Dienstag, 16. April 2013
3. Kapitel / 2
Unterwegs begegneten ihnen lauter nette Leute, Gäste und Angestellte und alle grüssten freundlich und mit herzlichem Lachen. Kira fühlte, dass sie sich hier sehr wohl fühlen würde. Das Restaurant war zwar gross, aber sehr schön aufgeteilt mit mehreren Säulen, hübschen Pflanzenarrangements und geschickt verteilten Buffetaufbauten. Die Tische und Stühle standen locker in Grüppchen beieinander. Das gesamte Mobiliar war aus dunklem Rattangeflecht und die dicken Stuhlauflagen weich gepolstert und mit hellem Stoff bezogen. Alles wirkte sehr gemütlich. Sam war schon losgeeilt um sich den Teller vollzupacken. Es gab die leckersten Sachen und Kira wusste gar nicht wo sie beginnen sollte mit der Auswahl. Sie entschied sich dann für frisch gerösteten Toast, Ananas-und Kirschmarmelade, goldgelbe Butter und etwas von dem leckeren Schinkenaufschnitt. Inzwischen war auch Sam mit ihrem Teller zufrieden und balancierte ihn vorsichtig, damit der Berg nicht ins Rutschen geriet, vor sich her. Beeindruckt von der Menge die ihre neue Freundin sich aufgetan hatte, begann Kira ihren Toast zu verzehren. Ein überaus gutaussehender junger Kellner, dessen Namensschild am Revers der Weste ihn als Ramón auswies, kam zu ihnen an den Tisch und begrüsste die jungen Damen mit zahlreichen spanischen Komplimenten. Kira, die keinen Mucks von dem Redeschwall verstanden hatte, schaute nur verständnislos drein. “Er findet dein langes goldblondes Haar einfach bezaubernd und deine grünen, katzengleichen Augen haben es ihm total angetan. Kurz und gut, er ist verliebt in dich und möchte dich heiraten!” Sammy prustete los als sie sah wie verdattert Kira guckte. Der junge Mann schaute erwartungsvoll auf die Beiden und war etwas enttäuscht, als Sam für sich und Kira nur Kaffee und Orangensaft bestellte. Schnell war er mit dem gewünschten zurück am Tisch. Aber da keine der Frauen seine Offerten ernst nahm, musste er wohl oder übel wieder abziehen. “Sag mal Sammy, sind die Männer hier alle so schnell mit Liebesschwüren?” Die Angesprochene nickte nur und machte grosse Augen, zum Sprechen war der Mund einfach zu voll. Kira staunte, als Sam ihren Teller tatsächlich bis auf den letzten Krumen leergegessen hatte. “Wo isst diese zierliche Person nur solche Mengen hin?” überlegte sie. Aber Sammy stieß sie mit dem Ellenbogen an und deutete auf das Obstbuffet. “Los ein bisschen Obst muss jetzt einfach noch sein.” Kira liess sich überzeugen und war sehr überrascht über den herrlichen Geschmack der Früchte. So intensiv hatten Bananen, Melonen, Trauben und Mandarinen in Deutschland noch nie geschmeckt! “So und nun?” überlegte Samantha laut: “Was wollen wir heute Schönes anstellen? Oder hast du schon Pläne gemacht für den Tag?” “Um 10.30 Uhr ist die Informationsveranstaltung meines Reiseunternehmens, da möchte ich gerne teilnehmen. Aber danach bin ich völlig frei. Obwohl, der lange Flug steckt mir noch in den Knochen und ich würde heute am liebsten nur ausruhen. Am Pool vielleicht? Nein, lass uns am Meer relaxen!” Sam zeigte sich einverstanden und Kira machte sich auf den Weg zum Briefing. Ein Teil der grossen Lobby war zu diesem Zweck abgeteilt worden und Kira zählte insgesamt 12 Gäste die auf den Beginn der Infoveranstaltung warteten. Kurz darauf erschien Nadine und zwei Kellner trugen Tabletts mit lecker aussehenden Drinks herein. Nachdem die Repräsentantin alle Urlauber sehr herzlich im “Paradiso” willkommen geheißen hatte, bat sie Frau Kira Kramer zu sich nach vorn und stellte sie den anderen Gästen als Gewinnerin des Preisrätsels vor. Alle klatschten und Kira wäre am liebsten in ein Mauseloch gekrochen, denn jede Art von öffentlichem Interesse an ihrer Person war ihr überaus unangenehm. Nadine, die das glücklicherweise zu bemerken schien, ging prompt zur normalen Tagesordnung über und erklärte den Reisenden die Gegebenheiten im Hotel.
Neugierig wie es weitergeht?
Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download
Montag, 15. April 2013
3. Kapitel / 1
Erste Begegnungen
Neugierig wie es weitergeht?
Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download
Samstag, 13. April 2013
2. Kapitel / 4
Das Essen
verlief glatt und ohne weiteren Zwischenfall und danach breitete sich eine dämmrige
Ruhe im Passagierraum aus. Die meisten Mitreisenden gönnten sich ein Nickerchen
und auch Kira schlief bald wieder ein. Sie konnte zum Glück gut schlafen und so verging die Zeit recht
angenehm. Nach fast 10 Stunden machte sich die Boeing zum Landeanflug auf den
Zielflughafen Samaná - El Catey bereit und Kira war froh, das Flugzeug wieder
verlassen zu können. Den anderen Passagieren erging es ähnlich, denn kaum war
die Maschine zum Stillstand gekommen, brach wieder Hektik aus und Alles drängelte
zum Ausgang. Und dann war es endlich soweit: Kira betrat zum ersten Mal in
ihrem 25 Lenze zählenden Leben die República Dominicana. Es war ein tolles Gefühl
und sie lächelte vergnügt in sich hinein. “Na,
Sie haben wohl gerade rosarote Elefanten vorbeitraben sehen oder warum sonst
gucken Sie so verträumt?”
Martin liess es sich nicht nehmen, sie zu piesacken, aber Kira liess den blöden
Spruch einfach an sich abprallen und schenkte dem Absender nur einen
vernichtenden Blick. Aber der war schon mit seinem Köfferchen in Richtung
Ausgang unterwegs. Nachdem Kira endlich ihren Koffer vom Laufband gezerrt
hatte, strebte auch sie in freudiger Erwartung dem Freien entgegen. “Wow!” entfuhr es
ihr, als sie das recht kleine Flughafengebäude verliess und in die samtweiche
dominikanische Nacht hinaustrat. So viele Palmen! Und die Luft roch und
schmeckte so anders, so aromatisch und angenehm warm. Der Nachthimmel war mit
unzähligen Sternenpünktchen übersät und sah wunderschön aus. Sie hörte Musik
und sah lauter gutgelaunte Menschen - für Kira war dieser Moment des Staunens
ein tiefgehendes Erlebnis. Eine nett aussehende Frau kam auf sie zugeeilt und
fragte: “Sind
Sie Frau Kramer? Kommen Sie bitte, unser Bus zum Hotel steht dort drüben
bereit!”
Ein charmanter dunkelhäutiger Mann nahm ihr den Koffer ab und so blieb Kira
keine Zeit mehr, die ersten Eindrücke der dominikanischen Nacht zu geniessen.
Auch Martin stand schon am Bus und unterhielt sich angeregt mit dem Fahrer. Als
Kira vorbeiging, sagte Martin gerade etwas auf spanisch zu ihm und beide Männer
lachten schallend. Als die Fahrt begann,
stellte sich die nette Frau als Nadine und Repräsentantin des Reiseunternehmens
vor. Sie erzählte kurz etwas über die Fahrtroute und in welcher Reihenfolge man
die einzelnen Hotels anfahren würde. Dem entnahm Kira, dass sie bis zum letzten
Aussteigehalt mitnahren würde. Schade nur, dass man in der Dunkelheit nicht
viel von der vorbeihuschenden Landschaft sehen konnte. Nach relativ kurzer
Fahrtzeit hielt der Transferbus im Städtchen Santa Barbara de Samaná, wie
Nadine erklärte, an und nur Martin stieg aus. Er wünschte allen Reisenden einen
superschönen Urlaub und sprang aus dem Fahrzeug. Als der Reisebus an ihm
vorbeifuhr winkte er Kira zu und schickte ihr eine Kusshand zum Abschied. Kira
entfuhr ein Seufzer, insgeheim hatte sie gehofft, dass Martin auch bei ihr im
Hotel untergebracht sein würde. Nun war sie doch ein ganz klein wenig enttäuscht.
Der neugierige Olli fragte Nadine warum der Mann denn nicht mit zum Hotel fährt.
Breitwillig erklärte Nadine, dass er hier in Santa Barbara de Samaná wohnt, der
Guide für bestimmte Touren ist und nur zum Urlaub in Deutschland war. Kira
staunte, denn sie hatte angenommen, dass der Martin auch als Tourist unterwegs
war. Wirklich bedauerlich, denn nun würde sie den Kerl bestimmt nie
wiedersehen! Das erste Hotel war erreicht und ihre Aufmerksamkeit richtete sich
auf das Aussteigen der Gäste. Auch Olli nebst genervter Mama stiegen hier aus
und Kira war nicht unbedingt traurig darüber. Mit Kindern hatte sie einfach
noch nie etwas am Hut. Nach knapp zwei Stunden Fahrtzeit erreichten die letzten
Mitfahrenden endlich ihre Unterkunft in Las Galeras: das Vier-Sterne-Hotel mit
dem schönen Namen “Paradiso”. Viel bekam
Kira in dieser Nacht nicht mehr mit, denn sie war jetzt nur noch kaputt und müde.
Glücklicherweise ging das Einchecken zügig vonstatten, so dass sie binnen
kurzer Zeit ins Bett kriechen konnte und sofort fest einschlief.
Neugierig wie es weitergeht?
Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download
Freitag, 12. April 2013
2. Kapitel / 3
Endlich hatte sie sich zu ihrem Platz durchgekämpft und musste feststellen, ausgerechnet neben der Mutter mit dem quengelnden Kind sitzen zu müssen. Aber sie wollte sich die Laune nicht verderben lassen und grüsste die beiden freundlich. Die junge Mutter nickte nur gequält und versuchte weiter ihren Sohn ruhig zu bekommen. “Er ist ein wenig hyperaktiv, aber sonst ein braves Kind. Olli möchte so gerne am Fenster sitzen, aber das ist ja Ihr Platz.” Also bot Kira an, die Plätze zu tauschen und die Mutter nahm das Angebot dankbar auf. Nun musste Kira zwar am Gang sitzen, aber der kleine Olli gab wenigstens Ruhe, vorerst. “Auch nicht schlecht” dachte Kira, “da kann ich die Beine wenigstens ausstrecken.” Gedacht, getan. Plötzlich fühlte sie einen harten Schlag an ihren Waden und ein jämmerliches Fluchen folgte. “Herrgottsakrament, welcher Depp streckt seine elendigen Kraxeln mitten in den Weg!” und ein hellbrauner zerzauster Lockenkopf tauchte an Kiras Knien auf. Erschrocken murmelte sie eine Entschuldigung, aber vor lauter Schreck musste sie wohl zu leise gemurmelt haben. “Na macht nix, ist ja alles noch dran. Ich bin der Martin. Und wer ist das bezaubernde Wesen, das mich so mir nichts dir nichts zu Fall gebracht hat? Oder sind Sie darauf versessen, dass die Männer Ihnen zu Füssen liegen?” “Kira.” Mehr brachte sie vor lauter Verlegenheit und Ärger nicht heraus. Wer war denn dieser freche Kerl? Genauer betrachtet, dieser ungemein gut aussehende freche Kerl? Inzwischen hatte der Martin sich aufgerappelt und zu seiner vollen Körpergrösse aufgerichtet. Was sie sah war ein ziemlich grosser, mindestens 1,90m Hüne, mit gut gebautem Oberkörper, schmalen Hüften und kräftigen Oberschenkeln in den recht eng sitzenden Jeans. Leider gab das locker sitzende Sweatshirt keinerlei Anhaltspunkte, aber sie vermutete ein gut ausgeformtes Sixpack darunter. Das Gesicht gleichmäßig gebräunt, männlich-markant geschnitten, leicht kantig mit kräftigem Kinn und einem angedeuteten Grübchen darin. Um die Augen viele kleine Lachfältchen, die dem gesamten eher etwas herb wirkenden Äusseren die Härte nahmen. Aber es sind die Augen! So blaue Augen hatte sie vorher noch nie gesehen! Ein solch intensives Kornblumenblau durfte es doch gar nicht geben, nicht als Augenfarbe und schon gar nicht als Augenfarbe von diesem unverschämten Kerl! Der sollte doch aufpassen, wo er hinläuft, schließlich waren ihre Beine ja lang genug. Die blauen Augen blitzten sie unverholen frech an und nun entblösste er auch noch strahlend weisse Zähne und lachte ein aufreizendes Lachen. Kira versuchte krampfhaft nicht diesen Kerl anzustarren, aber ohne Erfolg. Zum Glück forderten die netten Flugbegleiterinnen zum wiederholten Male “Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein!” und der Martin bahnte sich nun seinen weiteren Weg durch den Flieger. Kira ertappte sich dabei, wie sie mit angehaltenem Atem auf das Hinterteil des Machos starrte und das Kribbeln im Bauch fand sie auch nicht gerade lustig. “Nach dem Flug sehe ich den Typen nie wieder, also reg dich wieder ab. So wie der aussieht, hat er hundertpro ne Super-Wasserstoff-Blondine mit Körbchengrösse Doppel-D.” In diesem Moment ging ein Rucken durch die Maschine und die Boeing setzte sich langsam in Bewegung. Vor lauter Martin-Gucken hatte sie doch glatt die Sicherheitsunterweisung des Flugpersonals verpasst. “Typisch” dachte Kira “wenn wir abstürzen weiss ich noch nicht mal wo die Schwimmweste liegt, nur wegen so einem Prachtexemplar von Mann!” Aber um abstürzen zu können musste der Flieger erst mal in die Luft und das Aufbrüllen der Triebwerke kündigte den bevorstehenden Start an. Sie lehnte sich in ihrem Sitz zurück und schloss die Augen. Nach dem unerwarteten Zwischenfall wurde sie langsam etwas ruhiger und merkte, dass sie ziemlich erschöpft von der Aufregung war. Als sie die Augen nach einiger Zeit wieder öffnete, war der Flieger längst in der Luft und die Flugbegleiterinnen waren schon mit dem Austeilen der Verpflegung beschäftigt. Der kleine Olli hockte daumenlutschend auf seinem Fensterplatz und lauschte andächtig seinem Kinderhörspiel. “Was der Kleine wohl hört?” überlegte Kira “für mich war damals Bibi Blocksberg das Höchste.”
Neugierig wie es weitergeht?
Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download
Donnerstag, 11. April 2013
2. Kapitel / 2
Und dann war er da, der 1. Februar 2009 und endlich konnte es losgehen. Babsi liess es sich natürlich nicht nehmen Kira zum Flughafen Frankfurt zu begleiten. Zum Glück ein Sonntag und sie musste nicht arbeiten. Mit ihrem alten klapperigen Peugeot holte sie Kira morgens pünktlich ab. Blass und mit zitternden Fingern leerte Kira ihre Kaffeetasse und ergab sich ganz der drängenden Babsi, um ja nicht zu spät in der Abflughalle aufzukreuzen. “Du hast es mächtig eilig mich loszuwerden.” maulte Kira aber die Freundin wusste genau, dass im Moment die Angst vor der Courage, allein in den Urlaub zu fliegen, übermächtig an Kiras angeschlagenem Nervenkostüm zerrte. Wie immer war der Verkehr um Frankfurt herum mörderisch, auch der wieder einsetzende Schneefall und die damit tückisch werdenden Strassenbedingungen waren nicht ungefährlich, aber souverän lenkte Babs den kleinen Wagen vorbei an Baustellen und anderen Verkersbehinderungen. Endlich am Flughafen angekommen, musste Kira gleich einchecken und hatte so gar keine Zeit mehr zum nachdenken. Herzlich umarmten sich die beiden jungen Frauen und nun war auch Babsi nicht mehr ganz so cool. “He Süsse, geniesse deinen Urlaub und die prallen Früchte, in Form von dominikanischen Männerhintern und komm ja gesund wieder, hörst du?” Kira schniefte nur noch und ging dann endlich zu ihrem aufgerufenen Flugsteig. Hier gab es wie üblich Gedränge, weil jeder möglichst als erster an Bord der Boeing gelangen wollte, wohl in der irrigen Hoffnung einen guten Platz zu ergattern. Aber das Gewühle lenkte Kira von ihrem Kummer ab und langsam wurde sie ruhiger und die Freude auf diesen unerwarteten Urlaub gewann die Übermacht. Zum ersten Mal an diesem Tag freute sie sich so richtig auf die vor ihr liegende Reise und zwei Wochen in einem schicken Hotel, tausende Flugkilometer von zu Hause entfernt. Im Flieger ging es derweil wie üblich beim Ein-und Aussteigen hektisch zu. Jeder Fluggast versuchte sein Handgepäck mit mehr oder weniger Erfolg in die Gepäckablagen zu hieven und blockierte so den Gang für die nachfolgenden Passagiere. Das wiederum sorgte in den Reihen der Nachdrängenden für Unmut. Ein kleines Kind jammerte: “Mami, Mami ich muss zum Klo, ich muss Pipi, ich muss Pipi!” Und ein älteres Ehepaar regte sich über das Wetter auf: “Hoffentlich haben sie die Startbahn gescheit enteist. Ich habe gehört, dass schon einige Flüge gestrichen wurden, bisher nur Inlandflüge. Aber wer weiss das schon…” In diesem Moment wurde Kira erst so richtig bewusst, dass sie in Kürze hoch über den Wolken sein würde und ihr Magen begann zu flattern. Dreimal war sie bisher geflogen, aber so richtig gut hatte es ihr noch nie gefallen. “Hoffentlich bekomme ich keine Platzangst!” schoss es ihr durch den Kopf. Im nächsten Moment schalt sie sich selbst einen Angsthasen, das komische Gefühl blieb aber.
Neugierig wie es weitergeht?
Entweder morgen weiterlesen oder direkt zum Download
Abonnieren
Posts (Atom)