleine Boot in ca. 250 m Abstand zum Ufer in Richtung Rincon. Langsam wurde es den Mädels etwas mulmig und sie hofften, dass sich das Wetter wieder bessern würde. Dann fuhren sie um die letzten Felsen der Bucht und der Strand von Rincon war schon zu erkennen. Alle atmeten erleichtert auf, nun würden sie bald den Strand erreichen. Doch sie hatten sich zu früh gefreut! Mit blubbernden Geräuschen gab der Motor seinen Geist auf und das Boot drehte sich auf den Wellen wie eine Nussschale. Angel versuchte fieberhaft den Motor wieder zum Laufen zu bringen, leider vergeblich. Miguel fluchte laut, er hatte über Handy Hilfe herbeirufen wollen, bekam aber kein Netz. Die Frauen hatten sich auf den Boden gekauert, um nicht aus dem Kahn gerissen zu werden. Die Wellen klatschten in das kleine Boot und es füllte sich zusehends mit Wasser. Alle suchten verzweifelt nach einem Gefäss zum Schöpfen, aber mehr als zwei  alte Kanister ließen sich nicht finden. Also schöpften die Mädels mühselig mit den Händen das Wasser aus dem Boot. Thomas brüllte gegen den Wind: “Schwimmwesten? Paddel?” Juan schüttelte mit starrem Blick nur stumm seinen Kopf. Die Lage wurde immer aussichtsloser und Miguel und Angel sprangen in das aufgewühlte Meer, um den Kahn schwimmend zum rettenden Ufer zu ziehen. Allerdings erwies sich auch das als aussichtsloses Unterfangen, die peitschende See war viel stärker als sie.


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Mittwoch, 8. Mai 2013

10. Kapitel / 1



Gefährliche Bootsfahrt

Auch am Freitagmorgen strahlte die Sonne vom wunderbar blauen Himmel herab und der Tag versprach wieder heiss zu werden. Kira hatte nicht so gut geschlafen und war froh, als ihr Wecker klingelte. Nach einem Blick auf das herrliche Wetter, besserte sich ihre Laune schlagartig und sie schaute, wie jeden Morgen, ein paar Minuten der Hühnerfamilie zu. Sam, schon fix und fertig angezogen, kam zu ihr herüber und machte es sich mit einem Glas Cola auf der Terrasse bequem. Kira verschwand schnell im Bad, wusch und frisierte sich und zog sich für die geplante Bootstour an. Über den gemusterten Bikini in Grün- und Blautönen zog sie knappe Jeansshorts, ein weisses Tanktop und an die Füsse bequeme Sandalen. Eine weisse Baseballkappe und ihre Sonnenbrille nahm sie als Sonnenschutz mit. Sam trug zu ihrem roten T-Shirt einen Strohhut mit rotem Zierband und ebenfalls kurze Jeans. Klugerweise hatte sie auch flache, bequeme Turnschuhe gewählt. So ausgerüstet ging es zum Frühstück. Dort trafen sie Katrin und Thomas und setzen sich zu ihnen an den Tisch. Nach der morgendlichen Stärkung marschierten sie zu viert an den Strand. Dort warteten Juan, der Bootsführer Angel und - Überraschung! - Miguel schon auf sie. Sammy wurde von ihrem Freund stürmisch begrüsst, schliesslich hatten sie einen ganzen Tag und die Nacht aufeinander verzichten müssen. Juan war ein alter Freund von Miguel und als sie sich heute früh in der Panaderia (Bäckerei) getroffen hatten, vermutete Miguel anhand der Beschreibung, vier Deutsche, ein Mann und drei Mädels, dass eventuell Sam und Kira mit von der Partie sein könnten. Er hatte seine Eltern um einen freien Tag gebeten und Bingo! er hatte Glück.  Die anwesenden Herren halfen den drei Frauen in das kleine aber scheinbar gut gewartete Motorboot und sie legten vom Steg ab. In rascher Fahrt ließen sie das Hotelanwesen rechter Hand hinter sich zurück und kamen an der “Dinnerbucht”, wie sie die kleine Bucht tauften, vorbei. Alle dabei gewesenen erinnerten sich an die wunderschöne Nacht die nur drei Tage zurücklag. Vor Kiras geistigem Auge tauchte auch Carlos und ihre leidenschaftliche Zweisamkeit am nächtlichen Strand auf und wieder versuchte sie ohne Erfolg ihre Gefühle zu ordnen. Seufzend gab sie es auf. Das Boot verlangsamte seine Fahrt und sie legten am Strand mit dem Namen “Playa Madama” an. Da die Sonne ungewöhnlich heiss herunterknallte, nahmen die vier Urlauber erst einmal ein Bad am wunderschönen Strand. Sam und Kira, die inzwischen schon Erfahrung mit Sand in der Hose hatten, vermieden diesmal direkten Bodenkontakt. Vor der Weiterfahrt zogen sich alle nur ihre Shirts als Sonnenschutz über. Die restliche Kleidung wurde im Boot deponiert. Den Fahrtwind auf dem Gesicht und schön knapp bekleidet, liess es sich aushalten. Als nächstes erreichten sie “Playa Madama Dos”. Kira trat auf eine grosse Muschel und holte sie unter ihrer Schuhsohle hervor. Weil sie gar so schön aussah, brach unter den Touristen das Sammelfieber aus und dabei verging die Zeit. Die drei Dominikaner unterhielten sich währenddessen angeregt. Angel mahnte, nach einem Blick zum Himmel, zur Weiterfahrt.

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Dienstag, 7. Mai 2013

9. Kapitel / 2



“Hast du heute noch etwas vor?” fragte Samantha und Kira schüttelte den Kopf. “Dann lassen wir uns ganz viel Zeit beim Essen und probieren alle Speisen aus.” entschied Sam. Kira musste an ihr “Übergewicht” denken und beschloss nur wenig zu essen. Nach einem Rundumblick fragte Sam: “Wo stecken eigentlich die Anderen?” “Unsere frisch Verlobten sind nach Santo Domingo gefahren. Sie wollen heute Im Hardrock-Cafe ein Konzert von so einer weltbekannten Metal-Band ich glaube sie sagten “Iron Maiden”,  ansehen. Die kommen erst morgen wieder. Thomas und Katrin hatten eine Quadtour gebucht. Sie müssten eigentlich schon hier sein.” erwiderte Kira. Die beiden suchten sich einen schönen Platz auf der Terrasse und bestellten ihre Getränke. Dann bestaunten sie die hübsch dekorierten Buffets und verschafften sich einen Überblick über die feinen Speisen. Angesichts der Köstlichkeiten vergass Kira ihren Vorsatz, ganz wenig zu essen und liess sich frisches Lachsfilet grillen. Als Beilage wählte sie verschiedene Salate, knuspriges Weissbrot und verschiedene Dips. Sam nahm gebackenen Tintenfisch mit Aioli, Reis, Pommes Frites und den Weisskrautsalat, der ihr so gut schmeckt. Nachdem sie alles verdrückt hatten, zogen die beiden noch einmal in Richtung Futtertheken los. Kira verspürte Appetit auf Süsses und holte sich Kuchen, drei Kugeln Eis und Fruchtsalat mit Sahnehäubchen. Sam stand der Sinn eher nach herzhaften Genüssen und sie füllte ihren Teller mit gegrilltem Steak, Pizzastücken und  Nudeln in Sahnesauce. Als sie ihre Beute beguckten, mussten beide lachen. “Mann könnte meinen, wir hätten seit Tagen nichts gegessen! Ich glaube, das macht das Klima, oder das Meer oder alles zusammen - egal, Hauptsache es schmeckt!” meinte Sam vergnügt und Kira pflichtete ihr mit vollem Mund bei: “Das sehe ich auch so!” und schaufelte munter weiter in sich rein. “Ah, den Damen schmeckt es wieder ausgezeichnet!” sagte Carlos und dann begrüsste er Sam höflich und küsste Kira auf die Wange. “Guten Abend mein Seestern, wie war dein Tag? Du hast wohl etwas zu viel Sonne abbekommen?” Kira berichtete kurz von ihrem Ausflug und liess die Anwesenheit von Martin dabei völlig unter den Tisch fallen. Carlos hatte unterdessen Platz genommen und für alle drei einen süssen dominikanischen Moscatel bestellt. Auf seinen Wunsch wurde der Wein mit viel Eis serviert. Wein mit Eis - sehr ungewöhnlich, aber es schmeckte überraschend gut. Gemütlich sassen die drei unter dem dominikanischen Sternenhimmel und plauderten über belanglose Dinge. “Am Sonnabend um 21 Uhr ist die grosse Show. Ihr kommt doch auf jeden Fall?!” wollte Carlos wissen. Kira und Sam schauten sich betreten an und als Kira sah, wie enttäuscht er dreinschaute, beeilte sie sich zu versichern, dass sie sich das nicht entgehen lassen würden. Sam fuchtelte hinter Carlos Rücken wild mit ihren Händen und schnitt dabei urkomische Grimassen. Aber Kira tat so als ob sie es nicht bemerken würde und schenkte Carlos ein süsses Lächeln. Der schien damit zufrieden zu sein. Kurz darauf stand Carlos auf und erklärte entschuldigend: “Ich muss jetzt leider zur Generalprobe für die Show.” und zu Kira gewandt: “Bitte komm einen kurzen Moment mit mir, mein Seesternchen.” Kira erhob sich zögernd und folgte ihm in die Dunkelheit. Hinter einem Mauervorsprung der vor den Blicken von Hotelpersonal und Gästen schützte, riss er Kira an sich und küsste sie, bis ihr fast schwindelig wurde. Seine Hände streichelten dabei zärtlich ihren bebenden Körper. “Ich habe dich furchtbar vermisst.” flüsterte er mit rauer Stimme und sein heisser Mund strich über die Haut an ihrem Hals. “In etwa zwei Stunden wird die Probe zu Ende sein, dann komme ich zu dir.” versprach er ihr. Kira versuchte zu protestieren, dass sie früh schlafen wolle, aber sein Mund verschloss ihre Lippen und sie ergab sich. Noch ein heisser Kuss und er musste los. Ganz benommen ging Kira zu ihrem Tisch auf der Restaurantterrasse zurück. Dort waren nun auch Thomas und Katrin eingetroffen und berichteten von ihren Tageserlebnissen. “Die Quadtour war einfach geil! Wir waren mit fünf Quads plus Führer unterwegs und sie nach Rincon gefahren. Dorthin gibt es keine wirklich befestigte Strasse und streckenweise sind wir einfach durch den wild wuchernden Busch, im wahrsten Sinne des Wortes, gerauscht. Katrin wäre vor Angst fast eingegangen weil die Quads ab und zu in gefährliche Schieflage kamen. Juan, unser Guide, hatte uns vorher aber super eingewiesen und seine Fahrtricks waren echt gold wert. Also ist nix passiert. Die Fahrt war ein Abenteuer! Und dann der Strand von Rincon - ein wahres Gedicht sage ich euch!” schwärmte Thomas und Katrin führte weiter aus: “Der Stand liegt in einer Bucht die von beiden Seiten von recht hohen felsigen Bergen eingerahmt wird und ist ein paar Kilometer lang. Der Sand hat eine goldgelbe Farbe und ist ganz fein. Auch hier wachsen unzählige Palmen bis fast an das Wasser heran. Bis auf ein paar Dominikaner und einzelne Touristen war es  menschenleer. Am Strand ist ein kleines Restaurant, das aus einem Grill, einer Feuerstelle und ein paar Tischen und Bänken besteht, richtig urig. Dort haben wir fantastisch gegessen. Fangfrische Forellen, Flusskrebse, Reis und knackiger Salat - einfach himmlisch!” Thomas übernahm wieder: “Wir haben die Quads stehen gelassen und sind zur linken Seite der Bucht gelaufen. Dort mündet ein Fluss aus den Bergen kommend direkt ins Meer. Da haben wir gebadet. Das Süsswasser des Flusses ist saukalt, aber total klar, ich würde sagen: Kristallwasser. Der Ozean dagegen ist richtig warm und wo beide Wasser aufeinandertreffen, gibt es eine starke Strömung.  Auch die Wellen, die an den Strand klatschen haben es ganz schön in sich. Katrin haben sie einfach die Füsse weggezogen und sie - Platsch - umgehauen. Für ungeübte Schwimmer ist es dort richtig gefährlich. Juan hatte uns vorher zur Vorsicht gemahnt und er hatte wirklich recht. Es war einfach unglaublich!” konnte sich Thomas vor Begeisterung kaum bremsen. Dann zeigten sie auf dem Display ihrer Digicam die gemachten Fotos und Kira und Sam bekamen einen Eindruck von der Schönheit der Natur. “Rückzu haben wir noch “Bocca del Diablo”, den “Mund des Teufels”, angeschaut und sind auf der felsigen Steilküste herumgeklettert. Wieder in Las Galeras angekommen, sind wir zusammen mit Juan in einer Cafeteria bei kaltem Bier versackt. Juan hat uns angeboten morgen eine Tour mit dem Boot entlang der schönsten Strände zu machen. Klar, dass wir zugesagt haben! Wir hoffen, dass ihr dabei seid, schliesslich müsst ihr zwei den Traumstrand von Rincon auch gesehen haben!” überraschte Thomas die Beiden. Sam und Kira freuten sich natürlich und fragten die  Abenteurer weiter über ihre Erlebnisse aus. Als die beiden Freundinnen etwas später zu ihren Unterkünften schlenderten fragte Sam, ob Kira noch Besuch von Carlos erwartet. Kira gab zu, dass er noch zu ihr kommen würde und erzählte Sammy, dass sie keine Ahnung hat, welche Gefühle sie für Carlos empfindet. Dann wünschten sie sich eine “Gute Nacht” und jede verschwand in ihrem Zimmer. Kira stand im dünnen Nachthemd vor dem Spiegel und bürstete ihr langes Haar, das von der Sonneneinstrahlung viel heller geworden war. Sie musterte sich und fragte ihr Spiegelbild: “Was soll ich nur tun? Ich weiss nicht ob ich verliebt bin und außerdem weiss ich nicht in wen…” Mit sich selbst in tiefe Zweifel verstrickt lag sie mit offenen Augen im dunklen Zimmer und lauschte den Geräuschen der karibischen Nacht. Als es einige Zeit später an ihre Tür klopfte und Carlos leise rief: “Seesternchen mach auf, ich habe dir etwas mitgebracht!” Lag sie stocksteif und wagte nicht einmal zu atmen. Nach ein paar weiteren Klopfern gab es Carlos auf und trollte sich. Kurz darauf schlief Kira ein und wälzte sich in dieser Nacht unruhig hin und her.

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Montag, 6. Mai 2013

9. Kapitel / 1



Schwankende Gefühle

Im Hotel angekommen, brauchten Kira und Samantha ganz dringend erst einmal eine Dusche. Die Badesachen waren in der heissen Sonne an ihren Körpern getrocknet und sie hatten auf das Anziehen von Wechselsachen verzichtet. Während der knapp dreistündigen Rückfahrt stellte sich das als Fehler heraus, denn der feine Sand und das Meersalz begannen auf der Haut zu reiben und zu jucken. Vor allem am Hinterteil war das sehr unangenehm und die Mädchen waren froh, dieser Qual endlich zu entkommen. Kira duschte ausgiebig mit nur lauwarmem Wasser und liess es in kräftigen Strahl auf sich herabprasseln. Das tat gut! Nachdem sie sich abgetrocknet hatte, betrachtete sie sich im Spiegel. Von den, laut Martin, zugelegten Pfunden konnte sie nicht viel entdecken. Allerdings sah sie, dass ihre Haut von der Sonne stark gerötet war und die Umrisse des Minikini ein unschönes Muster hinterlassen hatten. Mit einer Apres-Lotion versorgte sie ihre durstige Haut und fühlte sich dann gleich besser. Wegen des Sonnenbrandes zog sie ein locker fallendes weisses Shirt und einen bequemen gelb-weiss gemusterten Wickelrock an. Gelbe Flip-Flops mit einer grossen weissen Blüte passten perfekt dazu. Kira hatte keine Lust ihre Haare zu fönen und steckte sie mit einer Haarkrabbe hoch. Vorsichtig entnahm sie den Blumentopf mit der Strilitzie der Transportverpackung und stellte sie auf den kleinen Beistelltisch. Danach ging sie zu Samantha hinüber. Sie hatte inzwischen auch geduscht und im Zimmer roch es angenehm nach Pfirsich und Mandelblüten. “Hast du auch so einen Sonnenbrand bekommen?” fragte Kira und zeigte Sam ihren Bauch. “Nein, auf jeden Fall nur ganz wenig. Du hast ja auch eine viel hellere Haut, da geht so was viel schneller.” antwortete Samantha. Sie hatte ihre Errungenschaften des Einkaufsbummels auf dem Bett ausgebreitet und fragte Kira, welche Schuhe sie anziehen sollte. Kira bestand darauf, dass Sammy ihr alle drei Paar vorführt. Kira gefielen hochhackige weisse Sandalen mit zahlreichen Riemchen am besten zu Sams weissen Shorts. Aber Samantha wollte lieber die brauen im Gladiatorenstil tragen. Weil beide auf keinen gemeinsamen Nenner kamen, zog Sam kurzerhand das dritte Paar, schicke, mit Perlen und Strass besetzte hohe Holzpantoletten, an. Nach dieser schwierigen Entscheidung gingen sie im Hotelpark spazieren. Kira fragte Sam, ob sie Neuigkeiten in Bezug auf Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis von Miguel erfahren habe. Sam schüttelte den Kopf: “Das Dinner war so romantisch, dass ich nicht an so profane Dinge gedacht habe und in der Nacht…” “Hattet  ihr wichtigeres zu tun - ich kann es mir schon vorstellen!” lachte Kira. “Kommt Miguel heute Abend zu dir? Wollt ihr etwas unternehmen?” fragte sie. “Nein, er muss heute leider zu einer Familienfeier. Da komme ich endlich mal früher zu meinem Schönheitsschlaf. Aber am Samstag holt er mich zum Mittagessen bei seinen Eltern ab. Er will mich ihnen ganz offiziell vorstellen. Ich bin richtig neugierig auf seine Family und auf der anderen Seite habe ich wahnsinnig Bammel davor. Kannst du das verstehen? Blöd, oder?” Kira meinte, dass sie vor lauter Aufregung wohl schon Nächte vorher nicht mehr schlafen könnte. Dann erzählte sie Sammy, dass sie am Samstag eine Verabredung mit Martin hat und sich nicht recht wohl fühlt bei diesem Gedanken. Aber die Freundin meinte, dass Martin sie schon nicht fressen würde. “Er ist ein gutaussehender Mann Anfang dreissig, hat einen interessanten Job, eigentlich ganz gute Manieren und scheint dich ja zu mögen… Wo ist das Problem?” Kira erwiderte: “Ein Mann wie er, ist doch bestimmt verheiratet oder zumindest in festen Händen. Vielleicht hat er ja sechs Kinder?” “Und wenn schon, er ist erwachsen und wird wissen, was er tut. Am besten du fragst ihn einfach, dann weisst du woran du bist und kannst immer noch entscheiden, ob du dich auf ihn einlässt oder nicht. Ich hab doch gleich gesagt, dass du in ihn verliebt bist!” triumphierte Sam. Kira murmelte etwas das klang wie: “Stimmt ja gar nicht!” Aber Sam winkte nur bedeutungsvoll ab und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Ein komisches Geräusch erklang und Sam rief: “Hörst du meinen Magen knurren? Wenn ich nicht gleich was zu Beissen bekomme, falle ich tot um!” Also marschierten die beiden Richtung Restaurant, um den Hunger zu stillen




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Sonntag, 5. Mai 2013

8. Kapitel / 3


Jetzt hatte Jeder eine Stunde zur freien Verfügung und konnte in den zahlreichen Boutiquen und Geschäften nach Herzenslust einkaufen. Kira und Samantha bummelten durch die Strassen und betrachteten fasziniert das farbenfrohe Treiben um sie herum. In einem kleinen Schuhgeschäft entdeckte Sam schicke hochhackige Sandalen und geriet ganz aus dem Häuschen, denn die Schuhe entsprachen absolut dem neuesten Schrei in den einschlägigen Modemagazinen. Die Antwort auf ihre Frage nach dem Preis liess sie rote Wangen bekommen und vor lauter Freude jubelte sie lauthals heraus. Der Verkäufer freute sich sehr über die interessante Kundin und schleppte Kartons mit Sandaletten in allen möglichen Farben und Formen heran, alle in Sammys Grösse. Kira amüsierte sich köstlich über die kindliche Freude ihrer Freundin und gab ihr gute Ratschläge bei der Auswahl. Sam konnte sich beim besten Willen nicht entscheiden und zum Schluss verliess sie das Geschäft mit einer Riesentüte und drei verschiedenen Paar Sommerschuhen. Der Verkäufer hatte für sie einen Spezialpreis gemacht und noch ein schickes Handtäschchen, als Bonus quasi, dazugegeben. Samantha war restlos begeistert und hätte quietschen können vor lauter Freude. Nun mussten sich die Beiden beeilen, um rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen. Anhand der vielen Einkaufstüten war unschwer zu erraten, dass die Anderen ähnlich erfolgreich ihr Geld hatten umsetzen können. Im Bus wurde langsam der Platz eng und Kira der Platz zwischen Fahrer und Beifahrer zugewiesen. Und der Beifahrer war natürlich Martin! Die Fahrt zum “Playa Coson” dauerte nur knapp 10 Minuten und Martin erklärte unterwegs: “Der Strand “Playa Coson” ist über 14 Kilometer lang und mit seinem türkisblauen Meer, dem feinen schneeweißen Sand und den unzähligen Kokospalmen zählt er zu einem der schönsten Strände der Karibik.” Das glaubten die Urlauber gern, denn der Strand erschien unendlich weitläufig und die paar Menschen die sich dort tummelten wirkten fast etwas verloren. Kira und Sam suchten sich ein lauschiges einsames Plätzchen im Schatten einer Palme und breiteten die mitgebrachten Strandtücher aus. Schnell streiften sie sich die Sachen ab und rannten um die Wette zum Wasser. “Ich hätte nie geglaubt, dass es immer noch schöner werden kann!” rief Kira, bevor sie ins erfrischende Nass abtauchte. Lange Zeit plantschten sie im Meer herum und fielen dann erschöpft auf ihre Handtücher. Blinzelnd öffnete Kira die Augen, als sie etwas am Fuss kitzelte. Es war Martin, der für die Mädels Aqua de Coco besorgt hatte. Erfreut erfrischten sie sich mit dem kühlen Getränk. Martin hatte es sich inzwischen auf seinem Handtuch zwischen ihnen bequem gemacht. “Wer zuerst am Wasser ist!” rief er und spurtete schon los. Die Mädels rannten hinter ihm her, konnten ihn aber nicht mehr einholen. Vergnügt alberten die drei herum und die beiden Mädchen tauchten Martin so oft sie ihn zu fassen bekamen unter. Völlig außer Puste erholten sie sich anschließend auf ihrem Schattenplätzchen. Kira musterte interessiert den entspannt neben ihr liegenden Mann. “Dachte ich mir doch gleich - gut ausgeformtes Sixpack…” schoss ihr durch den Kopf und sie lächelte in sich hinein. Wie er da so lag, braungebrannt mit hellsträhnigen nassen Haaren und der schwarzen Badeshort, spürte sie das unbändige Verlangen ihn zu berühren. Hastig sprang sie auf und ging noch einmal baden. Als sie langsam zurückging, stützte sich Martin auf die Ellenbogen und musterte Kira von oben bis unten genüsslich. Der einteilige Minikini sass wie eine zweite Haut und schmiegte sich weich um ihre, zwar etwas klein geratenen, aber wunderbar festen Brüste. Unter seinem Blick wurden ihre Brustwarzen hart und drückten durch den dünnen Stoff. Sie betete, dass er es nicht mitbekommt und fühlte sich völlig nackt und seinen prüfenden Blicken preisgegeben. Sie erwartete direkt eine anzügliche Bemerkung seinerseits. Aber er sagte nur neckend zu ihr: “Das gute Hotelessen scheint dir gut zu bekommen. Du siehst jetzt viel fraulicher aus und die paar Pfündchen mehr stehen dir ungemein gut.” Erklärend fügte er hinzu: “ Ich mag keine Hungerhaken und Rundungen an den richtigen Stellen muss eine Frau einfach haben.” Kurz darauf ging Martin los, um seine Schäfchen für die Rücktour einzusammeln und Kira weckte die leise schnarchende Samantha. Die Rückfahrt verlief ruhig, die Urlauber dösten und hingen ihren Gedanken über den erlebnisreichen Tag nach. Kurz vor Santa Barbara de Samanà liess Martin den Fahrer abrupt anhalten, sprang aus dem Van und verschwand kurz in einem Gebüsch, er hatte eine Bewegung registriert und ahnte, was es sein würde. Für die Gäste wirkte es so, als müsse er einmal austreten. Aber Kira bemerkte, als er kurz darauf wieder einstieg, einen kleinen Gegenstand oder so in seinem eingewickelten Safarihemd. Leise, damit niemand etwas hörte, fragte sie ihn was er denn da verbirgt. Martin schaute sich im Bus um und als keiner der Mitfahrenden Interesse zeigte, liess er Kira einen Blick auf das kleine Bündel werfen. Sie sah einen winzig kleinen Hundewelpen, der stark zitterte und kaum noch etwas von dem gelben Fell an seinem ausgemergelten Körperchen hatte. Eine unförmige riesige Beule verunstaltete das kleine Köpfchen. Kira erschrak bei dem traurigen Anblick und musste mehrmals heftig schlucken. Vorsichtig fuhr sie dem kleinen Kerl mit zwei Fingern über den Rücken. “Sie ist voller Flöhe und sehr schmutzig.” warnte Martin, aber Kira waren Flöhe und Dreck so etwas von egal in diesem Moment und zärtlich streichelte sie weiter das kleine Hundemädchen. “Was machst du mit ihr?” fragte sie ihn flüsternd. “Es sieht nicht gut aus für die kleine Lady, ” antwortete er traurig. “Ich steige in Santa Barbara de Samanà aus und bringe sie zu Jutta und Jasmin. Mutter und Tochter, auch Deutsche. Sie kümmern sich liebevoll um jedes Tier das Hilfe benötigt. Ich hoffe sehr, dass der Kleinen hier noch geholfen werden kann. Ich würde mich ja gerne selbst um sie bemühen, aber durch meinen Job fehlt einfach die Zeit dafür.” erklärte er bedauernd. In der Stadt angekommen, hielt der Mini-Van am Markt an und Martin verabschiedete sich scheinbar fröhlich von seinen Gästen. Zu Kira gewandt sagte er: “Übermorgen um 10 Uhr, ich freue mich auf dich!” Der Bus fuhr wieder an und Kira schaute so lange es ging Martin und seinem Findelkind hinterher. 



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